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Bad Wiessee

Sieg über den Glasbau

Von Nina Häußinger

Der Glasbau im Wiesseer Ortskern vor der ehemaligen Pizzeria Rusticale muss weg. Das steht seit Monaten fest. Nun endlich scheint Bewegung in die Sache zu kommen.

Der Glasbau wurde ohne Genehmigung errichtet.

Die Immobile mit Wohn- und Geschäftshaus an der Münchner Straße 31 erwarb schon 2017 die AFH Group in München. Das Unternehmen, das in der Kfz-Branche unterwegs ist, kündigte der Familie Giorno ihre Trattoria „Rusticale“ im Februar letzten Jahres fristlos. Nach einem langen Rechtsstreit musste der Italiener mittlerweile aufgeben und zog aus dem Haus aus. Die Familie Giorno hat kürzlich ein neues Restaurant am Sportplatz in Wiessee eröffnet.

Die AFH Group unter Geschäftsführer Mevlid A. saniert derweil das gesamte Haus in der Münchner Straße. Schon während die Familie Giorno noch ihr Lokal im Haus hatte begannen die massiven Bauarbeiten. Viele der bereits vorgenommenen Bauschritte sind aber nichtmal genehmigt worden.

„Am Gebäude wurde ohne Genehmigung ein Glasanbau errichtet, der nicht der Gestaltungssatzung der Gemeinde Bad Wiessee entspricht“, erklärte Pressesprecherin Sophie Stadler schon Anfang des Jahres. Hier gebe es Abweichungen in der Dachform und den Maßen. Problematisch sei aber vor allem eine andere Sache. „Der Eigentümer kann nicht genügend Stellplätze nachweisen“, so Stadler.

Keine Chance für den Glasbau

In der Stellplatz-Satzung der Gemeinde wird genau definiert, wie viele Stellplätze auf dem eigenen Grund nachgewiesen werden müssen. Die Anzahl errechnet sich aus einer Formel je nach Nutzung des Gebäudes. So braucht man für ein Wohnhaus beispielsweise weniger Stellplätze als für eine Gaststätte. Im Falle einer Gaststätte hängt die notwendige Anzahl an Stellplätzen von der Fläche der Gaststätte ab.

Nun kommt der Glasanbau ins Spiel: Durch den Anbau vergrößert sich die Fläche der Gaststätte, also müssen auch mehr Stellplätze auf dem eigenen Grund nachgewiesen werden. Können die Stellplätze nicht nachgewiesen werden, gibt es keine Chance für den Glasanbau.

Bauherr knickt ein

„Kurz vor Ablauf der Frist wurden dem Bauamt erneut Unterlagen vorgelegt. Diese entsprechen jedoch nicht den gestellten Anforderungen“, teilte Stadler im Februar mit. Nun scheint der Bauherr einzuknicken. Der Glasbau wird endlich zurückgebaut.

„Die Mitarbeiter des staatlichen Bauamts warten den Rückbau ab und machen sich anschließend vor Ort ein Bild. Ob es weitere Beanstandungen gibt, kann ich Ihnen also aktuell nicht sagen“, erklärt Stadler auf Nachfrage.


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