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Polizei und Straßenbauamt nennen andere Orte

Reithamer Kurve kein Unfallschwerpunkt

Entweder sind sie auf dem Weg von und zur Arbeit oder auf der Durchreise ins Tegernseer Tal oder zur A8: Rund 20.000 Fahrzeuge nutzen die B 318 täglich. Alle paar Tage berichten wir von Unfällen – besonders häufig in der Reithamer Kurve. Doch die Unfallschwerpunkte liegen ganz woanders.

An der Reithamer Kurve häufen sich in letzter Zeit die Unfälle. Die Hauptursachen sind neben Wild: Überhöhte Geschwindigkeit und unerlaubte Überholmanöver in der Kurve.
An der Reithamer Kurve häufen sich in letzter Zeit die Unfälle. Die Hauptursachen sind neben Wild: überhöhte Geschwindigkeit und unerlaubte Überholmanöver in der Kurve.

Die B 318 ist nicht nur die kürzeste und schnellste Verbindung zwischen dem Tegernseer Tal und der A8, sondern mit 20.000 Fahrzeugen am Tag auch die am stärksten befahrene Straße im Landkreis Miesbach, teilt das Straßenbauamt auf unsere Nachfrage mit. Wahrscheinlich auch eine der am stärksten befahrenen Straßen im Bundesgebiet, vermutet der Holzkirchner Polizeidienststellenleiter Josef Lang auf unsere Anfrage.

Mit der überdurchschnittlich hohen Verkehrsbelastung steigt auch das Unfallrisiko an, weshalb es auf der B 318 immer wieder zu teils schweren Unfällen kommt, gibt Stefan Hoppe vom Staatlichen Bauamt Rosenheim zu bedenken. Und das lässt sich anhand der Unfallzahlen erkennen, die die Polizei Holzkirchen auf unsere Nachfrage zusammengestellt hat.

Reithamer Kurve gilt als besonders gefährlich

Ganze 332 Verkersunfälle haben sich in den vergangenen drei Jahren auf der 11,5 Kilometer langen Strecke zwischen der Krottenthaler Alm und der Anschlussstelle zur A8 bei Holzkirchen ereignet. Das sind statistisch rund 111 Unfälle im Jahr und rund 10 Unfälle pro Jahr und Kilometer.

Als besonders gefährlich auf dieser Strecke gilt die Reithamer Kurve: die knapp einen Kilometer lange S-förmige Kurve zwischen den beiden Abzweigungen nach Reitham. Von den 332 Unfällen passierten dort jedoch nur 20 in den vergangenen drei Jahren. Im Durchschnitt sind das knapp sieben Unfälle pro Jahr und Kilometer. Das sind drei Unfälle pro Jahr und Kilometer weniger als auf der gesamten Strecke.

Auch die Polizei und das Straßenbauamt sehen diesen Bereich deshalb nicht als Unfallschwerpunkt der B 318. Ein Unfallschwerpunkt besteht dann,

wenn mehr als fünf gleichartige Unfälle in zwölf Monaten oder fünf Unfälle mit Personenschaden, beziehungsweise drei Unfälle mit schwerem Personenschaden in einem Zeitraum von drei Jahren innerhalb einer bestimmten Streckenlänge, meistens bis 1 km, auftreten,

schreibt Stefan Hoppe vom Straßenbauamt Rosenheim. In der derzeit gültigen Drei-Jahres-Unfalltypensteckkarte sind diese Kriterien für die Reithamer Kurve nicht erfüllt. Sie beinhaltet die Unfälle zwischen Anfang 2009 und Ende 2011. In der Karte, die Mitte dieses Jahres veröffentlicht wird, könne dies aber anders aussehen, sagt Hoppe.

Denn die Unfallzahlen der Polizei Holzkirchen für 2012 bis 2014 zeigen, dass es dort vergleichsweise häufig zu schweren Unfällen mit Verletzten oder mit Sachschaden kommt. So handelte es sich bei 209 der 332 Unfälle auf der B 318 zwischen der Krottenthaler Alm und Warngau um Kleinunfälle. Das sind 63 Prozent. Bei rund 23 Prozent der Unfälle wurden Menschen verletzt und bei knapp 14 Prozent entstand nur Sachschaden.


Die Unfallschwerpunkte auf der B 318 zwischen der Krottenthaler Alm und der A8

In der Reithamer Kurve waren 11 Kleinunfälle zu verzeichnen, also 55 Prozent. Bei 20 Prozent der Unfälle entstand nur Sachschaden und bei rund 25 Prozent der Fälle wurden Personen verletzt.

Gestorben sind bei diesen Unfällen drei Menschen in den vergangenen drei Jahren: Die beiden Motorradfahrer, die im April 2012 bei einem Überholmanöver frontal aufeinandergetroffen waren und die junge Frau, die im vergangenen September aus ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn gekommen war und kurze Zeit später in der Klinik starb. Auf der restlichen Strecke zwischen Krottenthaler Alm und A8 waren es nur zwei Unfalltote mehr.

Ursachen: Überholen in der Kurve und überhöhte Geschwindigkeit

Grund für die Unfälle seien laut Polizei aber nicht die baulichen Gegebenheiten der Strecke, sondern das Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer. So sind neben Wildunfällen (8), überhöhte Geschwindigkeit (5) und Überholen in der Kurve (4) die Hauptursachen für die Unfälle.

Als Unfallschwerpunkte sieht die Polizei zwei andere Stellen: Eine davon ist die Strecke zwischen der Tankstelle Schwarzer und Warngau. Dort kam es vor allem zu vielen Unfällen beim Einbiegen und Überqueren der Kreuzung sowie zu vielen Unfällen mit überhöhter Geschwindigkeit.

Unfallschwerpunkte liegen woanders

Um Unfälle an dieser Stelle zu verhindern, wurde an der Kreuzung ein Stopp-Schild aufgestellt. So sollen Autofahrer auf die Kreuzung aufmerksam gemacht werden, die vorher häufig übersehen wurde. „Seitdem gab es dort keine Unfälle mehr beim Kreuzen“, sagte Josef Lang von der Polizeidirektion Holzkirchen vergangene Woche auf unsere Anfrage.

Mehr Sicherheit soll in Zukunft eine sogenannte Höhenfreimachung bringen, deren Bau für das Jahr 2016 geplant ist. Dabei wird die B 318 tiefer gelegt und die kreuzende Straße obendrüber geführt, so Lang. Zudem soll eine der beiden Einmündungen Piesenkam oder Flughafen geschlossen werden. Die verbleibende Einmündung soll dann mit einer Linksabbiegespur im Zuge der B 318 ausgestattet werden, teilt das Straßenbauamt mit.

Der zweite Unfallschwerpunkt der B 318 liegt an der Einmündung der B 318 in die Staatsstraße 2073 – auch „Spinne“ genannt. Dort kommt es vor allem am Stopp-Schild zu vielen Auffahrunfällen, teilte uns die Polizei Holzkirchen mit. Hier sollen der vierstreifige Ausbau der B 318 sowie Sichteinschränkungen Abhilfe schaffen, so die Polizei. Diese sollen bis 2018 fertiggestellt sein.


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