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Ein Rottacher auf Mission

Sepp – “weltbester Pfannenkuchenjongleur”

Von Rose Beyer

„Wir fannten deine Kunstüge toll.“ In diesem Kinderbrief steckt alles drin, was „Sepp – das Original“ antreibt. Den Brief der kleinen Johanna – handgeschrieben, zwar mit einigen Rechtschreibfehlern, aber auch mit gepressten Blümchen verziert – trägt der Entertainer sogar in seinem Geldbeutel.

Sepps Fans schätzen seine akrobatischen Fertigkeiten. Als Allrounder tritt er seit Jahrzehnten auf der Straße und auf Kleinkunstbühnen mit Sketchen und Jonglier-Einlagen auf. Immer gut gelaunt, immer lustig.

Der etwas Andere. Der Verrückte.

Im Jahre 1949 in Rottach geboren, zog es den Sohn einer Büroangestellten und eines Zimmerers bald in die weite Welt. Sepp sah als Künstler in seiner Heimat keine Zukunft. „Für die anderen war ich der Verrückte, der Stadterer.“ Seine Eltern wollten nie, dass er Künstler wird. Sepp hat Industriekaufmann gelernt.

Gearbeitet hat er in seinem Beruf aber nie. Stattdessen gründete er 1966 mit ein paar Kumpels die Band „The Bears“, dann trampte er mit Gitarre aber ohne Ziel quer durch Europa. Danach ging es der Liebe wegen für 23 Jahre nach Frankfurt am Main. Dort trat er hauptsächlich vor kindlichem Publikum auf, war unter anderem beim Zirkus Zaracalli.

Lampenfieber habe er noch nie gehabt, behauptet er. Und man nimmt es ihm ab, so bestimmt wie er es sagt. „Wenn ich was mach, dann mach ich’s gscheid“, fährt er fort. Beigebracht hat er sich alles selbst: Das Gitarre spielen, das Singen, das komisch sein, und auch das Jonglieren. „Obwohl ich Jongleure gar nicht gemocht hab.“

Der weltbeste Pfannkuchenjongleur

Seine Nische sind die Pfannkuchen. Das Jonglieren damit habe zwar einige Zeit gedauert aber inzwischen hat er es perfektioniert. Dutzende Pfannen musste Sepp ausprobieren, bis er die richtigen beiden gefunden hatte. Unterschiedliche für Links und Rechts, Mit einem kleinen „R“ und einem „L“ beschriftet.

Beim Jonglieren ist einfach alles wichtig: Die Haltung, die Größe der Pfanne, der Belag, das Gewicht, jede Delle darin und auch der Winkel, wie man sie in den Händen hält. Behauptet zumindest Sepp. Jongliert wird mit Sepps-Spezial-Pfannkuchen – angefertigt vom Schneider.

Sepps Pfannkuchen sind zusammengenähte, gelbe Stoffattrappen, mit mehreren reisgefüllten Kammern. Seit Jahrzehnten jongliert er mit den vier Stoffscheiben. Wenn er sich dazu noch als als Koch oder Komiker verkleidet, auf sein rollendes Brett stellt und damit über den Boden rollert, versetzt das die Fans meist ins Johlen. Sepp hat Spaß daran. Auch jetzt, da er wieder fest in Rottach lebt.

Leute unterhalten ist Sepps Mission

Unterwegs ist er trotzdem viel mit seinem kleinen, bunten Kastenwagen. „Sepp – das Original“ steht auf der Seite. Gerade steckt er bis zur Windschutzscheibe im tiefverschneiten Garten. Doch wenn es Frühjahr wird, wird Sepp wieder ausrücken. Rund 60 Auftritte sind es jährlich: In Norddeutschland und auch international. Seine Fans sind ihm treu.

Der neue Spielplan für die kommende Saison steht schon. Zurück zur Musik möchte Sepp. Die nächsten Wochen will er sich zum Proben in sein kleines Holzhäuschen in Rottach zurückziehen, bevor es damit auf die Bühne geht. Zwar sieht er sich schon noch als „kabrettlnder Komikator”, der mit wadlbeißerischem Humor und treffsicheren Pointen das Publikum unterhält.

Doch am liebsten macht er Musik. Er sieht sich als bairischer Bluesbarde und Gitarrist. Dabei kann er ein breites Repertoire vorweisen: Von Alpenrock bis ZZ Top, von Oldies bis hin zu Stimmungsliedern von Willy Astor oder der Biermösl Blosn. Aber hauptsächlich spielt er Eigenkompositionen in bairischer Mundart.

Neue Impulse für die Musikszene im Tal?

Sepp hat viel gesehen von der Welt. Zahlreiche Bühnen sind ihm ein Zuhause geworden. Das ist gar nicht so einfach. Denn für sein Programm braucht Sepp Platz. Und in vielen Gaststätten störten häufig Säulen und Ecken die Sicht der Zuschauer.

Wirte mit Interesse gäbe es genügend, jedoch nützt es nichts, wenn die „Hütte zu klein oder zu verschachtelt ist.“ Fürs Tal regt er mehr Austausch zwischen Musikern an, beispielsweise in Form eines monatlichen Stammtisches. Sepp wäre auf jeden Fall dabei. Der eine oder andere kleine Fan vielleicht auch.


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