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Alt-Rathaus muss den Anforderungen der neuen Zeit weichen

Rottach-Egern macht den Anfang

Von Sabiene Hemkes

In Rottach-Egerns Verwaltung stehen die Zeichen auf Neustart. Die Beamten bekommen eine neues Zuhause. Die altehrwürdige Heimstätte mit Turm wird, mit einem einstimmigen Votum im Gemeinderat, durch ein neues Rathaus ersetzt. Ein Kraftakt wartet auf die Gemeinde!

Die Rathäuser der Seegemeinden halten kaum noch den heutigen Anforderungen stand

Die Orte rund um den Tegernsee sind sehr bedacht darauf, traditionelle Werte und das Brauchtum zu pflegen. So sind auch alle Rathäuser um den See in repäsentativen Altbauten im landesüblichen Stil untergebracht. Barrierefreiheit oder gar energetisch- oder ökologisch Bauweise nach neuestem Stand – Fehlanzeige.

In den alten Gemäuern ist es trotz regelmäßiger Sanierungen und Modernisierungen fast unmöglich den Herausforderungen der neuen Zeit Rechnung zu tragen. Die Gemeinde Bad Wiessee hat es immerhin geschafft, wenigstens den Mitarbeitern des Bauamtes eine adäquate Unterbringung in einem neuen Anbau zu spendieren.

Einstimmiger Beschluss der Räte

Wertekonservativ bewahren die Gemeinden alles was sich wirtschaftlich noch verantworten lässt. Und genau eine solche wirtschaftliche Abwägung führte nun zu einem bemerkenswerten und einstimmig gefassten Beschluss im Rottacher Gemeinderat in der letzten Woche.

Das ehemalige Gästehaus und aktuelle Rathaus der Gemeinde Rottach-Egern muss den Bedürfnissen der Neuzeit weichen

Die Tage des alten Rathauses in Rottach-Egern sind also gezählt. Eigentlich hatten die Räte die Entscheidung schon in der nichtöffentlichen Sitzung vor einigen Wochen gefasst, doch ein Einspruch der Rechtsaufsicht des Landratsamt machte darauf aufmerksam, dass eine solche Entscheidung, inklusive „Beratung“ innerhalb einer öffentlichen Sitzung getroffen werden.

Das wurde letzten Dienstag nachgeholt. Wobei die Beratung durch ein Bekenntnis aller Fraktionsvorsitzenden zu dem Neubauvorhaben ersetzt wurde.

Vernunftsentscheidung für die Zukunft

Am Ende sei die einmütige Entscheidung im Gemeinderat eine Vernunftsentscheidung gewesen, sagt Bürgermeister Köck, die man sich keinesfalls einfach gemacht hätte. Auf Grundlage der von der Gemeinde in Auftrag gegeben Machbarkeitsstudie, die die Sanierung des Altbestandes auf eine Investition von 6,5 Millionen Euro bezifferte, war der Beschluss gefallen, so der Bürgermeister weiter. Das sei ein stolzer Betrag für eine Sanierung führt Köck weiter aus und ergänzt:

Das Gebäude war mal ein Gästehaus bevor es 1959 zu unserem Rathaus umgebaut wurde. Inzwischen ist es aus der Zeit gefallen.

Mit dem nun gefassten Beschluss steht dem Abriss des Altbestandes und dem anschließenden Neubau an gleicher Stelle nichts mehr im Weg. Die Kosten für das neue Rathaus belaufen sich nach Angaben des Bürgermeister auf zirka 7,5 bis 8 Millionen Euro. Auch wenn die Planungen gerade erst beginnen waren sich alle im Rat einig, dass die Außengestaltung des neuen Amtssitzes dem Ortsbild des Ortes angepasst werden müsste. Köck brachte es auf den Punkt:

Die Hülle des neuen Rathauses muss zu Rottach-Egern passen und nicht aussehen wie aus einem Architekturwettbewerb entsprungen.

Aber nicht nur die ästhetisch angepasste Verpackung der neuen Heimstätte ist, laut dem Bürgermeister, eine große Herausforderung, sondern besonders die nötigen Vorplanungen für das Mammutprojekt werden die Gemeinde die nächsten Jahre in Atem halten.

Mitarbeiter und Bürger in den Entstehungsprozess integrieren

Die Mitarbeiter der Gemeinde seien schon im Vorfeld der Beschlussfassung in einer Mitarbeiterversammlung über das Vorhaben informiert worden. „Wir wollten nicht, dass unsere Leute aus der Presse erfahren, dass wir ihren Arbeitsplatz abreißen“, berichtet der Bürgermeister.

In den nächsten Jahren müsse alles getan werden, um den Mitarbeitern einen zukunftsfähigen, sozialverträglichen und angenehmen Arbeitsplatz zu Verfügung zu stellen. Zwar könnten während der Bauphase bestimmt einige im Homeoffice arbeiten, aber eben nicht alle. Daher beginnen schon jetzt die Planungen, informiert Köck. Dabei werde auch auf alle in Frage kommenden Liegenschaften der Gemeinde zurückgegriffen. „Wenn wir 2024 mit dem Abriss beginnen muss alles schnell gehen.

Bürgerversammlung abgesagt

Neben den organisatorischen Aufgaben ist es dem CSU-Politiker ein besonderes Anliegen, wie Köck abschließend noch ausführte, dass alle Mitglieder der Gemeinde Rottach-Egern in den Entstehungsprozess des neuen Rathauses einbezogen werden. Für die nötige Partizipation sollte eigentlich eine Bürgerversammlung sorgen, diese musste jedoch aufgrund der aktuellen Corona-Lage abgesagt werden.


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