Rodelbahn am Wallberg – Wie gefährlich ist die Strecke wirklich?

Von Eduard

Dritte Ergänzung vom 16. Januar / 18:26 Uhr
Das ist die Frage, die man sich bei dem aktuellen Kommentar zu einem etwas älteren Artikel von vor 2 Wochen stellt. In dem besagtem Artikel hatten wir unter der Überschrift „Die Rodelbahn am Wallberg – Gaudi trotz Neujahrsandrang“ einen kurzen Fotobericht vom Rodeln gebracht. Dazu meint Susa Bühler in einem Kommentar von gestern Abend:

Am 4.1.2011 war das Wetter wunderschön. Die 1. Abfahrt hatte ich schon hinter mir. Dann kam die 2. und die war schon so abgefahren, dass das Eis, das sich unter dem Schnee verborgen hatte, hervorkam.

Mein Rodelvergnügen endete mit einer Kollision am Baum im Zielbereich nach überfahren einer Eisplatte. Ergebnis: Mehrfachfraktur am unteren Sprunggelenk. Im Krankenhaus in Agatharied kamen an diesem Tag noch 2 weitere Menschen mit Knochenbrüchen in den OP. Das bedeutet für die Betroffenen unendliche Schmerzen und Leid, Arbeitsausfall, wochenlanges Humpeln auf Krücken… Ich bin mir sicher, dass es solche Tage öfters im Jahr gibt.

Soll das die Normalität eines Rodelvergnügends sein? Ich weiß jetzt im Nachhinein, wie gefährlich der Wallberg ist. Mehr Aufklärung vor Ort und die Bewusstmachung der Gefahr wären auf jeden Fall der 1. Schritt.

Auch die anderen Kommentatoren weisen auf die Gefährlichkeit der Strecke hin. Und zwar immer dann, wenn die Eisplatten zunehmen.

Unseres Wissens nach gibt es jedoch in der Talstation Informationen über Eis auf der Strecke und auch auf der Rodelbahn an sich wird über Transparente an gefährlichen Bereichen auf Eis und ähnliches hingewiesen.

Was uns jedoch manchmal wundert ist, wie unerfahren einige sind, die alleine schon Probleme hätten mit ihrem Rodel heil herunterzukommen. Die dann aber zu allem Überfluß auch noch ihre Kinder mitnehmen. Ohne Helm, ohne Brille – wird schon irgendwie gutgehen.

Die Veranstalter sind hier in einer Zwickmühle. Sie müssen auf die Gefahren hinweisen, dürfen aber nicht überdramatisieren. Und die Schwierigkeit einer Piste oder einer Rodelstrecke liegt immer im Auge des Betrachters. Der eine denkt noch „das ist kinder-leicht“ – während ein anderer gleichzeitg mit wackligen Knien versucht zu Fuss herunterzukommen.

Vielleicht ist ein möglcher Ausweg eine Art Kategorisierung in Schwierigkeitsstufen. Ähnlich zum Skifahren oder zum Langlaufen könnte man die Einstufung in blau, rot oder schwarz vornehmen und so dem Rodler eine grobe Richtschnur zur Verfügung stellen.

Ob man das am Wallberg möchte, wissen wir nicht. Und wie sich beispielsweise eine Kategorie Schwarz auf die Besucherzahlen der Rodelbahn auswirken würde, darüber kann man auch nur spekulieren.

Zweite Ergänzung vom 02. Januar / 19:35 Uhr mit der Überschrift „Die Rodelbahn am Wallberg – Gaudi trotz Neujahrsandrang“
Eine kleine Fotostrecke vom heutigen Großkampftag an der Wallberger Rodelbahn. Zumindest gefühlt tummelte sich am Nachmittag halb München dort. Wenn man sich die Massen anschaut, die an so einem Tag mit der Wallbergbahn hochfahren möchten und sich dann die 6,5 Kilometer lange Rodelstrecke runterstürzen, dann muss man eingestehen die Betreiber haben marketingmäßig viel richtig gemacht.

Dass an so einem Tag die Strecke nicht mehr annährend perfekt präpariert sein kann, ist klar. Trotzdem war sie zum Teil wenigstens gut befahrbar. Und auch die großen Unfälle hielten sich trotz größerer Eisplatten im gesamten oberen Teil in Grenzen.

Hier einige Bilder, die einen Eindruck vom heutigen Tag am Wallberg vermitteln:

Die Schlange an der Talstation der Wallbergbahn war etwas lang....
Bei der Auffahrt - Trotz Schneefall gute Sicht auf See und Talgemeinden
Im Gänsemarsch Richtung "Start"
Spass macht`s alleweil.... bis die ersten Eisplatten kommen
"Das gröbste hab ich geschafft" - wenn der wüsste
Ein Helm macht auch beim Rodeln Sinn
Unten raus waren die Verhältnisse richtig gut
Das Ziel ist nah - jetzt nochmal laufen lassen
Das Ziel - nach knapp 30 Minuten Rodeln und 6,5 Kilometern spürt man jeden Muskel

Ergänzung vom 05. Dezember / 20:01 Uhr
Vielleicht liegt es an der neuen Beschneiungsanlage an der Wallberg-Talstation. Vielleicht hätte aber auch der echte Schnee mit einer Höhe von 20-40 cm schon ausgereicht. So oder so konnten die Betreiber der Wallbergbahn die Rodelstrecke (mit 6,5 Kilometern die längste Deutschlands) an diesem Samstag für den Publikumsverkehr freigeben und damit die Wintersaison 2010/2011 eröffnen. Und laut Aussagen erster „Testfahrer“ sind die Verhältnisse richtig gut. Zu viel Schnee möchte man auf einer Rodelstrecke ja auch nicht haben. Aber scheinbar haben die Pistenmacher um Markus Maier das gut hinbekommen.

Dabei hat sich von den Preisen her nicht viel getan. Die Rodelbahn ist ja an sich kostenlos. Eine Bergfahrt mit der Wallbergbahn kostet zwischen 5 Euro für Kinder und 9,50 Euro für Erwachsene. Ein Leihrodel schlägt nochmal mit 5 Euro zu Buche.

Die Wallbergbahn ist im Winter täglich von 8:45 Uhr bis 16:30 Uhr in Betrieb. Der Rodelverleih läuft zwar nur bis 15:30 Uhr. Allerdings gibt es auch nach Absprache die Möglichkeit den Rodel später abzugeben.

Was für eine Gaudi die gut 30-minütige Fahrt mit dem Rodel über 800 Höhenmeter und 6,5 Kilometern bedeutet, sieht man sehr schön in diesem Video:

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Aktuelle Bilder zur Bahn, den Preisen und ein interessantes „Schlitten 1ma1“ findet man auf der Webseite der Wallbergbahn.
Die Webcam auf dem Wallberg gibt`s unter www.webcam-wallberg.de

Ursprünglicher Artikel vom 30. November mit der Überschrift „Rottach-Egern: Die mobile Beschneiung für die Rodelstrecke am Wallberg – Ein Video mit dem „Schneemacher“ Markus Maier“:
Seit letztem Jahr sorgt eine sogenannte mobile Depotbeschneiungsanlage am Wallberg dafür, dass der Schnee auf Deutschlands längster Rodelstrecke länger hält und Abend für Abend besser präpiert werden kann.

Die Anlage steht im Bereich der Talstation der Wallbergbahn. Dazu gehören neben dem Kühlturm mit Kompressoren, eine mobile sowie eine unterirdische Pumpstation. Das Wasser ist von der Wasserversorgung Rottach-Egerns.

Mobil bedeutet in dem Zusammenhang übrigens nicht, dass überall auf der Strecke beschneit werden kann. Sondern einfach nur, dass die Anlage im Sommer wieder abgebaut wird.

Wie genau das Prinzip funktioniert, hat uns der stellvertretende Betriebsleiter Markus Maier in einem kurzen Interview, vor der laufenden Beschneiungsanlage, erklärt. Trotz der Hintergrundgeräusche sehr spannend. Aber so merkt man wenigstens wie laut die Anlage eigentlich ist.

Gegenüber dem AlpenPlus Magazin hat Markus Maier dann auch noch erzählt wann künstlicher Schnee produziert wird und wie er eigentlich aus dem Depot auf die Bahn kommt.

Herr Maier, schmilzt der bevorratete Schnee bei warmen Temperaturen denn nicht weg?

Natürlich würde sich die produzierte Schneemenge bei dauerhaft warmen Temperaturen mit der Zeit verringern. Aber ein Schneehaufen schmilzt wesentlich langsamer als eine Schneefläche. Man sieht ja im Frühjahr oft noch Schneemänner auf der grünen Wiese stehen, weil sich der verdichtete Schnee von innen selbst kühlt und so wesentlich länger hält.
Wir achten aber auch sehr genau darauf, dass wir die benötigten Schneemengen gezielt und nach Bedarf erzeugen, d. h. wir lassen die Anlage nur laufen, wenn wir auch wirklich Schnee benötigen. Wir haben sozusagen ein optimales Schneemanagement (lacht).

Und wie kommt der Schnee vom Depot auf die Rodelbahn?

Ganz einfach mittels Traktor und Miststreuer. Die Idee dazu hatte unser Technischer Leiter Stefan Heiß und es funktioniert hervorragend. Präpariert wird die Bahn natürlich dann entsprechend mit der Pistenraupe.

Wie oft wird die Rodelbahn präpariert?

Wir präparieren die Rodelbahn jeden Abend nach Betriebsschluss, um für den nächsten Tag wieder beste Rodelverhältnisse zu schaffen. Denn auch zu viel Schnee auf der Bahn ist nicht optimal zum Rodeln. Wir beginnen mit dem Präparieren an der Bergstation und arbeiten uns dann nach unten vor, um den festgefahrenen Schnee aufzulockern.

Fotos von der mobilen Beschneiungsanlage:

Kühlturm mit Kompressoren zur Druckerhöhung
Mobile Schneilanze
Das gesamte Konstrukt auf einem Blick
Schneeverteilung per Traktor und Miststreuer / Quelle: AlpenPlus Magazin


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