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Grüne nominieren Wolfgang Rzehak als Landratskandidat

„Hart in der Sache, fair im Stil“

Von Rose Beyer

„Ich bin der mit dem schwierigen Namen“, begann der Gmunder Gemeinderat Wolfgang Rzehak seine Vorstellungsrede auf der gestrigen Aufstellungsversammlung der Grünen. Rzehak soll zum dritten Mal als Landratskandidat antreten.

Einstimmig ging die Nominierung des 45-Jährigen aus. Damit beginnt der offizielle Wahlkampf des Grünen-Politikers. Sollte er Landrat werden, will er sich voll darauf konzentrieren und alle weiteren Ämter abgeben.

Wolfgang Rzehak (ganz re.) im Miesbacher Weißbräustüberl inmitten seiner Grünen-Kollegen

Nach seiner persönlichen Vorstellung – Rzehak ist verheiratet mit seiner Jugendliebe und hat zwei kleine Töchter – legte er sein berufliches und politisches Engagement offen. Als studierter Diplom-Verwaltungswirt verfügt er laut eigenen Aussagen über das nötige Handwerkszeug für die Position eines Landrates. Haushalts- und Verwaltungsrecht sind für ihn quasi Routine. Sein jahrzehntelanges Engagement in der Kommunalpolitik tragen zu zusätzlicher Erfahrung bei.

„Es gibt nicht viele Grüne in diesem Verwaltungsrat“

Rzehak gehört seit 1996 dem Kreistag an, seit 2002 ist er Gemeinderat in Gmund, zudem arbeitet er in verschiedenen Ausschüssen. Was für einen Grünen eher selten ist, ist die Tatsache, dass er seit 2002 dem Verwaltungsrat der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee angehört. Darauf ist er stolz.

„Kommunalpolitik ohne ideologische Scheuklappen machen“ – dafür steht Rzehak laut eigener Aussage. Der politische Gegner sei für ihn kein Feind. Natürlich gehe es aber darum, möglichst viele Wählerstimmen für sich zu gewinnen. Ihm sei es aber wichtig, um die beste Lösung zu ringen. Dass das auch bereits in den Wahlkampf einfließe, sei klar. Doch dafür brauche es keinen verbalen Dreschflegel, so Rzehak. Er wolle stattdessen auf stichhaltige Argumente setzen.

Mein Ansatz lautet: Hart in der Sache, fair im Stil.

Zur „Causa Kreidl“ kam von Rzehak gestern nicht viel. „Es wurde viel in den Medien geschrieben – ich muss keine moralische Wertung fällen“, so der Gmunder Gemeinderat. Der amtierende Landrat hätte für sich entschieden, trotz der Vorwürfe erneut zu kandidieren, und die CSU hat Jakob Kreidl trotz der Vorwürfe auch wieder aufgestellt. „Der Wähler wird es entscheiden“, ist sich Rzehak sicher. Das müsse man akzeptieren und respektieren.

Anschließend legte er seine politischen Schwerpunkte offen. Als Landrat möchte er sich für einen sensibleren Umgang mit der Landschaft und dem Flächenverbrauch im Landkreis einsetzen.

Durch den Landkreis geht das Flächenfraßmonster.

Auch der Siedlungsdruck werde immer größer. Für Rzehak ist das einerseits positiv, andererseits hat es auch negative Folgen. Man dürfe keine „Käseglocke über den Landkreis stülpen“ und sollte mehr Sensibilität bei Bauvorhaben walten lassen. Wo viele Gewerbebauten leer stehen, seien Neubauten nicht notwendig. Die Ortskerne bluten aus, die Ortsränder fransen aus.

„Es kann nicht sein, dass jede Herausnahme aus dem Landschaftsschutz grundsätzlich mit großer Mehrheit im Kreistag durchgeht. Hier ist in Zukunft ein Landrat gefordert, der deutlich sensibler ist“, kritisierte Rzehak die Politik des derzeitigen Amtsinhabers.

Wolfgang Rzehak will eine andere Politik als der derzeitige Landrat machen (Archivbild)

In Rzehaks Augen lebt der Landkreis von der Landschaft. „Jeder zweite Arbeitsplatz hat mit Tourismus zu tun. Und die Gäste schätzen die Schönheit der Natur und der Berge. Eingriffe schreckten die Touristen jedoch ab.“ Wichtig sei in diesem Zusammenhang, kleine Familienbetriebe – Pensionen, Ferienwohnungen – zu stärken, so der Grüne weiter. Und weiter schlägt er vor:

Wir sollten uns als Bio-Landkreis einen Namen machen.

Damit brachte er eine neue Variante auf den Tisch. Jeder vierte Bauer im Landkreis ist ein Bio-Bauer. „Das ist die Gegend mit den glücklichen Kühen auf der Weide.“ Initialerlebnisse für Gäste, mit denen man sie gewinnen und halten könne. Außerdem soll seiner Meinung nach der Klimaschutz im Landkreis stärker angepackt werden. Daher bekannte er sich auch zum Ziel der „Energiewende Oberland“ und der damit verbundenen Energieautarkie. Was die Umsetzung anbelangt, forderte er jedoch neben allen guten Vorsätzen auch ganz konkrete Schritte.

Am Ende schwor Rzehak seine Partei und seine Anhänger auf den nun nach und nach in Fahrt kommenden Wahlkampf um das Amt des Landrates ein. Er selber hält sich für einen guten Wahlkämpfer und würde für ein gutes Ergebnis auch „an jeder einzelnen Tür klingeln, wenn es denn sein muss“. Wenn er Landrat wird, will er sich diesem Amt dann auch zu hundertprozentig widmen und keine weiteren Ämter ausüben.

Durch seine Kandidatur treten im März mit Wolfgang Rzehak (Grüne), Robert Huber (SPD) und Jakob Kreidl (CSU) bislang dieselben drei Kandidaten zur Wahl des Landrats an wie bereits beim letzten Mal. Wer für die Freie Wählergemeinschaft den Hut in den Ring wirft, ist dagegen noch unklar.

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