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„Disco-Bar“ in Rottach-Egern geschlossen

Rush: Hat sich’s ausgetanzt?

Von Inia Herrchen

Sorgenkind Rush-Bar – immer wieder gab es in den vergangenen Jahren Ärger wegen Lärms, oder der Konzession oder auch mal Schlägereien. Und auch jetzt steht man am Samstag Abend wieder vor verschlossenen Türen. Das endgültige Aus für eines der letzten Lokale für junge Leute im Tal?

Jetzt hat es sich endgültig ausgetanzt im Rush in Rottach-Egern
Jetzt hat es sich endgültig ausgetanzt im Rush in Rottach-Egern.

Die Rush-Bar kommt nicht aus den Schlagzeilen – die Story scheint unendlich. Schon im Sommer 2012 wurde darüber debattiert, ob es sich hier um eine Bar oder eine Diskothek handelt. Anfang Juli hatte das Landratsamt das Rush nach langem Hin und Her nicht als Bar, sondern als Diskothek eingestuft. Für den Betrieb als Disko fehlte den Machern jedoch die Genehmigung. Die wiederum bekommt man von den Behörden nur, wenn gewisse Auflagen erfüllt werden.

Eine Genehmigung als Club sei grundsätzlich möglich, wenn die Maßnahmen zum Lärmschutz umgesetzt würden, betonte aus dem Grund damals auch der Rottacher Geschäftsführer Josef Brummer. „Von baurechtlicher Seite her wäre das zulässig. Wir befinden uns hier in einem Mischgebiet. Es kommt allerdings darauf an, was der Vermieter und das Landratsamt sagen“, hieß es damals von Seiten des Bauamtes.

Doch das Lärmgutachten und die Betriebsbeschreibung, die im Juni beim Landratsamt Miesbach eingereicht wurden, ergaben, dass das „Rush“ als Diskothek ohne Erlaubnis betrieben wurde. Logische Folge: die Schließung.

Die unendliche Geschichte

Doch damit war immer noch kein Ende in Sicht. Schon im Oktober vergangenen Jahres wurde das Rush unter einem neuen Betreiber wieder eröffnet. Als Bar, so Betreiber Stefan Hufnagel, solle das „Rush“ betrieben werden. Damit gelten nach Aussagen aus dem Landratsamt enge Vorgaben hinsichtlich der Lärm-Grenzwerte. „Eine Disko war es ja eh nie“, meinte Hufnagel damals. Jedenfalls die dafür nötige Betriebserlaubnis hat es nie gegeben.

So weit, so gut – doch wie es scheint, hat der Betreiber nicht aus den Fehlern der Vorgänger gelernt. Weiterhin lief laute Musik und es wurde getanzt, was das Zeug hält. Jetzt wurde Hufnagel deshalb erneut vom Landratsamt Miesbach dazu aufgefordert, das Gewerbe abzumelden. Allem Anschein nach hat es sich jetzt also endgültig ausgetanzt.

Die Schotten sind dicht

Auf der Homepage gibt es keine offizielle Stellungnahme. Eine Erklärung? Fehlanzeige. Die letzte Veranstaltung wurde im Juli passend zum Seefest angekündigt. Rund um die Bar ist es ziemlich ruhig geworden. Auch der aktuelle Betreiber Stefan Hufnagel war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

„Ein Interesse am Lokal besteht. Ob sich neue Betreiber finden werden, bleibt offen“, erklärt Annemarie Hengler vom Gewerbe- und Sozialamt der Gemeinde Rottach-Egern. Das Landratsamt Miesbach bestätigt auf Nachfrage, dass die Rush-Bar erstmal geschlossen bleibt. Pressesprecher Gerhard Brandl erklärt:

Die Räumlichkeiten der Rush-Bar sind als Schankwirtschaft zu nutzen und nicht als Vergnügungsstätte.

Obwohl der Betreiber die gewünschten Lärmschutzmaßnahmen umgesetzt hatte,  wurde das Rush von den Besuchern und auch den Behörden nach wie vor eher als Diskothek und nicht als Bar eingestuft.


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