Nach der Schließung des Tegernseer Netto-Marktes
Senioren bleiben auf der Strecke

von Birgit Eichhorn

Die Bürger von Tegernsee sind sauer. Der Netto-Markt in der Ortsmitte schließt nach Ostern. Dann fehlt gerade für ältere Leute die preiswerte Einkaufsmöglichkeit um die Ecke. Mit dem Bus zum Einkaufen nach Rottach? Das ist vielen zu weit.

Der Tegernseer-Discounter wird den Senionren zum Einkaufen fehlen.
Der Tegernseer Discounter wird den Senioren zum Einkaufen fehlen.

„Den Netto-Markt kann ich zu Fuß erreichen, Auto fahren geht nicht mehr, was mache ich dann?“ So denken viele Senioren über die bevorstehende Schließung. Der tägliche Bedarf an Lebensmitteln solle auf kurzen Wegen erreichbar sein und bezahlbar. Brot, Butter, Milch und Wurst seien gefragt und nicht nur Spezialitäten, so wird es uns von unseren Lesern in Tegernsee zugetragen.

Wie die TS bereits erfuhr, wird der Netto-Markt in Tegernsee aus wirtschaftlichen Gründen seine Pforten schließen. Die neuen Mieter auf dem Brauhaus-Gelände sind dann ausgewählte regionale Werteproduzenten und ein Trachtengeschäft. Einige unserer Leser glauben jedoch, dass das neue Regio-Zentrum wohl eher Touristen anspricht als Einheimische.

Hagn akzeptiert die Entscheidung

Dieses Problem sieht auch Bürgermeister Johannes Hagn. Gerade wenn er mit älteren Menschen spreche, seien sie über die Schließung des Discounters unglücklich. Ältere Menschen erledigen ihren täglichen Einkauf oft zu Fuß. Dies klappt nun in Tegernsee nicht mehr. Der nächstgelegene Discounter sei in Tegernsee-Süd und nur mit dem Bus erreichbar, so der Bürgermeister. Das bedeutet für die Hin- und Rückfahrt oft mehr als eine Stunde Zeitaufwand.

Eine Lösung hat aber auch Hagn nicht parat. „Die Stadt nimmt keinen Einfluss auf privatrechtliche Mietverträge. Die Entscheidung zur Schließung des Netto-Marktes kam im Übrigen vom Betreiber, nicht vom Vermieter“, erläuterte Hagn. So hieß es von der Netto-Markt Unternehmenszentrale, der Laden sei nicht rentabel gewesen. Damit muss man in Tegernsee wohl leben:

Die Stadt respektiert die Entscheidung des Herzoglichen Brauhauses.

Wichtig für die Stadt sei aber eine zeitnahe Wiedervermietung, damit es keinen Rückgang bei den Gewerbeeinnahmen gebe. Ein Leerstand wäre weder für die Bürger, noch für die Stadt eine tragbare Option, findet Hagn. Genauso wichtig seien die Arbeitsplätze vor Ort. Sechs Arbeitsplätze gehen bei Netto Tegernsee verloren. „Durch das Regio-Zentrum kommen aber wieder welche hinzu“, freut sich der Tegernseer Bürgermeister.


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