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Der ultimative Hüttentest

Teil 4: Satt und glücklich ins Tal

Von Rose Beyer

Vor einer Woche sind wir im dritten Teil unseres Hüttentests ein wenig im Sutten-Gebiet umhergewandert. Dabei testeten wir die Hafner Alm und im Anschluss gleich die Bäckeralm.

Heute dagegen geht es etwas weiter hoch. Und vor allem bei der ersten Wanderung brauchen Berggeher ein wenig Schwindelfreiheit. Denn das Ziel ist sozusagen der Adlerhorst unter den Hütten im Tal.

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Tegernseer Hütte

Unser drittes Ziel ist die 1.635 Meter hoch gelegene Tegernseer Hütte. Eingeklemmt zwischen Ross- und Buchstein, zählt sie zu den beliebtesten Tourenhütten für Münchner wie Einheimische – für Letztere allerdings am liebsten unter der Woche.

Urheber: Daniel Coral

Wir begeben uns vom See aus mit dem Auto in Richtung Süden. Hinter Bayerwald stellen wir es auf dem Parkplatz zur rechten Hand ab. Wir rechnen mit rund zweieinhalb Stunden Aufstieg, was sich später als richtig herausstellen wird. Nach ungefähr einer halben Stunde haben wir die Untere Sonnberg-Alm erreicht, nach einer weiteren Stunde die Sonnberg-Oberleger.

Da es an diesem Sonntagvormittag bereits an die 25 Grad heiß ist, trinken wir im Anstieg unheimlich viel Wasser. Der Weg ist steil, was uns aber schnell an Höhe gewinnen lässt. Der leichte, kurze Klettersteig, der jetzt folgt, ist ohne Klettersteigset begehbar, aber nur für Geübte zu empfehlen.

Übernachtungsmöglichkeit mit Ausblick

Nach unserer Einschätzung geht der Steig auch ohne Weiteres für berggeübte Kinder. Diese sollte man aber eventuell mit Steigset sichern. Da wir einen Hund dabei haben und Klettern deshalb ausscheidet, entscheiden wir uns für den nordseitig gelegenen sogenannten Altweibersteig. Nach mühsamen 45 Minuten kommen wir an der Tegernseer Hütte an.

Bei dem guten Wetter heute sind wir auf der urigen Alm nicht allein. Bis zu vierzig Personen können hier im Lager nächtigen. Zu essen gibt es vor allem traditionelle Hüttengerichte. Wir bestellen einen Wurstsalat und Wiener und genießen den Blick in die Berge. Das Personal ist höflich. Trotz der Tatsache, dass viel los ist, geht es in der Küche flott voran. Alles schmeckt so, wie es schmecken sollte, glänzt aber auch nicht durch übermäßige kulinarische Höchstleistungen.

Auf einer Geschmacksskala von 1 bis 6 würde wir eine 5 (also gut) vergeben. Frisch gestärkt machen wir uns auf zum Abstieg, der uns auf demselben Weg in ungefähr eineinhalb Stunden ins Tal führt.

Fazit

Das Wanderziel kann als atemberaubende Tour für geübte Bergsteigerfamilien bezeichnet werden. Für Kinder stellt der Weg eine gewisse Herausforderung dar, ist aber bei ausreichend vorhandener Zeit gut zu schaffen.

Der Auf- und Abstieg ist über unterschiedliche Wege möglich. Jedoch würden wir empfehlen, die Tour über den „Altweibersteg“ erst zu gehen, wenn der Steig ausgebessert wurde, da er sonst sehr beschwerlich zu gehen ist. Voraussichtlich soll das September so weit sein.

Die spektakuläre Lage der Hütte – wie in einer Art Adlerhorst –, umrahmt von steilen Felsen, ist einzigartig. Das Essen schmeckt anständig. Die Preise sind noch im Rahmen. Für Alpenvereinsmitglieder gibt es ein spezielles Bergsteigeressen und -getränk. Selbst mitgebrachte Speisen und Getränke dürfen ebenfalls verzehrt werden.

Das hat die Karte im Detail zu bieten:
– Pfannkuchensuppe 4,50 Euro
– Maultaschensuppe 5 Euro
– Wiener Würstl mit Kartoffelsalat 5 Euro
– Speckbrot 4,50 Euro
– Schweizer Wurstsalat 6 Euro
– Kasplatte 8 Euro
– Speckplatte 7,50 Euro
– Brotzeitplatte (auf Anfrage) 10 Euro
– Bunter Salatteller mit gebackenem Mozzarella 8,50 Euro
– 3 Spiegeleier mit Speck und Brot 7 Euro
– Geschmälzte Maultaschen mit Kartoffelsalat 7 Euro
– Leberkäs mit Ei und Bratkartoffeln 8,50 Euro
– Kässpatzn mit Salat 8,50 Euro
– Gebackener Emmentaler mit Bratkartoffeln und Preiselbeeren 10 Euro
– Schnitzel „Wiener Art“ mit Bratkartoffeln und Salat 12 Euro
– Bergsteigeressen (nur für AV-Mitglieder) 4,50 Euro
– Hausgemachter Kuchen 2,50 Euro

Öffnungszeiten:
2. Maiwochenende bis 1. Novemberwochenende den ganzen Tag geöffnet

Webseite der Tegernseer Hütte

Buchsteinhütte

Unser viertes Ziel ist die Buchsteinhütte. Wir stellen unser Auto am Parkplatz an der Klamm ab und besteigen die Forststraße, die uns in ungefähr eineinhalb Stunden die 450 Höhenmeter bis zum Ziel führen soll.

Der Aufstieg führt zuerst auf der breiten Schotterstraße in nördliche Richtung in das Schwarzenbachtal hinein. Nach ungefähr 400 Metern muss man sich entscheiden: Bleibt man rechter Hand, führt der – auch kinderwagentaugliche – Forstweg weiter kurz vor die Schwarzentenn-Alm, bei der man ungefähr die Hälfte der Wegstrecke hinter sich hat.

Kinderwagentauglich oder steil?

Wir entscheiden uns dieses Mal jedoch für den idyllischeren Pfad, der links über eine kleine Brücke führt. Immer am Bach entlang und an einem kleinen Wasserfall vorbei geht es mit nur geringer Steigung aufwärts, bis beide Wege nach 45 Minuten wieder zu einem werden. Nach diesem kurzen „Bergspaziergang“ ist man auf dem Platteau der 1.027 Meter hoch gelegenen Schwarztenn-Alm angelangt.

Nun führt uns das Schild noch weitere 45 Minuten linker Hand in Richtung Buchsteinhütte. Wieder hat man die Wahl zwischen – kinderwagentauglicher – Forststraße oder breitem, nicht übermäßigem Steig. Schließlich ist man auf 1.260 Meter bei zwei Hütten angelangt. Die eine der Hütten ist die private Vereinshütte des Buchsteinvereins, die nur den Mitgliedern und deren Freunden vorbehalten ist. Die andere ist die beliebte Ausflugsgaststätte, auf der man auch übernachten kann.

Die Wirtsleute – Gerhard und Ursula – scheinen laut Hüttenbuch sehr beliebt zu sein. „Lieber Gerhard, ois guade zum Geburtstag, dein Schweinsbraten ist eine Wucht!“ In dem Buch sind ausnahmslos positive Eintragungen zu verzeichnen. Die Hütte macht von außen – mit der geräumigen Sonnenterrasse – und innen mit den rund 30 Plätzen einen sehr gemütlichen Eindruck. Zwei Sennerinnen unterhalten sich gerade über ihre Arbeit, auch einige ältere Paare sind an diesem Vormittag zu Besuch. Aus dem Radio klingt Volksmusik.

Der Wirt zeigt sich den Gästen gegenüber auskunftsbereit: Hauptsächlich wird die Hütte mit Strom über die umweltfreundliche Wasserturbine versorgt, im Notfall springt ein Dieselaggregat ein. Der Holzofen sorgt für wohlige Wärme im Raum. Das scheint auch notwendig zu sein, denn die Hütte ist laut Hüttenbuch besonders beliebt im Winter. Viele Skifahrer sagen sich dann an. Auch Viktoria Rebensburg war schon zu Gast.

Preis-Leistungs-Verhältnis top

Bevor wir ein abschließendes Urteil fällen, wollen wir aber noch ein paar Gerichte bestellen. Wir nehmen die Schupfnudeln mit Kraut und den Schweinswürstlteller. Den – siehe Hüttenbuch – sehr beliebten Schweinsbraten und den Kaiserschmarrn gibt es heute (leider) nicht.

Nach wenigen Minuten steht das Essen auf dem Tisch. Zwei riesige Portionen wollen von uns vernichtet werden. Doch nach dem Aufstieg und der anstehenden Mittagszeit ist der Hunger groß. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist optimal. Und wir bleiben nicht nur satt, sondern auch hundertprozentig überzeugt zurück und sagen uns zum ersten Mal: Dies ist die wahrhaftige Tour mit dem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis und dem genau richtigen Körpereinsatz in Sachen Auf- und Abstieg.

Fazit

Ein mittel-anspruchsvolles Ziel für viele Wanderer. Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Speisen ist sehr gut. Die Hütte ist urig und gemütlich. Bergblick inklusive. Es gibt typische Hüttengerichte. Der einstündige Abstieg ist für jeden zu schaffen, auch für Eltern mit Kinderwagen oder Kraxe.

Das hat die Karte im Detail zu bieten:
– Pfannkuchensuppe 3 Euro
– Wiener Würstl mit Kartoffelsalat 3,50 Euro
– Debreziner mit Kraut oder Kartoffelsalat 4 Euro
– 2 Paar Schweinswürstl mit Kraut oder Kartoffelsalat 6,20 Euro
– Griebenschmalzbrot 3 Euro
– Frischkäsebrot mit Tomate 4 Euro
– Portion Obazda mit Brot 5 Euro
– Wurstsalat mit Brot 5,50 Euro
– Leberkäs mit Ei und Kartoffelsalat 6,20 Euro
– Milzwurst gebacken mit Kartoffelsalat 7,50 Euro
– Schupfnudeln mit Kraut 7,20 Euro
– Schnitzel mit Kartoffelsalat 9,50 Euro
– Fischfilet mit Bratkartoffeln 7,50 Euro
– Halbe Helles (Löwenbräu) 3,00 Euro

Öffnungszeiten:
ganzjährig bewirtschaftet. Montags ist Ruhetag

Webseite der Buchsteinhütte

Gesamtfazit

Nach den vier Touren müssen wir, wie auch schon beim letzten Mal, relativieren. Direkt vergleichbar sind die Hütten und die Auf- wie Abstiege nicht. Am besten ist es, sich vorher einfach zu überlegen, was einem wichtig ist:

Will man eine „kinderleichte“ Tour, wählt man die Hafner-Alm oder die Bäcker-Alm. Gerne auch wie bei uns beide hintereinander. Möchte man eine anspruchsvolle, längere Tour mit atemberaubenden Ausblicken, entscheidet man sich für die Tegernseer Hütte. Will man eine mittelschwere Tour mit „grünem Ambiente“, plant man die Buchsteinhütte für sich. Und muss es das alpine Gefühl sein, kommt man an der Tegernseer Hütte nicht vorbei.

So oder so wir wünschen bei allen acht Touren viel Spaß. Hier noch mal zum Nachlesen die drei weiteren Artikel zu den Hüttentests:
Teil 1: Satt und glücklich ins Tal
Teil 2: Satt und glücklich ins Tal
Teil 3: Satt und glücklich ins Tal

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