Landratsamt betont: "Das ist falsch"
RKI meldet Verdopplung der Zahlen

von Nina Häußinger

Das Robert-Koch-Institut hat heute wohl technische Schwierigkeiten. Die Zahlen haben sich im Landkreis zum Vortag verdoppelt. Das sei schlichtweg falsch, betont nun das Landratsamt.

Das RKI meldet für den Landkreis heute völlig falsche Zahlen

Das Robert-Koch-Institut meldet heute Morgen für den Landkreis völlig falsche Zahlen. “Es ist bereits bekannt, dass das RKI bei der Abfrage der Zahlen der Gesundheitsämter oft ein wenig langsamer ist als die Gesundheitsämter vor Ort, aber die heutigen Zahlen sind schlichtweg völlig falsch”, so die Pressesprecherin des Landratsamts Sophie Stadler.

Das RKI meldet eine Gesamtzahl an positiv getesteten Personen von 6.308, was eine Verdopplung der Fälle im Vergleich zum Vortag wäre. Die Inzidenz wird mit 104 angegeben und die Todesfälle mit 114 – jeweils ebenfalls eine Verdopplung zum Vortag.

Richtig sind folgende Zahlen des Gesundheitsamtes Miesbach: Gesamtzahl 3.156, Inzidenz 52 und Todesfälle 56 (die Minimal-Abweichung von einem Fall liegt am normalen Zeit- und Meldeverzug zwischen den Behörden). Stadler betont:

Insbesondere der Inzidenz-Wert des RKI ist aber von höchster Relevanz, denn an eine Inzidenz von unter 100 sind u.a. Schul- und Kitaöffnungen geknüpft. Diese Öffnungen sind aufgrund der Falschmeldung des RKI jedoch NICHT in Gefahr!

Obwohl das RKI den Wert offiziell meldet, müsste die örtlich zuständige Behörde, in diesem Fall also das Landratsamt Miesbach, die Überschreitung und damit die erneuten Schließungen öffentlich bekanntgeben. Das Landratsamt Miesbach wird die offensichtliche Falschmeldung des RKI nicht bestätigen. Damit gibt es auch keine Schul- und Kita-Schließung – der Betrieb läuft nächste Woche weiter wie diese. Gleiches gilt auch für die weiteren inzidenz-basierten Öffnungen.

Offenbar sind mehrere Landkreise von den Falschmeldungen betroffen; so hat sich beispielsweise im Nachbarlandkreis Bad Tölz-Wolfratshausen die Inzidenz auf mysteriöse Weise ebenfalls verdoppelt. Das RKI hat angekündigt, sich mit Hochdruck an die Fehlersuche zu machen.


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