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Prüfung der Kreuther Heilig-Kreuz-Quelle dauert an

Es sprudelt noch immer ohne „Mineral“

Von Lydia Dartsch

Das Kreuther Mineralwasser lässt auf sich warten. Gut zwei Jahre ist es her, dass die Gemeinde dem Bau einer Abfüllanlage zugestimmt hat. Seitdem ist es um das Vorhaben ruhig geworden.

Denn um die Anlage bauen zu dürfen, muss geprüft werden, ob auch Mineralwasser aus der Quelle sprudelt. Die Herzogliche Brauerei hatte mit einem Ergebnis eigentlich bis Mitte des Jahres gerechnet.

Die Kreuther Quelle, sie sprudelt - aber darf daraus auch Mineralwasser abgefüllt werden?
Die Kreuther Quelle, sie sprudelt – aber darf daraus auch Mineralwasser abgefüllt werden?

Sauber muss es sein, möglichst wenig verunreinigt und auf natürliche Weise mit einer bestimmten Mindestmenge an Mineralien angereichert: Was in Deutschland als „Mineralwasser“ verkauft werden darf, ist in der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung streng geregelt. Vor gut zwei Jahren genehmigte der Kreuther Gemeinderat den Bauantrag für eine Mineralwasser-Abfüllanlage an der Quelle „Zum heiligen Kreuz“. Doch für den Bau im Außenbereich braucht das Projekt eine Privilegierung – die amtliche Bestätigung der Mineralwasserqualität.

Mit dem Ergebnis hatte die Brauerei zur Jahresmitte gerechnet. Doch ein Bescheid liegt noch nicht vor, sagt Christian Wagner vom Herzoglichen Brauhaus. Dieser sei notwendig, um die Baugenehmigung zu erhalten. Die Prüfung, ob das Quellwasser Mineralwasserqualität habe, sei wohl sehr aufwendig, erklärt sich Bürgermeister Josef Bierschneider die lange Wartezeit.

„An der Bundesstraße stört das niemand“

Sollten die Kriterien für das Mineralwasser erfüllt sein, müsste die Abfüllanlage in einem Radius von 800 Metern um die Quelle gebaut werden, damit das abgefüllte Wasser auch nach der Verarbeitung als Mineralwasser verkauft werden darf. Zwei Standorte waren dafür in Frage gekommen, sagt Bürgermeister Josef Bierschneider auf Anfrage: Das Plateau, wo das historische Gebäude-Ensemble steht, und direkt an der Bundesstraße 307.

Man entschied sich für die Bundesstraße. Einen Bauplatz auf dem Plateau mit den historischen Gebäuden könne niemand wollen, so Bierschneider: „Das Ensemble würde dadurch empfindlich gestört“, erklärt er. Durch eine Abfüllanlage an der B 307 werde sich niemand gestört fühlen, beispielsweise durch den An- und Abfahrtsverkehr, sagt er. Auch deshalb, weil niemand neben der Anlage wohne.

Mehr Werbung, mehr Einnahmen für Kreuth

Bedenken, dass sich künftig auch Kurbetriebe an der Quelle „Zum heiligen Kreuz“ ansiedeln könnten, hat man im Rathaus nicht. „Da der Standort der Abfüllanlage direkt neben der Bundesstraße liegt, glaube ich nicht, dass da jemand ein Hotel ansiedeln möchte“, sagt Bierschneider. Dieser Standort sei sicher nicht attraktiv. „Ich wüsste gar nicht, auf welchem Platz eine solche Gaststätte errichtet werden sollte“, so Bierschneider weiter.

Stattdessen hofft man im Rathaus auf eine große Werbewirkung durch den Vertrieb des Wassers, das „Kreuth“ im Namen tragen muss. Das soll mehr Touristen ins Tal locken und die Gemeinde in der Welt bekannter machen, sagt Bierschneider. Zudem hatte man sich mit der Brauerei auf eine Firmengründung in Kreuth geeinigt. Damit soll neben dem Wasser auch die Gewerbesteuer sprudeln.

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