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Foiling im Tal: Wiesseer Sailing Center will Segelsport etablieren

Mit Vollspeed über den Tegernsee

Von Laetitia Schwende

Foiling – mit Speed über’s Wasser gleiten. Noch nie gehört? Das könnte sich bald ändern. Denn der Surfsport wird auch am Tegernsee beliebter. Ein Experte erklärt, was es damit auf sich hat und warum gerade der Tegernsee fürs Surfen so gut geeignet ist. Außerdem gibt’s für alle Wassersportler am kommenden Samstag ein besonderes Angebot.

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Foiling. Ein Wort, das wohl die Wenigsten mit Sport oder gar Wassersport in Verbindung bringen. Dabei wird das sogenannte Foilen, sprich das Surfen oder Segeln auf Tragflügeln, die das Board oder Boot aus dem Wasser heben, immer beliebter. Diese Art des Surfens ermöglicht aufgrund von verringertem Wasserwiderstand und Reibung hohe Geschwindigkeiten – selbst bei wenig Wind. Am Tegernsee hat sich das Foilen zwar schon länger etabliert, war aber bisher eher den fortgeschrittenen Wassersportlern vorbehalten.

Das will der Inhaber des Wiesseer Sailing Centers Stephan Eder mit seinem Angebot ändern. In seiner Surf- und Segelschule bietet er Kurse in allen drei Disziplinen des Foilens an. Surfbrett, Wingboard oder Katamaran Foiling. Mit dieser Kombination habe das Sailing Center ein Alleinstellungsmerkmal im gesamten süddeutschen Raum, so Eder.

Doch worin besteht der Unterschied bei den drei Foiling-Disziplinen? Bei normalen Surfboards wird der Unterwassertragflügel unter dem Brett montiert und schon kann es mit dem restlichen Windsurf Equipment (Mast und Segel) losgehen. Besonders frei wird es beim Wingboard. Auch hier wird das Foil unter dem Board angebracht. Anstatt eines normalen Segels kommt nun allerdings ein sogenanntes Freewing zum Einsatz. Ein aufblasbares Segel, das der Fahrer selbstständig über dem Kopf hält.

li.: Am Board wird das Foil anstelle der Finne angebracht. / re.: Stephan Eder zeigt, wie man das Segel beim Freewingsurfen hält.

Wer ein größeres Kaliber fahren möchte, kann sich am Katamaran Foiling versuchen. Auch der hebt sich mit den Unterwassertragflügeln aus dem Wasser und hat dabei sogar einen selbstregulierenden Mechanismus, der kontrolliert, wie weit das Foil aus dem Wasser ragt. Für all das ist normalerweise viel Erfahrung und spezielles, oftmals teures Equipment nötig.

Den Surfsport im Tal wieder zu beleben ist “eine Herzensangelegenheit”

Eder hat in seiner Surfschule zwei Ambitionen. Erstens möchte er allen Zugang zum „Gleiten über das Wasser“ ermöglichen. Deshalb bietet er mit seinem Material, das sich gut für Anfänger oder moderat Fortgeschrittene eignet, Kurse und Fahrten an, in denen die Besucher die Kontrolle über das Foil erlernen. Zweitens ist es ihm „eine Herzensangelegenheit“, den Surfsport im Tal wieder zu beleben.

Auch für den Betreiber selbst ist das Ganze von großem Nutzen. Denn ab einem bestimmten Level, meint Eder, lohne es sich für fortgeschrittene Surfer, nur bei höheren Windstärken aufs Wasser zu gehen, um mit einem normalen Surfboard und Finne ins Gleiten zu kommen. Diese Bedingungen sind am Tegernseer jedoch nicht allzu oft zu finden.

Ab 2024 wird Foiling zur olympischen Disziplin

Hier kommt der größte Vorteil am Foilen zum Tragen: Bereits wenig Wind ist ausreichend, um in das ersehnte „Gleiten“ zu kommen und mit hohen Geschwindigkeiten übers Wasser zu rauschen. Perfekt also, um auch am Tegernsee zufriedenstellende Surfsessions einlegen zu können. „Das ist super“, freut sich Eder, “ich kann so in meiner Heimat am See richtig gut surfen.“ Zufrieden beobachtete Eder auch die letzten Entwicklungen: Ab dem Jahr 2024 wird das Foilen sogar als Disziplin bei den Olympischen Spielen vertreten sein.

Der Surfsport ist wieder brutal im Kommen.

Besonders Kinder und Familien entdecken den Wassersport vermehrt für sich. Das passt gut, denn ganz allgemein sei der Tegernsee „ideal, um Surfen zu lernen“. In der Bucht an der Wiesseer Seepromenade seien die Windbedingungen sehr gut, um die Basics zu trainieren, man kann „relativ lang im Wasser stehen“ und aufgrund der Lage „kann auch niemand verloren gehen“.

Eder selbst hat mit 14 Jahren angefangen, zu surfen und ist dem Sport nach seinem Abschluss als Wirtschaftsingenieur treu geblieben. 2009 hat er das Sailing Center in Bad Wiessee eröffnet, zunächst nur als Segelschule, die dann aber „viel Zuspruch erhielt und schnell gewachsen ist“. Heute biete er vom Segeln über’s Surfen und Foilen bis hin zum Kayaking und Ausflugsfahrten auf fast historischen Booten alles an.

Immer die modernste Ausstattung bieten zu können, sei Eder laut eigener Aussage dabei sehr wichtig. Deshalb seien die meisten Ausrüstungsgegenstände maximal zwei Jahre alt. Jede Saison kommen neue Produkte und die alten werden abverkauft. So auch diesen Samstag, den 5. September. Eder nennt es einen regelrechten „Wassersport Bazar“. Alle Interessierten können die Ausstattung der Saison 2020, wie etwa SUPs, Windwurf- und Foil-Equipment sowie Jollen und Katamarane, direkt beim Sailing Center erwerben. Los geht’s am 5.9.2020 um 10.00 Uhr.


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