Im Kampf gegen den Kapselmüll

Revolution im Kaffeemarkt kommt vom Tegernsee

Jedes Jahr landen mehr als 10 Millionen Tonnen Plastik und anderer Müll in unseren Meeren. Immer mehr Menschen wird bewusst: So kann es nicht weitergehen – darunter auch Marcus Berthold und Gregor Sander vom Tegernsee. Sie sorgen dafür, dass wir zumindest beim Kaffeetrinken kein schlechtes Gewissen mehr haben müssen.

Die Gründer von Feel Good Coffee: Marcus Berthold und Gregor Sander. / Quelle: FGC

Ein frischer, duftender Kaffee am Morgen ist für viele Menschen ein Muss. Wer aber nicht gerade auf den guten, alten Filterkaffee setzt, sondern sich auch ab und zu mal gerne einen frischen Espresso gönnt, der greift meistens zu Kapseln. Doch genau das sorgt für rund 20.000 Tonnen Kapselmüll pro Jahr alleine in Deutschland.

Marcus Berthold und Gregor Sander vom Tegernsee wollten das nicht so hinnehmen und etwas gegen das große Müllproblem auf unserem Planten tun – ohne gleichzeitig ihren geliebten Kaffee zu missen. Gemeinsam gründeten sie deshalb im Sommer 2018 das Start-up „Feel Good Coffee“. Ihr Ziel? Eine umweltfreundliche Kaffeekapsel für das Nespresso-System auf den Markt bringen.

100-Prozent kompostierbare Kapseln

Und das haben sie mit ihrem Produkt geschafft: Erlesener Bio-Kaffee in 100-Prozent biologisch abbaubaren Kapseln aus nachwachsenden Rohstoffen – ohne Plastik, Aluminium und anderen Schadstoffen. Der spezielle, patentierte Deckel aus Papier ist sauerstoffdicht und kann so den Geschmack und das Aroma bis zu 16 Monate lang ohne Qualitätsverlust bewahren.

Denn grundsätzlich sei laut Berthold das Prinzip einer Kapselmaschine eine clevere Lösung, auch aus ökologischer Sicht: „Die Energieeffizienz in der Zubereitung ist gerade für kleine und Single-Haushalte sinnvoll. Mit genau portionierbaren Kaffeemengen lässt sich zudem Lebensmittelverschwendung vermeiden.“ Doch die Unmengen an Aluminium- und Plastikmüll sind aus seiner Sicht nicht zu verantworten: „Es gibt viele Arten der Zubereitung und jeder soll seinen Kaffee trinken, wie er mag. Die vielen Besitzer von Maschinen des Nespresso-Systems in Deutschland wollen wir erreichen und von Feel Good Coffee überzeugen.“

Statement gegen Alu- & Plastikmüll

Was die Gründer verbindet, ist zum einen die Liebe zu gutem Kaffee und der Wunsch, ihren Konsum nachhaltig und ökologisch verantwortungsvoll zu gestalten. „Es gibt Hunderte kleine und feine Privatröstereien in Deutschland, die sehr guten Kaffee produzieren“, sagt Sander. Genau diese Kaffeesorten soll es in Zukunft in der kompostierbaren Kapsel geben. Seit Jahren tüftelt Sander an der Kapselabfüllung, die seit einigen Wochen in Serie produziert wird und bereits im Online-Shop erhältlich ist.

Die Kaffeekapseln sind zu 100 Prozent kompostierbar. / Quelle: FGC

Berthold kümmert sich um die Vermarktung: „Als ich die Kapsel auf dem Tisch liegen hatte, wusste ich sofort: Das wird den Kapselmarkt revolutionieren“. Von Beginn an war es den Gründern wichtig, die Fans in die Entwicklung einzubeziehen. Die Mitglieder des „Coffee Club“ können an Produktproben teilnehmen, ihre Lieblingssorten einschicken oder neue Kaffeemischungen vorschlagen.

Derzeit werden drei verschiedene Kaffeesorten angeboten: Good Morning (Espresso), Feel Good (Espresso/Lungo) und Perfect Day (Lungo). Der zertifizierte Bio-Kaffee stammt von Plantagen in Peru, Honduras, Guatemala, Äthiopien, Sumatra, Indien, Kolumbien, Nicaragua und Brasilien. „Unsere Vision ist es, die Spezialitätenkaffees der Privatröstereien in unsere Feel Good Kapsel abzufüllen“, sagt Sander.

Wir wollen Lifestyle und Umweltschutz vereinen: Genuss auf Knopfdruck, aber mit gutem Gewissen.

Nach der Verwendung können die Kapseln, die als eines von bislang wenigen Produkten das „OK COMPOST“-Siegel tragen, direkt in den Hauskompost oder Biomüll gegeben werden, ebenso mit gutem Gewissen auch in den Restmüll. „Für mich ist es ein Stück Lebensqualität, wenn ich guten Gewissens mit einem Kapselkaffee in den Tag starten kann“, sagt Berthold. Deshalb wird zudem ein Cent pro Kapsel an 4ocean und weitere Projekte zum Schutz der Meere gespendet.


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