Wenn schon fragen, dann auch alle: Erste Kreuther Bürgerbefragung nach 10 Jahren

Von Redaktion

Ergänzung vom 29. Dezember / 14:52 Uhr
Kreuth wollte sich ja – im Gegensatz zu Tegernsee, Gmund und Rottach-Egern – nicht an der „großen Seniorenbefragung des Landkreises“ im September und Oktober beteiligen. Sondern nahm diese Aktion zum Anlass nach 10 Jahren mal wieder die komplette Bevölkerung nach Ihren Wünschen und Bedürfnissen sowie der allgemeinen Zufriedenheit zu befragen. Diese Bürgerbefragung ist nun fertig und wird mit dem nächsten Kreuther Gemeindeboten verteilt. Sie können sich den 7-seitigen Fragebogen aber auch hier herunterladen und zu Hause ausdrucken.

Dabei umfasst der Fragebogen sechs Bereiche:
a) Fragen über die Zufriedenheit mit den gemeindlichen Einrichtungen
b) Fragen zur Lebenssituation in Kreuth
c) Fragen zur Entwicklung der Gemeinde Kreuth in der Zukunft
d) Fragen zur Zufriedenheit mit der Information über gemeindliche Themen
e) Frage für die Bürger in den nördlichen Ortsteilen zur Zukunft der Gemeindezweigstelle in Weissach
f) Statistische Fragen

Die Ergebnisse dieser „Bürgerbefragung 2011“ sollen dem Bürgermeister, den Gemeinderäten und der Gemeinde an sich helfen, besser zu verstehen woran es noch mangelt oder hapert. Das Ziel ist es ausgehend aus den Ergebnissen Verbesserungen für die Gemeinde und die Bevölkerung zu erarbeiten.

Abgeben kann man die ausgefüllten Fragebögen bis zum 31. Januar 2011 im Rathaus oder auch per Post an die Gemeinde schicken.

Ursprünglicher Artikel vom 02. September mit der Überschrift „Seniorenbefragung im Landkreis: Wenn schon fragen, dann bitte alle“

Die Bedürfnisse von Senioren sollen erfragt werden

Die Seniorenbeauftragte aus dem Landkreis hat eine Seniorenbefragung für die einzelnen Gemeinden vorbereitet: Bad Wiessee, Bayrischzell, Gmund, Miesbach, Otterfing, Rottach-Egern und Warngau haben bereits zugesagt an der Befragung mitzumachen. Ab September werden in den Gemeinden also Fragebögen verteilt, die anschließend bis Ende Oktober beantwortet werden sollen. Befragt werden über 55 Jährige – die Gruppe macht knapp 32 Prozent im Landkreis aus. Die Tegernseer Zeitung hat etwas mehr über die Beweggründe für die Befragung geschrieben.

So weit, so gut.

Nur wundert es etwas, dass es eine Befragung ausschließlich für Senioren gibt. Liegt das an der starken politischen Lobby der älteren? Oder hat die Seniorenbeauftragte einfach mehr Zeit, als die ganzen anderen Beauftragten aus dem Landkreis? Warum werden nicht auch Jugendliche gefragt, was sie sich für die Zukunft wünschen? Oder Familien oder Erwerbstätige? 32 Prozent der Landkreisbewohner sind ja nicht unbedingt eine aussagekräftige Mehrheit.

In Kreuth zum Beispiel hat man sich dazu entschieden an der Seniorenbefragung nicht teilzunehmen und den Anstoß aus dem Landkreis lieber als Anlass genommen eine generelle Bürgerbefragung zu starten. Geplant für Ende des Jahres werden in der Befragung dann wirklich alle befragt. In Kreuth will man also den seit einiger Zeit eingeschlagenen Weg weitergehen und sich um alle, auch um Familien und Kinder kümmern. Die Anfänge wurden mit speziellen und vergünstigten Ausweisungen von Bauland für Familien und der verstärkten Förderung von Kinderbetreuungsplätzen in einigen Gemeinden im Tal bereits gemacht.

Warum aus dem Landkreis aber nicht einfach der Wunsch an die Gemeinden getragen wird eine „Bürgerbefragung“ anstatt einer „Seniorenbefragung“ zu starten, bleibt uns ein Rätsel. Wenn Interesse an der Meinung und den Wünschen der Bürger – dann bitte an den Wünsche aller Bürger. Nur eine kleine Gruppe zu befragen und im „schlimmsten“ Fall dann auch noch auf deren Wünsche eingehen ohne die anderen Wünsche und Ansichten überhaupt zu kennen, ist doch wohl etwas fragwürdig, bis böse gesagt, etwas naiv und kurzsichtig. Wirkliche Bürgernähe sieht anders aus.

Das riecht für uns eher nach zielgruppengerechter Wählernähe.


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