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Mit dem eigenen Boot über den Tegernsee

Liegeplatz: Alternativen für Segelfans

Von Inia Herrchen

Aktualisiert am 25. August 2015 / 13:32 Uhr
Der „Liegeplatzkampf“ am Tegernsee ist wie berichtet für Segler oft nicht leicht. Doch wie Peter Kathan verrät, gibt es durchaus Alternativen. So können Segler, die sich keine Boje sichern konnten, auf andere Angebote zurückgreifen.

Freie Liegeplätze gibt es am Tegernsee also doch noch.
Es gibt Hoffnung für Segler am Tegernsee.

Am Montag hatten wir berichtet, dass der Kampf um einen Bootsliegeplatz am Tegernsee sowohl zeit- als auch kostenintensiv ist. Doch Peter Kathan, 1. Vorsitzender des Wiesseer Yachtclubs, zeigt auf, dass es durchaus günstigere Alternativen gibt.

Schneller an den Liegeplatz

So sind in Wiessee beispielsweise noch Plätze an Land frei. Für normale Boote kosten diese Plätze 250 Euro pro Jahr, für Jollen sogar nur 70 Euro. Als Mitglied im Yachtclub kann man sich zudem auf die Warteliste für einen Wasserliegeplatz setzen lassen – und kommt damit weitaus schneller an einen Liegeplatz, als an eine Boje bei der bayerischen Seenverwaltung. Peter Kathan erklärt:

Unsere Mitglieder warten zwischen drei bis fünf Jahre auf einen Liegeplatz. Somit ist die Wartezeit verkürzt.

Die Kosten dafür liegen bei 390 Euro pro Jahr. Wer es günstiger haben will, dem bieten sich in Wiessee noch einige Alternativen. So können Urlauber, die mit dem eigenen Boot anreisen, freie Liegeplätze beim Yachtclub nutzen. „Diese Woche haben wir zwei Urlauber, die mit ihrem eigenen Boot an den Tegernsee kommen. Dieses Angebot wird sehr gut angenommen“, weiß Kathan.

Die Kosten für diesen Service sind im Vergleich zu einer kompletten Jahresmiete moderat. 20 Euro müssen Urlauber pro Tag bezahlen, wenn sie ihr selbstmitgebrachtes Boot auch am Tegernsee fahren wollen. Der Yachtclub hat Liegeplätze für Katamarane, Jollen und Kielboote.

Eine weitere Alternative bietet das Sailingcenter in Bad Wiessee. Dort können Segler, die nur unregelmäßig segeln, sich die Segelyachten ausleihen. Ähnliche Angebote gibt es auch an anderen Standorten des Sees. Somit gibt es am Tegernsee doch noch Möglichkeiten für passionierte Segler, die Segel zu hissen und den Tegernsee vom Boot aus zu genießen.

Ursprünglicher Artikel vom 24. August 2015 mit der Überschrift: „Segeln schwer gemacht“

An einigen Seen Bayerns klagen Segler über die „Liegeplatz-Mafia“ und Tausende von Euro Bestechungsgeld. Auch die Bootsliegeplätze am Tegernsee sind hart umkämpft: Wer nicht Mitglied im Verein ist, muss sich auf lange Wartezeiten gefasst machen. Die TS hat sich umgehört, wie man an eine „Boje“ kommt.

Sie wollen in sieben Jahren auf ihrem eigenen Boot über den Tegernsee schippern? Dann melden Sie sich am besten jetzt schon an! Denn so lange dauert es derzeit, bis ein Bootseigentümer auf der Warteliste der Bayerischen Seen- und Schlösserverwaltung nach oben rückt und somit sein Gefährt auch an einer eigenen Boje „parken“ darf.

Als Grundeigentümer des Sees – und somit auch der Bootsliegeplätze – vergibt die Seen- und Schlösserverwaltung einen privatrechtlichen Gestattungsvertrag an alle Interessenten, weiß Sprecherin Cordula Mauß. Nur werden diese Verträge nach dem Prinzip einer Warteliste verteilt, erklärt sie weiter. Hält man den Gestattungsvertrag nach sieben Jahren Warten dann endlich in seinen Händen, ist dieser wiederum nur sieben Jahre lang gültig. Dann geht das Prozedere von vorne los.

Staatlich versus privat

Für eine dieser staatlich vergebenen Bojen muss der gemeine Segler nur ein Nutzungsentgeld von rund 540 Euro berappen – im Vergleich zu einem privaten Bootsliegeplatz die deutlich günstigere Variante. Hier schließt nämlich beispielsweise der Sportverein oder der Yachtclub die Verträge mit der Bayerischen Seen- und Schlösserverwaltung ab. Der Bootseigentümer muss dann sowohl den Mitgliedsbeitrag als auch die intern geregelte Bojengebühr aufbringen.

Anders sieht es beim Prasserbad in Rottach-Egern aus. Da liegen die Preise für die Bojenplätze in vierstelliger Höhe. Die Miete muss jährlich bezahlt werden: Je nach Größe des Schiffs belaufen sich die Kosten zwischen 1.200 und 1.500 Euro pro Jahr.

„Der Preis setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen“, so der Betreiber Michael Barth, vom Prasserbad. Zu den Faktoren zählen neben den Materialkosten für die Bojen auch die Gebühren der Bayerischen Seen- und Schlösserverwaltung, generelle Materialkosten und die Größe des Schiffes.

Stegplätze, wie hier im Yacht-Club Tegernsee, sind sehr beliebt.
Stegplätze, wie hier im Yacht-Club Tegernsee, sind sehr beliebt.

Nicht nur im Prasserbad sind alle Liegeplätze belegt, sondern auch beim Yachtclub am Tegernsee e.V. Dort gibt es vier verschiedene Kategorien an Liegeplätzen: Plätze für Jollen auf dem Wiesenbereich am Land, Plätze für offene Kielboote auf dem geteerten Bereich an Land, Plätze für Kielboote an Bojen und am Steg. Die Preise für die Plätze an Land gehen bis zu 400 Euro pro Jahr und die Preise an Bojen und am Steg bis zu 900 Euro.

Auch dort richtet sich die Gebühr nach der Kategorie und nach der Größe des Bootes. „Die Vergabe erfolgt ausschließlich an Mitglieder. Doch die kurzzeitige Überlassung an Nichtmitglieder wird individuell behandelt“, so Alexander Oswald, 1.Vorsitzender des Yachtclubs am Tegernsee e.V., auf Anfrage der TS. Wie im Prasserbad, nutzt ein Mitglied den Platz über mehrere Jahre.

Lange Wartezeit

Insgesamt werden um den Tegernsee rund 200 Bojenplätze von der Bayerischen Seen- und Schlösserverwaltung vergeben, weiß Mauß. Derzeit seien alle belegt. Eine Ausweitung der Anzahl an Liegeplätzen ist laut der Sprecherin aber derzeit nicht geplant.

Wer also keinem Segelverein oder Yachtclub beitreten will, muss die Prozedur über sich ergehen lassen. Bei all dem Unmut über die Vergabe von staatlichen Bojen, kann der Tegernseer Segler noch froh sein: Am Starnberger See beträgt die Wartezeit für eine staatliche Boje nämlich sogar bis zu 15 Jahre.

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