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Bootsliegeplätze sind heiß begehrt

Segelboot am Tegernsee – aber wohin damit?

Von Katrin Hofstetter

Wird’s dieses Jahr wieder nichts mit dem lang ersehnten Liegeplatz für das eigene Segelboot? Heutzutage ist detektivischer Spürsinn oder viel Glück gefragt, um einen der begehrten Anlegeplätze am See zu ergattern. Und manchmal muss wohl auch ein bisschen getrickst werden.

Stellplätze für Segelboote am Tegernsee sind sehr beliebt.

Wer einen Stellplatz am Tegernsee für seinen Katamaran oder Ähnliches sucht, der hat es nicht leicht. Eine Möglichkeit ist, bei der bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung anzufragen. Hier beträgt die Wartezeit aber sage und schreibe vier bis sechs Jahre. Zweite Option ist eine Mitgliedschaft in einem Segelverein oder Yachtclub, wo aber meist schon die aktuellen Mitglieder alle Stell- und Liegeplätze besetzt halten. Dort, so mehrere Yachtclubs am Tegernsee, geht die Vergabe von Liegeplätzen aber meist schneller, da diese teurer als die staatlichen Stellen sind und auch neben Bojenplätzen (die nur die Seenverwaltung bereitstellt) verschiedene Anlegeplätze oder Stellplätze (zu Wasser und zu Land) zur Verfügung stehen. Der Sprecher des Wiesseer Yachtclubs Florian Flach erklärt:

So genau lässt sich die Wartezeit nicht bestimmen, da man ja nie weiß, wann jemand seinen Platz freimacht

Insgesamt werden um den Tegernsee rund 200 staatliche Bojenplätze von der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung vergeben. Laut dieser seien derzeit alle Bojen belegt. Trotz großer Nachfrage ist eine Ausweitung der Anzahl an Liegeplätzen aber nicht geplant, um die Gesamtbelastung des Sees mit Freizeitaktivitäten nicht weiter zu erhöhen.

Erst warten – dann segeln

Als Grundeigentümer des Sees – und somit auch der Bootsliegeplätze – vergibt die Seen- und Schlösserverwaltung einen privatrechtlichen Gestattungsvertrag an alle Interessenten. Zusätzlich zu diesem wird auch noch eine Genehmigung des zuständigen Landratsamtes (in diesem Fall Miesbach) benötigt. Hält man den Gestattungsvertrag der bayerischen Seenverwaltung und den nötigen Bescheid des Landratsamts Miesbach dann in Händen, ist beides wiederum nur für sieben Jahre gültig.

Für eine dieser staatlich vergebenen Bojen muss der gemeine Segler “nur” ein Nutzungsentgeld von jährlich rund 540 Euro berappen – im Vergleich zu einem privaten Bootsliegeplatz die deutlich günstigere Variante. Hier schließt nämlich beispielsweise der Sportverein oder der Yachtclub die Verträge mit der Bayerischen Seen- und Schlösserverwaltung ab. Der Bootseigentümer muss dann sowohl den Mitgliedsbeitrag, als auch die intern geregelte Bojengebühr aufbringen.

Liegeplätze auch mal unter der Hand vergeben

So liegen die Preise bei einem Anleger in Rottach-Egern, der anonym bleiben will, für die Bojenplätze in vierstelliger Höhe. Die Miete muss jährlich bezahlt werden: Je nach Größe des Schiffs belaufen sich die Kosten zwischen 1.200 und 1.500 Euro pro Jahr. „Der Preis setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen“, so der Betreiber.

Zu den Faktoren zählen neben den Materialkosten für die Bojen auch die Gebühren der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung, generelle Materialkosten und die Größe des Schiffes, das man anlegen möchte. Derzeit gebe es aber keine freien Plätze, deswegen sei auch nichts auf der Homepage ausgeschrieben. Ein pikantes Detail dazu plaudert der Betreiber dann doch noch aus: es sei bei ihnen gang und gäbe, dass ein Platz von einem Mitglied der Familie an ein anderes weitergegeben, also sozusagen “vererbt” werde.

Extra Gästestellplätze zu vergeben

Weil die Bootsliegeplätze am Tegernsee so hart umkämpft sind, heißt das also im Klartext: Wer nicht Mitglied im Verein ist, muss sich auf eine längere Wartezeit gefasst machen. Im Verein fallen dafür aber dann hohe Mitgliedsbeiträge an. Als Mitglied im Yachtclub kann man sich zudem auf die Warteliste für einen Wasserliegeplatz setzen lassen – und kommt damit weitaus schneller an einen Liegeplatz, als an eine Boje bei der bayerischen Seenverwaltung.

Wer nur ab und zu mit dem Boot am See ist, kann sich einen Platz tageweise mieten /Quelle: Nina Häußinger

Neben den circa 35 festen Liegeplätzen für Mitglieder hat der Wiesseer Yachtclub noch Gästeliegeplätze, die extra für Urlauber gedacht sind und deshalb auch sehr oft frei sind. Diese gibt es sowohl zu Wasser als auch zu Land und man kann sie ab 10 Euro pro Tag mieten, wenn man unter einer Woche einen Aufenthalt plant.

Preise je nach Größe des Segelbootes

Auch der Yachtclub in Tegernsee macht da mit und vermietet an Urlauber, die nur eine Woche bleiben wollen, Stellplätze für rund 20 Euro pro Tag an einer Boje im Wasser. Dafür sind die Landliegeplätze geringfügig teurer als in Bad Wiessee. Am Yachtclub in Tegernsee e.V. gibt es sogar vier verschiedene Kategorien an Liegeplätzen: Plätze für Jollen auf der Wiese, Plätze für offene Kielboote auf dem geteerten Bereich und Plätze für Kielboote an Bojen oder am Steg.

Die Preise für die Plätze an Land liegen zwischen 120 (Jugend) und 500 Euro pro Jahr und die Preise an Bojen und am Steg zwischen 800 und 950 Euro. Auch dort richtet sich die Gebühr nach der Kategorie und nach der Größe des Bootes. Mitglieder nutzen diesen Platz dann über mehrere Jahre hinweg – verständlich bei der großen Nachfrage.

Auch Leihen ist möglich

Eine weitere Alternative bietet das Sailingcenter in Bad Wiessee. Dort können Segler, die nur unregelmäßig segeln, sich die Yachten ausleihen. Ähnliche Angebote gibt es auch an anderen Standorten rund um den Tegernsee. So gesehen kann man also doch für eine kurze Dauer zum Anlegestellen- und Bootsbesitzer werden.

Will man dann doch lieber seinen eigenen Liegeplatz für sein eigenes Segelboot, muss man wenigstens nicht so lang warten wie am Starnberger See, wo die Wartezeit oft 15 Jahre beträgt.


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