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Der ultimative Hüttentest - sechster und letzter Teil inklusive Gesamtfazit

Satt und glücklich ins Tal

Von Rose Beyer

Vor zwei Wochen sind wir im fünften Teil unseres Hüttentests hoch auf die Aueralm und zur Neureuth gewandert. In dieser Woche geht es nicht ganz so weit hinauf – beide Ziele könnte man sogar motorisiert erreichen. Auch wenn das bei der einen Hütte „nur“ mit einem kleinen Zug möglich ist.

Also, auf zum letzten Test. Und für diejenigen, die die zwölf Hütten aus unseren insgesamt sechs Tests noch in diesem Jahr abwandern möchten: Es stehen sicher noch einige schöne Tage dieses Herbstes an. Doch auch die nicht so schönen kann man ohne Probleme nutzen. Und einige Hütten – so wie die Wallbergmoosalm im heutigen Artikel – haben auch einen großen Reiz im Schnee.

Bauer in der Au (Bild ganz oben)

Unser erstes Ziel ist eines der „Wohnzimmer der Münchner“, das laut Meinung vieler im Tal aber auch bei Einheimischen nicht unbeliebt ist. Einerseits interessiert uns, ob dies wirklich so ist. Andererseits wollen wir auch einem Gerücht nachgehen – Schulklassen seien hier nicht so gern gesehen, hieß es neulich. Das wollen wir genau wissen.

Den Aufstieg begehen wir über die Söllbachtalstraße. Nachdem die 2 Euro am Parkplatz der Bucherbauern bezahlt sind und wir den Blick hinab zum See genossen haben, geht es hinauf die zuerst ein wenig steil ansteigende Bergstraße.

Dann jedoch wird die Steigung moderat und es wandert sich recht leicht den abwechslungsreichen Weg entlang. Auch mit Kind und Kegel ist der Berggasthof in den angegebenen 50 Minuten ohne große Anstrengung zu erreichen.

Obwohl die Bedienung anfangs – zeitlich gesehen – ein wenig „zurückhaltend“ ist, serviert sie uns in relativ schneller Zeit die bestellten Getränke. Die im Tal kursierenden Gerüchte, Kinder seien hier ungern gesehen, können wir nicht bestätigen. Auch als alle gemeinsam relativ laut lärmend zur Toilette stürmen, regt sich niemand auf.

Gute Brotzeit

Leider sind wir mit 10 Uhr vormittags sehr früh dran, so dass wir nur eine Brotzeit bekommen und kein „richtiges“ Essen. Warme Küche gäbe es erst ab 11 Uhr, sagt uns die Bedienung.

Wir entscheiden uns für einen Obazden und ein Schmalzbrot. Beides schmeckt hervorragend. Auch das Brot ist sehr frisch. Ebenso können wir an der Portionsgröße nichts aussetzen. Die Auswahl auf der Karte ist abwechslungsreich. Der Biergarten draußen bietet sehr viel Platz für Besucher. Wenn das Wetter mal nicht mitspielt, hat man in der gemütlichen Hütte die Gelegenheit, regelrecht zu „versumpfen“.

Frisch gestärkt und guter Dinge machen wir uns an den Abstieg. Dieses Mal wählen wir die alternative Route über die Söllbachklause. Der Weg ist im Gegensatz zur Aufstiegsvariante abwechslungsreicher, da die Forststasse immer am Bach entlang führt. Dafür ist die Strecke durchwegs im Schatten.

Sie scheint jedoch bei den Leuten wesentlich beliebter zu sein als die Aufstiegsvariante, da uns jede Menge Spaziergänger begegnen. Nach knapp vierzig Minuten sind wir wieder am Auto angelangt.

Fazit

Das Wanderziel kann ausdrücklich als familienfreundlich bezeichnet werden. Eine Route für Leute, die mit Kind und Kegel einen gemütlichen „Berg-Spaziergang“ machen wollen und sich nicht groß anstrengen möchten.

Wer gehbehindert ist oder keine Lust hat zu gehen, kann sich vom „Bergzügerl“ hinaufkutschieren lassen.

Wer sich im Anschluß weiter anstrengen möchte, hat vom Berggasthaus aus die Möglichkeit, den Hirschberg oder den Kampen zu besteigen.

Einziger Wermutstropfen am Bauer in der Au: Man ist hier nicht allein, denn die Gaststätte wird sehr gut angenommen. Die Preise bewegen sich im normalen Bereich. Und auch geschmacklich kann man nicht meckern.

Die Tagesschmankerl:
Rotbarschfilet gebacken mit hausgemachtem Kartoffel-Gurkensalat 8,90 Euro
Tölzer Flößer-Braten mit hausgemachtem Kartoffel-Gurkensalat 9,80 Euro
Kandlinger’s Zwetschgendatschi 2,90 Euro

Das hat die Karte im Detail zu bieten:
2 Stück Weißwürst mit Breze 5,40 Euro
2 Paar Wiener mit Brot 5,40 Euro
2 Stück Bierwürstl mit Kartoffel-Gurkensalat 7,50 Euro
6 Stück Rostbratwürstl auf Sauerkraut 7,50 Euro
Kartoffelsuppe mit Speck und Würstl 4,90 Euro
Ofenfrischer Leberkäse 4,70 Euro
Schweinsbraten mit Dunkelbiersoße, Knödel und Speck-Krautsalat 9,80 Euro
Schnitzel „Wiener Art“ mit Röstkartoffeln 8,90 Euro
Käsespätzle mit Röstzwiebeln und kleinem Blattsalat 7,90 Euro
Reiberdatschi mit Apfelmus 6,90 Euro
Reiberdatschi mit Räucherlachs und Sahnekren 8,90 Euro
Griebenschmalzbrot mit roten Zwiebeln garniert 2,90 Euro
Wurstsalat mit roten Zwiebeln und Brot 6,30 Euro
Brotzeitplatte mit Brot 9,80 Euro
Käsebrett mit 3 verschiedenen Käsesorten, dazu Brot und Butter 7,90 Euro
Kartoffelknödel oder Spätzle mit Soß‘ 3,00 Euro
Apfelstrudel mit Vanillesoße 4,90 Euro
Kuchenauswahl ab 2,70 Euro das Stück

Tegernseer Land Heumilch 0,3 Liter: 2,10 Euro (vom Webermo-Hof)
Tegernseer Land Fruchtjoghurt 0,3 Liter: 3,20 Euro
Halbe Helles (Tegernseer) 3,30 Euro

Öffnungszeiten: Täglich von 9.30 bis 17 Uhr

Berggaststätte „Wallbergmoos“

Unser zweites Ziel ist eine ähnlich beliebte Hütte wie der Bauer in der Au. Die gemütliche Berggaststätte „Wallbergmoos“ in 1.117 Metern Höhe wurde bereits früher von Promis wie Roy Black, Uschi Glas und Peter Weck besucht. Und auch wir wollen uns im Hüttenbuch verewigen. Natürlich anonym 😉

Ob die VIPs wohl zu Fuß gegangen waren? Oder sich die bequeme Wallberg-Autostraße haben heraufkutschieren lassen, die direkt vor der Hütte im sogenannten „Scharlinger Moos“ endet? Wir sparen uns die 4 Euro Mautgebühr für die Straße, tun was für unsere Fitness und gehen zu Fuß.

Vom Parkplatz bei der Wallbergbahn-Talstation wandern wir über einen breiten Forstweg in den Bergwald hinein. Wir überqueren die Skipiste und gelangen nach rund zwanzig Minuten an einen Abzweig. Hier verjüngt sich der Weg in zwei schmalere Wege. Man könnte links abbiegen und über den zu Beginn steileren Sommerweg direkt Richtung Bergstation und zum Wallberg-Gipfel aufsteigen.

Wir wählen jedoch den Weg nach rechts, der über den etwas längeren Winterweg zur Wallbergmoosalm und wenn man möchte weiter zum Gipfel führt. Nach einer weiteren halben Stunde über den mäßig steilen, aber gerade bei nasser Witterung – bedingt durch große Steine – etwas glitschigen Weg erreichen wir die Wallbergmoosalm. Heute ist es neblig. Normalerweise bietet der Weg aber berauschende Ausblicke auf den See.

Brotzeitplatte zum satt werden

Wir haben jetzt jedoch nur noch Augen für die Speisekarte. Bereits vor der Hütte loben kreidebeschriebene Tafeln die „Tagesschmankerl“ aus. In der gemütlichen Hütte werden wir prompt bedient. Trotz des Regenwetters ist sie gut gefüllt. Zählt sie doch zu den beliebtesten Hütten im Tal.

Nach wenigen Minuten stehen die Getränke auf dem Tisch. Die Wallbergmoos-Brotzeitplatte kommt auch zügig. Eine kleine Familie wird damit gut satt. Auch optisch und geschmacklich hat uns die Platte überzeugt. Für den Abstieg gibt es zwei Varianten. Entweder man geht wieder denselben Weg hinunter. Wer noch länger unterwegs sein möchte, wählt den Abstieg über die Freisinger Hütte.

Fazit

Das Wanderziel kann man als familienfreundlich bezeichnen. Auch kleinere Kinder können die Route gut schaffen. Allerdings ist der zweite Teil ab dem Abzweig für einen Kinderwagen nicht mehr guten Gewissens zu empfehlen. Mit einer Kraxe sollte es kein Problem sein. Der große Vorteil: Die Route ist grundsätzlich ganzjahrestauglich. Und so auch geeignet für Wanderer, die eine leichtere Tour für die ganze Famlie suchen.

Wer noch nicht genug hat, dem bleibt auch noch die Möglichkeit, weiter zum Wallberg-Gipfel aufzusteigen. Wer Ruhe sucht, sollte sich jedoch für einen anderen Berg entscheiden.

Die Preise auf der Hütte bewegen sich im eher oberen Bereich. Service und Geschmack sind überzeugend.

Die Tagesschmankerl:
Kürbiscremesuppe mit Brot 4,40 Euro
Blut- und Leberwurst mit Kraut und Reiberdatschi 8,90 Euro
Angebratener Leberkäse mit Brot, Kartoffel und Ei 8,90 Euro
Kas- und Spinatknödel in brauner Butter mit Parmesan und Salat 8,90 Euro
Käsespätzle mit Salat 8,90 Euro
Kaiserschmarrn mit Rosinen, Apfelmus und Zwetschgenröster 9,60 Euro

Das hat die Karte im Detail zu bieten:
1 Paar Wiener mit Brot 3,50 Euro
2 Paar Wiener mit Brot 6,20 Euro
1 Paar Debreciner mit Brot 3,60 Euro
2 Paar Debreciner mit Brot 6,80 Euro
Reiberdatschi mit Apfelkompott 6,80 Euro (Kinderportion 4,50 Euro)
Wurstsalat mit Brot 7,10 Euro
Schweizer Wurstsalat mit Brot 7,90 Euro
Wallbergmoos Brotzeitbrettl mit Brot und Butter 9,80 Euro
Speckplatte mit Brot und Butter 9,80 Euro
Griebenschmalzbrot 4,90 Euro
Tegernseer Land Kasbrettl mit Brot und Butter 9,50 Euro
Tegernseer Land Käsebrot 4,90 Euro
Halbe Helles (Tegernseer) 3,20 Euro

Öffnungszeiten:
In den Sommermonaten montags, mittwoch bis sonntags von 10 Uhr bis 18 Uhr.
In den Wintermonaten montags, mittwochs bis sonntags von 10 Uhr bis 17 Uhr.
Dienstags Ruhetag

Gesamtfazit

Nach insgesamt zwölf Touren müssen wir, wie kann es bei der Vielfalt der Eindrücke anders sein, relativieren. Denn direkt vergleichbar sind die Hütten und die Auf- wie Abstiege nicht. Am besten ist es, sich vorher einfach zu überlegen, was einem wichtig ist:

Will man eine „kinderleichte“ Tour, wählt man die Hafner-Alm oder den Bauer in der Au. Wer im Sommer mit dem Auto anfahren möchte, und Maut bezahlt, geht hoch auf die Wallbergmoosalm.

Möchte man dagegen eine anspruchsvolle, längere Tour mit atemberaubenden Ausblicken, entscheidet man sich beispielsweise für die Tegernseer Hütte. Will man eine mittelschwere Tour mit „grünem Ambiente“, plant man die Buchsteinhütte für sich.

So oder so wir wünschen bei allen zwölf Touren viel Spaß. Hier noch mal zum Nachlesen die fünf weiteren Artikel zu den Hüttentests:
Teil 1: Satt und glücklich ins Tal
Teil 2: Satt und glücklich ins Tal
Teil 3: Satt und glücklich ins Tal
Teil 4: Satt und glücklich ins Tal
Teil 5: Satt und glücklich ins Tal

Und immer daran denken, unsere Besuche in diesem Jahr zeigen nur eine Momentaufnahme der Leistungen und des Ambientes. Durch einen Pächterwechsel oder beispielsweise eine Neuausrichtung kann sich der Eindruck auf den Hütten auch schnell mal ändern.


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