Gmunder Italiener baut Wintergarten ab

„Rosso“ sucht Parkplätze … aber findet keine

Von Nicole Posztos

Ergänzung vom 19. April / 15:28 Uhr
Das dauernde hin und her hat am Ende den Ausschlag gegeben. Das Restaurant Rosso baut seinen Wintergarten ab. Das Problem lag an den einfach nicht verfügbaren Parkplätzen im Gmunder Zentrum. Eine Ablöse der drei benötigten Stellplätze war laut Entscheidung der Gemeinde auch nicht möglich. Und so blieben Eigentümer wie Pächter nur die Möglichkeit den Anbau zu entfernen.

Am heutigen Vormittag war es dann soweit. Mehrere Handwerker bauten den Wintergarten ab. Eine Bewirtung im Außenbereich soll es damit auch erstmal nicht mehr geben.

Ursprünglicher Artikel vom 14. März:
Klaus Aurich gehört das Haus, in dem das beliebteste italienische Restaurant Gmunds untergebracht ist. Von Anfang an hätte Aurich für das Rosso drei Parkplätze gebraucht.

Doch nachdem er das Gebäude Ende 2009 um einem Wintergarten erweitert hatte, fehlten plötzlich zwei Stellplätze. Zu allem Überfluß hatte der Besitzer den Anbau ohne Genehmigung erbaut.

Ein Vergehen, für das er im Nachgang das Dach des Anbaus entfernen musste. Laut Aurich kein großes Problem: „Der Vorteil ist, dass jetzt auch der Brandschutz kein Thema mehr ist.“

Das Rosso in Gmund

Doch das Problem der Parkplätze besteht weiterhin. Und so wie es derzeit aussieht werden die Verwaltung und Aurich das auch nicht von heute auf morgen lösen können. Denn der Eigentümer findet keine zu vermietenden Parkplätze im Gmunder Zentrum. Gleichzeitig darf er nach einer neuen Richtlinie nicht einfach die benötigten Parkplätze von der Gemeinde ablösen.

Neue Satzung seit Ende Februar

Die Grundlage für die Anzahl der Stellplätze vor Geschäften oder Restaurants bildet die Stellplatzsatzung. Dort ist geregelt, dass je nach Ladenfläche in unmittelbarer Nähe Stellplätze geschaffen werden müssen. Je größer die Fläche, desto mehr Parkplätze sind notwendig.

Aurich ist nach einer gewerbefreundlicheren Neuregelung Ende Februar der Erste, auf den diese Anwendung findet. Dabei hat er ein besonderes Problem: Um sein kleines freistehendes Gebäude herum ist keine Fläche für weitere Parkplätze vorhanden. Auch im Umfeld gibt es scheinbar keine anmietbaren Möglichkeiten.

So bleibt ihm eigentlich nur die Option die drei benötigten Parkplätze abzulösen. Das würde Aurich 22.500 Euro kosten. (Was eine Ablöse ist kann man im Artikel zu „Francescos Stellplatzproblem“ nachlesen). In Gmund ist diese Option allerdings nur in begründeten Einzelfällen möglich.

Beim ersten Antrag eines Eigentümers wollte der Gmunder Bauauausschuss nicht gleich einen negativen Präzedenzfall schaffen. Nach intensiver Diskussion und Vorschlägen von „dann soll er doch den Wintergarten wieder zurückbauen“ bis zu „vielleicht kann er im neuen Maximilian Parkplätze erwerben“ kam man im Ausschuss zu keiner wirklichen Lösung.

Eine Entscheidung, keine Lösung

Aurich darf nun maximal einen Parkplatz für 7.500 Euro ablösen. „Das ist mir ein Stellplatz auch Wert,“ so der Eigentümer auf Nachfrage. Darüberhinaus soll er sich allerdigs auch weiter darum bemühen zwei Parkplätze zu finden. Die Gmunder Verwaltung wird Aurich dabei unterstützen. Die Aussichten sind jedoch nicht allzu gut.

Die generelle Parkplatzsituation in Gmund sei schwierig. Der Volksfestplatz wäre zwar mit Platz für über 100 PKWs die beste Alternative. Doch bisher habe er auch dort kein Glück gehabt, so wie in der kompletten Nachbarschaft. „Derzeit weiß ich nicht, wie wir das Problem lösen sollen.“

An einen möglichen Abriss des Wintergartens will Aurich derzeit noch nicht denken. „Ich hoffe natürlich auf ein Einvernehmen mit der Gemeinde und werde von meiner Seite aus alles dafür tun, dass es auch klappt.“


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