Landkreis kann Anforderungen nicht erfüllen
Sporthallen bleiben weiterhin geschlossen

von Redaktion

Die Hygienemaßnahmen für Sporthallen sind enorm. Das Landratsamt sieht derzeit keine Möglichkeit, die Auflagen zu erfüllen.

Die Landkreis-Turnhallen bleiben weiterhin für den Sport gesperrt

Der Bayerische Innenminister, Joachim Hermann, stellte in seiner Presseerklärung am 26. Mai 2020 weitere Lockerungen, unter anderem die Öffnung von Sporthallen ab dem 08. Juni 2020 in Aussicht. Mit der 5. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 29. Mai 2020, gültig bis 14. Juni 2020, legte das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege dafür die Bedingungen im Einzelnen fest.

So ist der Trainingsbetrieb in geschlossenen Räumen (Sporthallen) unter anderem nur zulässig, wenn der Mindestabstand zwischen zwei Personen von mindestens 1,5 m eingehalten wird und vulnerable Personen keiner besonderen Gefährdung ausgesetzt sind. Der Betreiber hat weiter die Auflagen der von den Bayerischen Staatsministerien des Innern, für Sport und Integration und für Gesundheit und Pflege vom 29. Mai 2020 bekannt gemachten ‚Rahmenhygienekonzept Sport‘ einzuhalten.

„Wir haben uns am Dienstag fachbereichsübergreifend unverzüglich zusammengesetzt, um die Umsetzung der Vorgaben aus dem Rahmenhygienekonzept zu prüfen, um eine Hallenöffnung zu ermöglichen“, erklärt Sabine Kichmair, zuständig für Kommunales und Sport im Landratsamt Miesbach.

Folgender Mindeststandard ist danach zu garantieren:

  • Der Landkreis muss als Betreiber der Sporthallen dafür Sorge tragen, dass nach jedem maximal einstündigen Training eine komplette Durchlüftung der Halle erfolgt. Damit verkürzt sich die gesamte Trainingszeit teilweise durch automatische Lüftungssysteme erheblich.
  • In dieser Lüftungspause sind sämtliche Kontaktflächen (Türklinken, Trainingsgeräte) durch den Betreiber zu desinfizieren. Da die Reinigungsfirmen bereits in den Schulen überbeansprucht sind, haben sie dafür keine Kapazitäten mehr frei.
  • Die Sporttreibenden haben die Hygieneschutzmaßnahmen einzuhalten. Der Mundschutz darf zum Beispiel nur während der Trainingszeit abgelegt werden – geht Ihr auf die Toilette oder betretet Ihr die Halle, muss der Mundschutz getragen werden. Der Betreiber hat dies zu kontrollieren.
  • Trainer und Übungsleiter sind in allgemeinen und speziellen Hygienevorschriften vom Betreiber zu schulen, Sporttreibende sind zu informieren.
  • Die Einhaltung dieses Rahmenhygienekonzepts ist von uns zu überwachen.

„Nach reiflicher Überlegung mussten wir leider feststellen, dass wir die Einhaltung dieser Anforderungen, insbesondere die Belüftung und die Desinfektionen unmittelbar nach jedem Training, nach dem aktuellen Stand nicht gewährleisten können“, bedauert Kichmair.

Zudem besteht die Gefahr, dass, sollte im Vereinssport auch nur ein positiv getesteter Corona-Fall auftreten, die gesamte Schule mitsamt der Halle gesperrt werden muss. Kichmair sagt:

Auch um dieses Szenario zu verhindern, haben wir uns entschlossen, die Landkreis-Hallen bis auf Weiteres nicht zu öffnen.

Ebenfalls in die Entscheidung miteingeflossen sei die Tatsache, dass laut Kultusministerium voraussichtlich bis Ende des Schuljahres kein Schulsport in den Hallen stattfindet. Für Sport-Quali, Sport-Abitur – für sämtliche Abschlussprüfungen im Sport mussten Ausweichmöglichkeiten gefunden werden, weil die Sporthallen für Schulsport gesperrt sind. In den Schulen wird zum Teil in Schichtbetrieb unterrichtet, viele Prüfungen oder Lehrer-Konferenzen wurden in die Sporthallen ausgelagert, weil eben dort der Mindestabstand zum Beispiel gewährleistet werden kann. „Deshalb würden sowieso nur drei von acht Landkreis-Hallen für den Vereinssport überhaupt zur Verfügung stehen“, erklärt Kichmair weiter.

Seit einigen Wochen habe man die Außensportanlagen einiger Schulen mit Vereinssport zu außerschulischen Zeiten belegt. Die Außensportanlagen der bekannten Schulen bleiben nach wie vor in Betrieb und werden mit dem von vor zwei Wochen erarbeiteten Konzept wohl gut gebucht. Kichmair betont abschließend:

Wir wissen, wie schmerzhaft es für alle Sportler ist, noch weiter auf den Hallenbetrieb zu verzichten. Wir setzen deshalb alles daran, eine baldige Halleneröffnung zu ermöglichen. Bis dahin bitten wir Euch und Eure Sportler um Verständnis und Geduld, bis es Möglichkeiten gibt, die Auflagen zu erfüllen.


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