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Umstrittenes Hotelprojekt in Tegernsee

So steht es um das Almdorf

Von Nina Häußinger

Es ist still geworden rund um das einst umstrittene Almdorf in Tegernsee. Fast ein Jahr ist es her, dass die eingereichte Petition gegen das luxuriöse Hüttendorf abgelehnt wurde.

Fest steht, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die aktuellen Formalitäten von Stadt und Landratsamt beendet sind. Schon Anfang 2015 könnten die Arbeiten starten.

In der Neureuthstraße 60 soll das Almdorf entstehen - dafür muss der Gasthof Bergschwalbe weichen
In der Neureuthstraße 60 soll das Almdorf entstehen – dafür muss der Gasthof Bergschwalbe weichen.

Vor rund zwei Jahren kamen die Pläne zu einem sogenannten Almdorf oberhalb des Lieberhofs in der Neureuthstraße in Tegernsee erstmals auf den Tisch. Beste Lage, schöner Blick und die Natur direkt vor der Haustür – wo könnte man besser in kleinen urigen Häuschen Urlaub auf dem Land machen?

Entstehen sollen zwei zentrale Gebäude, die stufenversetzt an der Nordseite des Grundstücks Platz finden werden. An der Südseite sollen sieben kleine Almhütten gebaut werden, in denen jeweils ein bis drei Appartements Platz finden. 75 Betten wird das Dorf bieten und auch höheren Ansprüchen genügen. Für Parkmöglichkeiten soll eine Tiefgarage mit rund 45 Parkplätzen sorgen. Auch ein Dorfladen, der für alle zugänglich ist, war im Gespräch. Doch nicht alle Einheimischen waren von dem Bauvorhaben überzeugt.

Petition wurde abgelehnt

Größtes Manko: Der Grund liegt im Landschaftsschutzgebiet. So äußerte sich Stadtrat Thomas Mandl (SPD) von Anfang an kritisch gegenüber dem Projekt. Im September 2013 erklärte er: „Das Almdorf entsteht in einem Landschaftsschutzgebiet, zerstört das Landschaftsbild, überfordert die Neureuthstraße, hat als nachhaltige touristische Anlage aufgrund der geringen Bettenzahl ökonomisch keine Zukunft und ist mit Tiefgarage, Sauna und Cigar Lounge nur eine Karikatur unserer alpenländischen Almtradition.“

Also machte der SPD-Politiker mobil, sammelte ganze 780 Stimmen gegen das Bauvorhaben und reichte eine Petition im Bayerischen Landtag ein. Alles umsonst – die Petition wurde abgelehnt, der Stadtrat entschied sich mehrheitlich für die Umsetzung – das Almdorf wird kommen.

Bauantrag könnte im Frühjahr 2015 eingehen

Nur warum ist es dann still geworden, rund um die Pläne des Investors? Wie Bürgermeister Johannes Hagn erklärt, sind die laufenden Verfahren immer noch in Bearbeitung. So hat die Stadt jetzt einen sogenannten Durchführungsvertrag mit dem Investor geschlossen. Da das Gebiet im Außenbereich liegt, muss auch eine klare landwirtschaftliche oder touristische Nutzung nachgewiesen werden.

Denn die Bedenken, dass der Investor die Almhütten in einigen Jahren in Eigentumswohnungen umwandeln könnte, sind da. Mit dem Durchführungsvertrag sichert sich Tegernsee nun ab, dass der Bereich nur touristisch, also in Form eines Hotels, genutzt werden darf. Der Vertrag muss einzig noch notariell beglaubigt werden.

So sieht ein erster Entwurf des geplanten Almdorfes in Tegernsee aus
So sieht ein erster Entwurf des geplanten Almdorfs in Tegernsee aus.

Bauamtsleiterin Bettina Koch gibt außerdem Aufschluss über die laufenden Verfahren: „Ein Bauleitplanverfahren wurde eingeleitet; in dem werden der Flächennutzungsplan und das Bebauungsverfahren festgelegt“, erklärt sie. Sobald der Flächennutzungsplan dann auch vom Landratsamt abgesegnet ist, rechnet Koch mit dem Bauantrag. Das könnte schon im Frühjahr 2015 der Fall sein.

Stadtrat Andreas Obermüller (FWG) äußert sich auf Nachfrage ganz klar für das Projekt. „Ich bin für das Almdorf, weil ich der Meinung bin, dass wir Betten brauchen, da das in den letzten Jahren zurückgegangen ist und wir diesem Trend entgegenwirken sollten.“ In der Stadtratssitzung im November will der Investor nochmal die Pläne vorstellen. Erst wenn der Durchführungsvertrag dann auch notariell beglaubigt ist, will der Bauherr an die Öffentlichkeit gehen.

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