Sitzungsmarathon die Erste: Stimmungsbericht aus dem Wiesseer Gemeinderat

Um Flächen wie hier zwischen Hotel Lederer und Haus des Gastes wird es beim Flächennutzungsplan gehen

Das war ein harter Abend. Vier Gemeinderatssitzungen an einem Tag. Mehr geht nicht. Jetzt fangen wir einfach mal an: Stimmungsbericht aus dem Wiesseer Rathaus. Der erste Entwurf für den künftigen Flächennutzungsplan wurde vorgestellt. Fast die komplette Gemeinde ist davon betroffen; mit Schwerpunkt Seepromenade. Container für eine Übergangslösung der Platzprobleme an der Realschule wurden beschlossen und fast schon als Nebenpunkt, der neuen Bebauungsplan für die Münchner Straße so gut wie abgesegnet.

Bürgermeister Peter Höß (FWG) hat gleich nach der Begrüßungsrede seinen Stuhl geräumt und sein Amt an den Zweiten Robert Huber (SPD) übergeben. Zumindest für den ersten Tagespunkt. Bei der Diskussion und Vorstellung der Pläne für Übergangsklassenzimmer (Container) an der Realschule musste Höß wegen “Befangenheit” passen. Bei einer, der im Anschluss vorgestellten Varianten, wären die Container auf der Höß-Wiese gestanden. Und die gehört Bürgermeister Peter Höß und seinen Brüdern. Die Pacht wäre, zumindest in Teilen, auch an Höß geflossen. Also darf er nicht mitreden und muss alleine abseits vor der Fensterfront sitzen.

Verunsicherung über Zukunft der Schulen im Tal

Robert Huber hatte aber auch nicht richtig viel zu tun, weil den Großteil der Arbeit der Herr Karl Grundler vom Landratsamt Miesbach für ihn übernommen hat. Der Landkreis wird die Container aufstellen. Grundler hat viel gesprochen und erklärt und zu überzeugen versucht. Zu Überzeugen von dem Vorschlag, den sowohl Bürgermeister, wie auch zweiter Bürgermeister unterstützten. Huber hat derweil versucht Ruhe in den Saal zu bringen. In Wiessee ist’s manchmal etwas lauter. Und dann wurde natürlich diskutiert.

Was aber fast allen anzumerken war, ist die Verunsicherung, die gerade bei den Schulthemen im Tal herrscht. Irgendwie glaubt keiner mehr zu 100% an die Beschlüsse, die in letzter Zeit beschlossen wurden. Oder wieder zurückgenommen wurden, nur um sie dann wieder ganz anders zu beschließen. Selbst der beschlossene Plan, die gemeinsame Schule in Gmund zu bauen, wurde von einigen in Frage gestellt. Zu groß die Angst, dass Sparzwänge der Landesregierung, oder was auch immer, selbst diesen Plan wieder kippen könnten.

Am Ende hat sich der Wiesseer Gemeinderat dann auch für die kleinere, die sichere Variante entschieden. Die Variante, die die Bürgermeister eigentlich nicht haben wollten – weil sie sehr unflexibel ist. Wie die genau aussieht und was die Alternative gewesen wäre, werden wir im Laufe des Tages vorstellen.

Flächennutzungsplan? Verstanden hat es nicht jeder

Die anderen Themen kommen auch stückchenweise Heute und im Laufe der nächsten Tage. Zum Einen, weil vier Gemeinderatssitzungen an einem Tag zu besprechen, einfach zu viel wäre. Zum Anderen, weil wir speziell beim Thema Flächennutzungsplan selbst nochmal nachhaken müssen. Das Thema war ziemlich kompliziert. Der Münchner Architekt Eberhard von Angerer hat dazu ca. 45 Minuten referiert. Danach herrschte erstmal Stille. Die gleiche Stille, wie früher im Mathe-Unterricht, wenn einfach keiner die Antwort weiß und lieber den Augenkontakt zum Lehrer vermeidet.

Die harten Fakten kommen also erst noch. Dafür ist’s jetzt auch einfach schon zu spät.

Nur so viel vorab: langweilig wird es dem Wiesseer Gemeinderat in nächster Zeit wahrscheinlich nicht werden. Es gibt wirklich viel zu tun und die Stimmung ist – naja – sagen wir mal: angespannt.

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