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Schwere Zeiten für Gmunder Dorfladen: Umsatzrückgang und Kostensituation erfordern neue Maßnahmen

Von Redaktion

Dritte Anmerkung vom 04. November / 07:40 Uhr
Bei der ganzen Diskussion um den Dorfladen ist der Kommentar von Tobias vom 21. September immer noch lesenswert und in der Form auch noch aktuell. Und das obwohl einiges bereits verbessert wurde und der Lieferservice mittlerweile vom Tisch ist.

Jedoch hat man vor allem das Thema Außenwerbung auch 6 Wochen später immer noch nicht umgesetzt.

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Tobias, 21. September:
Ich denke beim Start des Gmunder Dorfladens wurden einige gravierende Mängel an der Umsetzung klar.

Zunächst mal die Außenwerbung: auch wenn man hundert mal am Ludwig-Erhardt-Platz oder der Sparkasse vorbeifährt, auf den Dorfladen weißt kein einziges Schild, keine Angebotstafel oder ähnliches hin. Ein einfacher Schirm der Brauerei Tegernsee, ein paar Geranien und eine Tafel mit Wochenangeboten würde schon ein gewisses Mindestinteresse am Laden wecken.

Die seit einiger Zeit bestehenden PR-Rummel um die Natürkäserei hätte man außerdem nutzen können, in dem man ein Angebot “Tegernseer Land Käse in Gmund (exklusiv) im Dorfladen erhältlich” erstellt und kommuniziert, evtl. sogar als Sonderangebot.

Und die Idee, Lebensmittel zu liefern scheint mir die Kosten nur noch weiter in die Höhe zu treiben (Lieferfahrzeug, Fahrzeit, Benzin, …). Kostendeckende Umsätze wird man so wohl kaum erzielen können.

Ich wünsche mir auch einen Erfolg des Dorfladens, aber hierfür müsste sich dieser meiner Meinung nach mehr auf regionale und hochwertige Produkte fokussieren, die man eben NICHT auch im Tengelmann bekommt. Dazu ein preislich attraktives Basissortiment und tägliches Marketing-Engagement (Angebotstafel, Schild, Aktionen, Sponsoring, …) – dann könnte es schon aufwerts gehen.

Zweite Anmerkung vom 02. November / 13:32 Uhr
Der Merkur hat sich dem Thema heute auch angenommen und beschreibt in einem Beitrag, was jeder weiß: Nämlich, dass der Gmunder Dorfladen in der Krise ist.
Neues oder gar erhellendes hat man in der Redaktion allerdings nicht herausgefunden. Insofern empfehle ich denen, die ihn noch nicht kannten, unseren ursprünglichen Artikel vom 21. September. Einfach etwas weiter unten schauen.

Anmerkung vom 28. September / 13:50 Uhr
Unser Artikel zum Stand des Dorfladen hat große Wellen geschlagen und unter den Verantwortlichen für Entrüstung gesorgt.
Der Vorwurf: Wir hätten Internas ausgeplaudert, Johann Schmid nicht richtig wiedergegeben bzw. Dinge behauptet, die so nicht stimmen. Dieser Vorwurf wurde gegenüber der Redaktion geäußert. Persönlich, aber auch per Email. Aus dem Grund haben wir heute früh nochmal ausführlich mit Herrn Schmid telefoniert. Als Konsequenz aus dem Telefonat haben wir aus der ersten Zwischenüberschrift die Bezeichnung Geschäftsführer durch Marktleiter ersetzt. Bei allen anderen Punkten fand Herr Schmid sich absolut korrekt wiedergegeben. Weitere Quellen für den Bericht hatten wir nicht.

Ob natürlich der Zeitpunkt der Veröffentlichung für die Mitarbeiter angenehm war, können wir nicht einschätzen. Ob dadurch die Situation für die Gesellschafter angenehm ist, können wir ebenfalls nicht einschätzen. Und es ist auch nicht unsere Aufgabe. Denn die besteht im Berichten und Aufzeigen von Verbesserungspotentialen. Genau das haben wir getan, dafür stehen wir und dabei gibt es keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt. Meistens ist es sogar so, dass wenn die Medien darüber berichten, man davon ausgehen kann, dass die Bevölkerung und die Kunden die Probleme bereits lange erkannt haben und untereinander darüber reden.

Insofern sehen wir den Beitrag auch in der Retrospektive als objektiv analysierend, nach vorne schauend und grundsätzlich positiv an.

Ursprünglicher Artikel vom 21. September:
Wir haben schon mehrmals über den Gmunder Dorfladen berichtet und sind auch große Fans des Konzeptes. Aber in letzter Zeit lief dort einiges nicht ganz so optimal. Und eine Aussage wie “Das Konzept scheint aufzugehen” ist unter diesen Vorzeichen leider einfach falsch. Das hat uns gestern in einem Gespräch auch nochmal Johann Schmid, einer der drei eingesetzten Gesellschafter, bestätigt.

Denn dem Gmunder Dorfladen geht es schlicht nicht gut. Die Beteiligten arbeiten zwar mit aller Kraft daran, dass sich das ändert. Aber von einem Erfolg im betriebswirtschaftlichen Sinne ist man weit entfernt. Zumindest derzeit.

War der alte Marktleiter überfordert?

Seit dem Ende der Sommerferien sind die Umsatzzahlen rückläufig. Touristen kaufen immer seltener ein und die Einheimischen noch zu selten. Dagegen stehen die laufenden Kosten, die aus diversen Gründen deutlich zu hoch sind. Zumal auch die Art und Weise, wie der Laden geführt wird, sehr personalintensiv ist.

Zu all dem kommen auch noch interne Probleme: Der bisherige Geschäftsführer Andreas Vogt musste sich vor zwei Wochen aufgrund gesundheitlicher Probleme im Krankenhaus stationär behandeln lassen. Und so wie es derzeit aussieht, handelt es sich dabei um eine langfristige Pause. An dieser Stelle auch von uns aus gute Besserung.

Leider verschärft das die Situation nur noch zusätzlich, wie uns Johann Schmid bestätigt:

Herr Vogt kann auf absehbare Zeit nicht mehr als Geschäftsführer des Dorfladens tätig sein. Wir haben jetzt als Ersatz die bisherige Stellvertreterin Ruth Kanzler gebeten die Aufgaben des Marktleiters zu übernehmen. Sie wird zur Einarbeitung ab nächster Woche von Frau Hölzl, einer ehemaligen Dorfladen-Geschäftsführerin, unterstützt.

Diese Entscheidung wurde vergangenen Samstag auf einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung getroffen. Die Aufgabe und Situation, die Ruth Kanzler da übernimmt, ist natürlich komplex:
Den Fokus beibehalten, dabei die Kosten reduzieren und gleichzeitig Stammkunden sowie Umsätze steigern.

Neugründungen haben oft kritische Phasen

Neben den strukturellen Herausforderungen muss man jedoch bedenken, dass der Dorfladen eine klassische Neugründung ist. Und in so einer Situation treten oft potentiell kritische Phasen auf. Vor allem die Gefahr sich zu verzetteln und dabei die entscheidenden betriebswirtschaftlichen Parameter aus dem Fokus zu verlieren ist zum Start eines Geschäftes sehr groß. Doch so wie es aussieht, ist genau das in den letzten 2-3 Monaten passiert.

Somit sind die Prioritäten “Kosten senken, Umsätze steigern”, auf die sich die neue Markleiterin mit der Unterstützung des Teams sowie des engsten Gesellschafterkreises nun konzentrieren soll, klar gesetzt.

Damit das auch klappt werden einerseits Mitarbeiter (geringfügig beschäftigte) freigesetzt und andererseits verschiedene verkaufsfördernde Aktionen, wie z.B. am letzten verkaufsoffenen Sonntag, durchgeführt.

Öko wird oft auch mit hohen Preisen gleichgesetzt

Neue Konzepte sind in Planung. Und auch die Ausrichtung wird dabei weniger auf “Strikt-Öko” liegen. Teuer ist der Dorfladen zwar nicht. Aber schon das Gefühl hohe Preise zu bezahlen schreckt manche Kunden ab.
Zuversichtlich ist man, dass dauerhafte Aktionen wie der “Wir-liefern-Ihre-Lebensmittel-nach-Hause” Ansatz zukünftig gut angenommen werden. Ob jedoch der Mittagstisch kommt, ist nicht ganz klar. Derzeit wird die Küche noch als Lager genutzt. Und eine schnelle Lösung ist eigentlich nicht in Sicht, wie Johann Schmid durchblicken lässt:

“Ich kann keine Räume langfristig pachten, solange die Situation nicht klarer wird. Damit würde ich mich eventuell sogar haftbar machen”

Von Seiten der Bevölkerung muss man in der jetzigen Situation auf Solidarität und Unterstützung hoffen. Gerade in der kommenden Winterzeit, wenn noch weniger Touristen vorbeikommen. So oder so steht oder fällt das Konzept mit den einheimischen Stammkunden. Auf die und deren Bedürfnisse muss sich der Dorfladen noch stärker konzentrieren und das auch kommunizieren.

Unser Versprechen: Bei der Kommunikation helfen wir mit, soweit das redaktionell und eventuell mit Werbung möglich ist. Denn immer noch sind wir Fans und überzeugte Kunden, mit dem Wunsch, dass der Dorfladen weiterlebt.


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