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Wie man Einbrecher vom eigenen Haus fernhält

Schutz vor dem Trauma

Von Birgit Eichhorn

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche steigt derzeit stetig an. Gerade für die Opfer ist das oft ein traumatisches Erlebnis. Immer mehr Menschen im Landkreis statten sich daher mit Sicherheitstechnik aus. Experten fordern jedoch vor allem mehr Solidarität in der Nachbarschaft.

Die Anzahl der Einbüche im Landkreis ist stark gestiegen.
Die Anzahl der Einbüche im Landkreis ist stark gestiegen.

Die bundesweiten Zahlen der Wohnungseinbrüche steigen ständig an. Und dieser negative Trend hat sich auch 2014 bei uns im Landkreis fortgesetzt. Davon betroffen sind sowohl private Wohnungs- und Hauseigentümer, als auch Läden mit exklusivem Warenangebot.

Im Landkreis Miesbach gab es im vergangenen Jahr 51 Wohnungseinbrüche, 20 mehr als im Vorjahr. Das bedeutet eine Steigerung von fast 60 Prozent. Die Aufklärungsquote liege aber nur bei rund 14 Prozent, so Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd.

Die Quote bei Wohnungseinbrüchen sei deshalb so niedrig, weil die Polizei nach dem Einbruch kaum Ermittlungsansätze habe. „Dazu bräuchten wir mehr verwertbare Spuren, wie beispielsweise die DNA oder Fingerabdrücke des Täters“, erklärt Sonntag.

Verunsicherte Opfer

Betroffene haben häufig mit der Verarbeitung der Erlebnisse zu kämpfen. Denn ein Einbruch in den eigenen vier Wänden bedeutet für viele Menschen, ob jung oder alt, einen großen Schock. Dabei machen den Betroffenen die Verletzung der Privatsphäre, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl oder auch die schwerwiegenden psychischen Folgen, die nach einem Einbruch auftreten können, häufig mehr zu schaffen als der rein materielle Schaden. Helfen könne da nur eine schnelle Aufklärung, um den Betroffenen ihre Sicherheit wieder zu geben, so ein Fachberater für Einbruchsvorsorge.

Thomas Gmeinder, Sicherheitsexperte für Einbruchsschutz betreut Kunden im gesamten Landkreis. Vor dem Kauf einer Alarmanlage sei allerdings erstmal die individuelle Beratung wichtig. Denn die Lebensgewohnheiten entscheiden über den notwendigen Schutz. Manchen genügt ein Bewegungsmelder, andere fühlen sich erst mit einer Alarmanlage wirklich sicher.

Kameras vermitteln Sicherheit

Gmeineder weist vor allem darauf hin, dass Videoüberwachung kein Einbruchsschutz sei. Sie zeige im Nachhinein, was passiert sei und trage zur Aufklärung bei, erläutert der Sicherheitsexperte. Zudem könne man per Internetverbindung das Haus auch mittels Laptop oder Tablet aus der Ferne überwachen. „Eine Videokamera vermittelt Sicherheit, weil man sieht, was draußen passiert“.

Privatkunden rät Gmeineder allerdings eher zu einer elementaren Grundsicherung. Sie sei leicht an allen Türen, Fenstern und Kellerschächten anzubringen und zudem vergleichsweise kostengünstig. Wichtig sei es, hierbei auch an die Terrassentüren zu denken, die oft vor den Blicken der Nachbarn geschützt und damit ideal für den Einstieg geeignet seien, erläutert der Fachmann.

Könnte Videoüberwachung an gefährdeten Stellen im Tal bald standard werden?
„Videoüberwachung ist kein Einbruchsschutz.“

Der Bedarf an Sicherheitstechnik wie rund ums Haus habe insgesamt zugenommen, berichtet ein anderer Händler, der sich auf Elektronik rund um das Haus spezialisiert hat. Nicht nur Privatleute, auch Unternehmer sicherten nach den Überfällen in den vergangenen Jahren vermehrt ihre Geschäfte. „Eine hundertprozentige Sicherheit gäbe es nicht“, weiß der Berater. Dennoch ist mit der richtigen Ausrüstung niemand den Einbrechern schutzlos ausgeliefert.

Statistisch gesehen finden die meisten Einbrüche am Vormittag statt. Dann, wenn die Besitzer in der Arbeit oder beim Einkaufen sind. Oder auch wenn es wie bei Zweitwohnsitzen zu längeren Leerständen der Gebäude kommt. „Jeder kann davon ausgehen, dass die Täter die Lokalitäten lange im Voraus beobachten“, sagt die Polizei.

Daher raten die Beamten, sich auch vor Urlauben gründlich vorzubereiten und fordern, auch die Nachbarn in den Schutz des eigenen Hauses miteinzubeziehen. Eine intakte und aufmerksame Nachbarschaft könne vorbeugend wirken. Das Ziel sei, dass die Immobilie auch bei längerer Abwesenheit bewohnt wirke. Da helfe schon ein Licht im Zimmer, wenn es dunkel werde. Auch ein geleerter Briefkasten sei von Vorteil. Zudem gäben automatisch schließende Jalousien Einbrechern weniger Chancen, so die Kriminalpolizei.

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