Soldarität mit Hintergedanken

von Nina Häußinger

Braucht die Rottacher Feuerwehr wirklich eine neue Drehleiter, obwohl die Tegernseer schon eine haben? Der Wiesseer Gemeinderat ist geteilter Meinung. Auch über eine mögliche Bezuschussung der 700.000 Euro teuren Leiter wurde gestern hitzig debattiert.

Die Tegernseer haben schon seit 2012 eine neue Drehleiter - Jetzt wollen auch die Rottacher eine neue anschaffen
Die Tegernseer haben schon seit 2012 eine neue Drehleiter – Jetzt wollen auch die Rottacher ein Upgrade.

Die Feuerwehren im Tal arbeiten eng zusammen. Jede der fünf Gemeinden verfügt über eine andere Ausstattung. Die Freiwillige Feuerwehr Gmund kann mit einem mobilen Auffangbecken helfen. Das dient als Wasserspeicher, falls die vorhandenen Vorräte nicht ausreichen.

Sollten sich im Tal Unfälle mit gefährlichen Chemikalien ereignen, dann ist die Freiwillige Feuerwehr Tegernsee an Ort und Stelle. Denn sie haben als einzige Einheit besondere Schutzkleidung. Auch eine große Drehleiter gehört seit 2012 zum Fuhrpark der Stadt. Damals haben alle Talgemeinden die teure Anschaffung mitfinanziert. Nur Rottach entschied sich gegen die Unterstützung. Der Grund: Hier hat man schon eine eigene Leiter.

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Jetzt wollen die Rottacher Feuerwehrler eine neue Drehleiter. 700.000 Euro soll die Neuanschaffung kosten. Auch sie wünschen sich die solidarische Unterstützung der Nachbargemeinden. Darüber entbrannte in der gestrigen Gemeinderatssitzung in Wiessee eine hitzige Diskussion. Der Vorschlag: Man steuert 15.000 Euro als Solidaritätsbekundung bei. Robert Huber (SPD) positionierte sich gleich zu Beginn:

Ist es wirklich nötig, dass man so Solidarität beweist? Dem werde ich nicht zustimmen.

Man habe vor einigen Jahren schon die Tegernseer unterstützt. Außerdem halte er absolut nichts von dieser Geld-hin-und-her-schieberei. „Es gibt Sachen, bei denen man Solidarität zeigen kann und bei großen Dingen arbeiten wir ja auch zusammen“, betont er. Auch das Thema Badepark wurde zum Argument. Wenn man dieses irgendwann mal als Talprojekt sehe, könne man wieder von Solidarität sprechen.

Bernd Kuntze-Fechner (SPD) stimmt dem zu. Auch er sieht die Notwendigkeit nicht, da man Tegernsee bereits unterstützt habe. „Ob die jetzt von Valepp in Rottach oder von Tegernsee anfahren, macht für mich keinen Unterschied.“

Diese Argumente stoßen am Ratstisch auf Gegenwind: „Für mich ist es keine Frage, dass wir die Rottacher unterstützen. Ich beantrage sogar eine Aufstockung auf 20.000 Euro“, so Florian Sareiter (CSU). Bad Wiessee bekomme in den kommenden Jahren viele große Projekte. Da werde eine solche Drehleiter bei einem Brand immer wichtiger. Auch sein Parteikollege Kurt Sareiter (CSU) betonte:

Hier geht es um die Sicherheit der Bürger, da sollte man diesem relativ kleinen Betrag zustimmen.

Außerdem ist er der Meinung, dass es hierbei um eine Signalwirkung gehe und der Badepark so vielleicht doch noch ein Talbad werden könne. „Das ist für die Zusammenarbeit wichtig.“ Auch Bürgermeister Höß ist der Meinung, dass man sich im angemessenen Rahmen beteiligen solle.

Trotzdem merkt er an: „Bei der Verschuldung von Wiessee kann man ruhig mal sparsam sein.“ Am Ende stand sein Vize Huber dann doch alleine da: Der Gemeinderat beschloss mit 13 zu eins die Bezuschussung in Höhe von 15.000 Euro.

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