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Nach anonymer Protestaktion am Rottacher Birkenmoos

Anti-Asyl-Schild weg, Sorgen bleiben

Von Laura Urban

Mit einem Schild wollten Asylgegner in Rottach-Egern klar machen, dass sie die geplante Traglufthalle für rund 120 Asylbewerber nicht hinnehmen werden. Nach dem gestrigen Bericht der TS schlug das Thema hohe Wellen, besonders unter den Anwohnern. Jetzt ist das Schild weg.

An dieser Stelle nahe des Birkenmoosplatzes wird die Traglufthalle erreichtet.
An dieser Stelle nahe des Birkenmoosplatzes wird die Traglufthalle errichtet.

Wie gestern exklusiv berichtet, haben Asylgegner an der Zufahrt zur geplanten Asylunterkunft in Rottach-Egern ein Anti-Asyl-Schild aufgestellt. „Nein zum Heim“ konnte man in Großbuchstaben deutlich lesen.

Der Artikel sorgte innerhalb kürzester Zeit für Aufsehen und für Kommentare unter den Artikel auf der TS sowie in Facebook. „Dieses Schild bekommt ein klares: Gefällt mir!!!“, schreibt Leser „Herbstmann“. Claudia Wolf dagegen schreibt: „Wofür steht das „C“ nochmal in der Lieblingspartei? Ich bin keine Rottacherin, aber dieses Schild ist ein Grund zum Fremdschämen!“.

Mittlerweile ist das Schild wieder weg. Wer es abgenommen hat, ist aktuell noch unklar. Die Gemeinde jedenfalls hatte weder mit dem Aufstellen noch mit dem Verschwinden etwas zu tun. Die Wiese ist Privatgrund.

Thema polarisiert in der Nachbarschaft

Unter den Anwohnern hat die Aktion jedenfalls für Aufsehen erregt. Und es zeigt sich, das Thema Traglufthalle für Asylbewerber polarisiert. „Ja, ich habe das Schild bereits gesehen und war sehr überrascht. Das bringt doch so nichts“, so eine Anwohnerin, die anonym bleiben möchte. Dennoch ist sie davon überzeugt, dass die geplante Flüchtlingsunterkunft in Rottach mehr Schaden als Nutzen bringt:

Denen wird irgendwann langweilig und dann könnte es Probleme geben.

Mit ihren Sorgen steht die Frau nicht alleine da. Auch Matthias Bruckmeier hält die geplante Asylunterkunft für eine „Zumutung“. „Das ist direkt in unserer Nachbarschaft. Außerdem ist dort viel zu wenig Platz für so viele Menschen. Man kann es nicht verhindern, aber ich heiße es nicht gut“, so Bruckmeiers Meinung.

„Man sollte keine Hetze betreiben“

Allerdings gibt es auch viele Stimmen, die die Protestaktion kritisch sehen. Lorenz Erlacher hält solche Schilder für unnötig. „Man sollte keine Hetze betreiben. Das ist der falsche Weg“. Man müsse einfach akzeptieren, dass Asylbewerber untergebracht werden müssen. Auch in einem Tourismus-Ort wie Rottach-Egern. Er habe damit kein Problem, macht Erlacher deutlich.

„Man hätte schon viel früher handeln müssen. Nicht erst in Deutschland. Ich möchte derzeit wirklich kein Politiker sein“, erklärt auch Elisabeth Reiffenstuel aus Rottach-Egern. Sie habe kein Problem mit Flüchtlingen, nur wenn diese aus Langeweile Alkohol trinken.

Direkt an der Valepper Straße stand dieses Schild. Inzwischen wurde es entfernt.
Direkt an der Valepper Straße sorgte dieses Schild für Aufsehen. Mittlerweile wurde es entfernt.

Klare Worte findet auch ein weiterer „Betroffener“. Er habe beruflich mit Asylbewerbern zu tun und stellt laut eigener Aussage eine Art Bindeglied zwischen Helferkreis und Flüchtlingen dar. „Ich habe gute Erfahrungen mit den jungen Männern gemacht. Ich habe da Null Probleme“. Die Tal-Gemeinden müssten nun einmal alle mitarbeiten. Rottach könne sich da nicht raushalten.

Viele der befragten Anwohner, die die Prostestaktion teilweise noch gar nicht persönlich gesehen hatten, zeigten sich negativ überrascht. So etwas wolle man eigentlich nicht in seiner unmittelbaren Nachbarschaft. Die Flüchtlinge könnten schließlich wenig dafür, wo sie untergebracht werden sollen.

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