Sieger des Bergfilm-Festivals Tegernsee

von Filiz Eskiler

Nach einem Jahr Pause war es wieder so weit: das Internationale Bergfilm-Festival Tegernsee fand diese Woche statt. Noch nie gab es so viele Einreichungen – um so schwieriger war gestern Abend die Entscheidung über die Siegerfilme. Wer hat es geschafft?

Die Siegerauszeichnung fand gestern Abend mit eingeschränkter Zuschauerzahl im Barocksaal statt – online gab es auch einen Livestream. / Quelle: Sabiene Hemkes

Von Mittwoch bis Sonntag drehte sich am Tegernsee alles um Berge: das Internationale Bergfilm-Festival Tegernsee hat mit 44 Vorstellungen und 94 Filmen für Spannung gesorgt. „Von kühnen Glanzleistungen über eindrucksvolle Dokumentationen bis zu berührenden Porträts“ war alles auf den Leinwänden zu sehen, verraten die Veranstalter. „Es wird mitgefiebert: im Publikum, wenn die Protagonisten in schwindelnder Höhe über eisige Grate turnen, und bei den Filmemachern, wenn die Jury die Köpfe zusammensteckt“.

Letztes Jahr konnte die Veranstaltungen auf Grund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. In diesem Jahr gab es zwar Einschränkungen, da nicht alle Plätze besetzt werden durften und auch die Jury vom Home-Office aus die Filme bewerten musste. Zum Schluss konnten aber trotzdem einige Siegerfilme gekürt werden. Die Preisverleihung fand gestern Abend im Barocksaal statt, welche vom Bayerischen Rundfunk ab 19 Uhr als Livestream auch online zur Verfügung gestellt wurde.

Bunte Jury – bunte Siegerfilme

Die Jury war eine bunte Mischung zusammengesetzt aus dem deutschen Autor und Experten für Bergfilmgeschichte Stefan König, dem Südtiroler Kultur- und Naturfilmer Sebastian Marseiler, dem Direktor des Dutch Mountain Film Festivals Thijs Horbach aus der Niederlande und dem Schweizer/Österreicher Journalist und Autor Titus Arnu. Als einzige Frau brachte Julia Brunner aus Österreich ihre Expertise mit ans Jury-Pult, sie ist Kamerafrau, Cutterin und Filmemacherin.

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And the winners are…

Mit dem Großen Preis der Stadt Tegernsee (3.000 Euro) wurde der Film „Children of the Snowland“ von Zara Balfour und Marcus Stephenson ausgezeichnet. Eine Dokumentation über drei Jugendliche, die aus den entlegensten Bergtälern des Himalayas über Tage auf beschwerlichen Steigen zurück in ihre Heimatorte wandern. „Im Alter von fünf und sechs Jahren hatten sie ihr Elternhaus für einen Schulbesuch in der Hauptstadt verlassen müssen. Zwölf Jahre hatten sie ihre Angehörigen nicht gesehen“, erzählen die Jury-Mitglieder. Es sei ein Film der letztlich leisen Töne und der grandiosen Landschaften, der ungeschminkten Menschlichkeit und der Hoffnung, begründet die Jury ihre Entscheidung.

Der beste Film der Kategorie „Naturraum Berg“ (1.000 Euro) geht an den französischen Filmemacher Stéphan Jacques. „Auf den Spuren der Schneeleoparden“ ist ein Film, in dem man „in die unmögliche Entdeckungsreise zum Schneeleoparden hineingezogen“ wird, so die Jury. Der Film „Wanderschäfer im Iran – Die Schule der Hirtenkinder“ hat es geschafft, den Preis für den besten Film in der Kategorie „Lebensraum Berg“ zu ergattern. Die Jury begründet:

In ruhigen Bildern erzählt der Film vom Wandel einer bäuerlichen Kultur in Vorderasien. Zum letzten Mal machen sich die Familien auf den langen Weg ihrer traditionellen Wanderweidewirtschaft.

Dafür gab es den Preis Tegernseer Erdgas-Versorgungsgesellschaft (1.000 Euro). Neben diesen drei Filmen wurden noch sechs weitere Sieger ernannt – unter anderem für die Kategorie „Erlebnisraum Berg“, für die bemerkenswerteste Kameraleistung oder für den Publikumspreis. Alle genauen Filmtitel und -macher, mit den jeweiligen Begründungen der Jury, findet ihr hier.

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