Schon mal einen Christbaum gemietet? – Tegernseerstimme

Woher die Tanne im Tegernseer Tal heuer kommt

Schon mal einen Christbaum gemietet?

Heilig Abend ohne einen Weihnachtsbaum? Für viele Menschen kaum denkbar. Mittlerweile gibt es aber auch viele andere umweltfreundliche Alternativen. Frei nach dem Motto: Kaufst du noch, oder mietest du schon?

Rund um den See werden derzeit wieder Christbäume verkauft. / Quelle: Archiv

Vor einigen Jahren war es der Trend schlechthin: Plastikbäume. Tannen fällen ist schlecht für die Co2 Bilanz und die Artenvielfal. Von giftigen Pestiziden ist außerdem auch keine Spur. Doch zu keiner Zeit war das Thema Plastik und Plastikvermeidung so im Fokus der Gesellschaft, wie heute. Und damit war’s das dann wohl für die Alternative aus Plastik.

Auch Manfred Burger, Kreisgruppenvorsitzender des Bund Naturschutz in Miesbach, empfindet Plastiktannen als Unfug. Am sinnvollsten sei es, möglichst lokal einen Weihnachtsbaum zu kaufen. „Nicht den größten, tollsten, stärksten. Einfach ein kleiner Baum ist völlig ausreichend“, findet Burger. Also auch weg von großen Filialen und Ketten. Stattdessen beim Nachbarbauern eine frisch geschlagene Tanne kaufen, auf dem Volksfestplatz in Gmund suchen oder zu anderen regionalen Anbietern seines Vertrauens gehen. Die Gärtnerei Klemt in Rottach-Egern bietet Christbäume aus der eigenen Baumschule schon ab 15 Euro an. Je nach Größe und Schönheit steigt der Preis bis zu 125 Euro. Da die Bäume sehr kurzfristig gefällt werden, könne man hier immer einen frischen Baum erwarten, so die Betreiber.

Christbaum im Topf

Eine noch nicht allzu verbreitete Alternative in Deutschland ist der Weihnachtsbaum im Topf. Verschiedene Websiten bieten an, eine lebende Tanne im Topf zu liefern. Anbauflächen für Weihnachtsbaumkulturen sollen eingespart werden. Deshalb werden die Tannen in einen Topf gepflanzt, um sie nach der Weihnachtszeit nicht einfach wegzuschmeißen, sondern sie zu pflegen und zum nächsten Fest wieder zu schmücken.

Das ist auch das Konzept der Weihnachtsbaumfreunde: ab 25 Euro kann man dort Tannenbäume bestellen, um sie zu kaufen oder zu mieten. Zwar ist das Mieten teurer, so hat man allerdings die Möglichkeit, den Baum nach zwei Monaten wieder zurückzusenden. Vor allem für Leute mit einem grünen Daumen könnte das eine erwägenswerte Option sein, denn: es ist eine lebende Pflanze, um die sich gut gekümmert werden muss. Besonders auf die richtige Bewässerung und Temperatur sollte Rücksicht genommen werden. Genauere Informationen findet man dazu auch auf den jeweiligen Internetseiten der Anbieter.

Selbst ist die Oberländlerin

Die Variante mit dem wohl kleinsten ökologischen Fußabdruck ist das eigenmächtige Fällen von der Tanne, die man sich ins Wohnzimmer stellen will. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch einfach und lokal. Am 14. und 15. treffen sich in Holzkirchen alle, die ihren Christbaum selbst absägen wollen. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Horthof in der Roggersdorfer Straße 117. Schon ab 15 Euro kann man seine Traumtanne finden und entweder mit einer selbst mitgebrachten oder einer vom Event gestellten Säge abholzen.

Christbaum-Schlagen in Holzkirchen im Jahr 2016 / Quelle: Bund Naturschutz Miesbach

Organisiert wird diese Aktion von Martin Sappl und Roya Kornfeld, gemeinsam mit Fred Langer vom Bund Naturschutz Holzkirchen. Am 14. Dezember gibt es zusätzlich während dem gemeinsamen Fällen auch eine Geschichte vom Förster Robert Wiechmann im Wald. Und danach eine kleine Weihnachtsfeier mit Lagerfeuer, Essen und Getränken. Einzige Voraussetzung: eine Voranmeldung auf der offiziellen Webseite zum Christbaum selber Schlagen. Obwohl der Anmeldeschluss am 11. Dezember war, ist es laut Sappl ausnahmsweise noch möglich, sich für dieses Jahr einzuschreiben. Übrigens: Weil der Biolandhof ab 2020 übergeben wird, ist das Event womöglich dieses Jahr das letzte Mal in dieser Form möglich.

Keine Tanne als Option?

Wieso überhaupt ein Weihnachtsbaum? „Zur Geburt Jesu hat es bestimmt keinen Christbaum gegeben“, meint Manfred Burger lachend, der selber mit seiner Familie schon oft auf einen Tannenbaum verzichtet hat. So spart man sich auf jeden Fall Zeit, Geld und Mühe. Und Geschenke liegen hoffentlich auch auf dem Wohnzimmerboden, wenn keine Tanne darüber steht.


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