Schule im Tal: Das sind die Köpfe dahinter

Von Redaktion

Weil das Thema Schule, bzw. Neubau der Schule in Gmund momentan zu ziemlichen Streitigkeiten und teilweise sogar Anfeindungen unter den Gemeinderäten im Tal geführt hat, haben wir uns die Akteure zu dem Thema einmal etwas genauer angeschaut und versucht, die Schlüsselfiguren mit ihren jeweiligen Standpunkten darzustellen. Die Übersicht wird ständig aktualisiert und sich mit der Zeit vielleicht um weiter Köpfe und Institutionen erweitern. Anfangen wollen wir mit den beteiligten Bürgermeistern:

Georg von Preysing (CSU), Gmunder Bürgermeister:

Georg von Preysing ist in der Schuldebatte quasi der Hardliner. Der geplante Schulneubau für das Tal soll nach Gmund und das will Georg von Preysing auch um jeden Preis so haben. Dafür schreckt er auch vor verbalen Attacken nicht zurück: „Die schauen nur nach ihren Wählerstimmen. Wenn es um unsere Kinder geht, ist denen alles egal.” So kommentierte Georg von Preysing den Vorstoß eines Wiesseer Gemeinderates, den Neubau in Gmund noch einmal zu überdenken. Seine Meinung ist klar: Die Schule muss nach Gmund. Zur Not ist er auch bereit aus dem Tal-Schulverband auszusteigen und eine neue Allianz mit Waakirchen zu schleßen.

Peter Janssen (BürgerListe), Tegernseer Bürgermeister:

Peter Janssen und sein Tegernseer Stadtrat sind Befürworter der Lösung „Schulneubau in Gmund“. Gemeinsam mit Gmund und Waakirchen haben sie von Anfang an für eine Kooperation aus Haupt- und Realschule in Gmund gestimmt. Janssen selbst sagte erst kürzlich zur Tegernseer Zeitung: „Rottach steuert nun auf eine Dorfschule zu“ und er hoffe, dass die betroffenen Gemeinderäte neu überlegen und ihre Entscheidungen in Sachen Schule noch einmal überprüfen. Für Tegernsee ist die Sache aber auch relativ einfach: Die Fahrwege zwischen Hauptschule in Gmund oder in Rottach schenken sich nicht viel.

Josef Bierschneider (CSU), Kreuther Bürgermeister:

Josef Bierschneider ist eine gewisse Unbekannte in dem Spiel. Sein Gemeinderat hat gegen den Schulneubau in Gmund gestimmt und Bierschneiders persönliche Meinung wird nicht wirklich publik. Viele Kreuther haben zum einen Angst um die Grundschule und das diese verschwindet, wenn die Hauptschule nicht mehr in Rottach ist. Zum Anderen scheuen wahrscheinlich viel den längeren Fahrtweg zu einer Hauptschule in Gmund. Mit der Lösung Realschule in Bad Wiessee und Hauptschule in Rottach könne man in Kreuth wahrscheinlich ganz gut leben. Wenn man es nicht sogar für die persönlich beste Lösung hält.

Franz Hafner (FWG), Rottacher Bürgermeister:

Franz Hafner steht irgendwo zwischen Opfer und Befürworter einer gemeinsamen Talschule. Er selbst wünscht sich die Schule „zum Wohle der Kinder“, sein Gemeinderat aber hat ihn bei der Abstimung im Stich gelassen und sich gegen den Neubau in Gmund ausgesprochen. Hafner selbst hält allerdings weiter an den Plänen fest und schließt auch einen Verbund mit der Waakirchener Hauptschule nicht aus. Von dem Streit im Tal hält er wenig: „Ich find’s aber auch nicht richtig, wenn man sich auf dieses Niveau der gegenseitigen Unterhaltung begibt. Dass man da öffentlich in Sitzungen aufeinander losgeht. Das halte ich nicht für richtig.“ Das war Franz Hafners Kommentar zu einem Gemeinderat, der sich bitterböse über Georg von Preysings Angriffe wehrte.

Peter Höß (FWG/ Wiesseer Block), Bad Wiesseer Bürgermeister:

Peter Höß und der Wiesseer Gemeinderat haben die neu entstehende Debatte mehr oder weniger angezettelt. Die Realschule in Bad Wiessee hat unerwarteten Zuspruch bekommen und die Schülerzahlen steigen stark. Jetzt wittert man die Chance, den Schulstandort dauerhaft nach Wiessee holen zu können und ein Gemeinderat hat auch die erneute Prüfung des Standortes angeregt. Die Erweiterungs-Container sind in den Augen einiger Wiesseer Gemeinderäte wohl erst der Anfang. Gegen den Schulneubau in Gmund hat der Wiesseer Gemeinderat sowieso von Anfang an gestimmt – ist auch nur zu verständlich, wenn die Schule bisher im eigenen Ort ist und man die Chance wittert, dass das auch so bleiben könnte.

Josef Hartl (FWG), Waakirchner Bügermeister:

Josef Hartl und der Waakirchner Gemeinderat sind eine extrem wichtige Komponente in dem ganzen Gebilde: Ohne Waakirchen erreicht das Tegernseer Tal die nötigen Schülerzahlen nicht. In Waakirchen macht man es sich deshalb relativ einfach: Von Anfang an hat man klargemacht, dass man erst zustimmen wird, wenn sich die Talgemeinden einig sind. Seit das nicht der Fall ist, wird auch in Einzelgesprächen verhandelt – Schulbau mit Gmund, Hauptschulverbund mit Rottach, oder man bleibt eben alleine. Waakirchen hat den wenigsten Druck in der Geschichte. Falls alles nichts wird, fährt man mit der BOB eben in die andere Richtung und geht in Holzkirchen zur Schule.

Das Kultusministerium

Das Kultusministerium hat in Sachen Schule immer das letzte Wort. Ganz egal, was die Bürgermeister im Tal wollen, streiten, fordern – ohne Segen von Oben geht leider gar nichts. Die Wankelmütigkeit des Ministeriums hat im Tal in der letzten Zeit darum auch für einigen Verdruss gesorgt: Eine klare Linie ist vom Ministerium leider nicht zu erkennen. Dort werden mit der Mittelschule neue Konzepte aus dem Boden gestampft und einige Wochen später sieht alles wieder ganz anders aus. Was aber bestimmt auch im Kultusministerium nicht gerne gesehen wird, ist die Unentschlossenheit, die unter den Gemeinden im Tal herrscht. Das sorgt an oberster Stelle bestimmt nicht für eine gleichbleibende Linie.

Das Landratsamt Miesbach

Das Landratsamt Miesbach ist in Sachen Schule im Tal der Sugar-Daddy – ohne das Geld aus dem Landkreis kann überhaupt nichts in Richtung Schule getan werden: Keine Container in Wiessee, keine Realschule in Gmund und keine Renovierung in Rottach. Alle Pläne hängen am Tropf des Landkreises. Dort hatte man bisher den Plan Schulneubau in Gmund unterstützt und will das auch weiterhin tun. In der letzten öffentlichen Stellungnahme heißt es dazu: „Insoweit wird also der Beschluss vollzogen und die Vorbereitungen laufen, um weiterhin einen schnellstmöglichen Schulstart in Gmund zu garantieren. Leider hat der Landkreis aber keinen Einfluss auf immer wieder aufkeimende, öffentlich gemachte Diskussionsvorschläge hinsichtlich ins Gespräch gebrachter Alternativen“.


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