Gemeinderat Otterfing legt Planung auf Eis

Sportzentrum: “Manche Eisen sind zu heiß”

Nach der letzten Kostenaufstellung für das Sportzentrum in Otterfing ist klar: Ein Sportzentrum am Altstandort ist beinahe unbezahlbar. Doch recht viel weiter ist man in der Entscheidung nicht gekommen. Gestern dann die endgültige Wende.

Ein Sportzentrum am Altstandort wird immer unrealistischer.
Ein Sportzentrum am Altstandort wird immer unrealistischer.

Ein neues Sportzentrum am Nordring entpuppt sich immer mehr zum unrealisierbaren Traum: Jüngst wurde deutlich, dass sich die Gesamtbaukosten auf satte 17,6 Millionen Euro belaufen würden. Zuviel für Otterfing. Nun hat der Gemeinderat auf der gestrigen Sitzung beschlossen, die weitere Planung erst wieder im Oktober dieses Jahres anzugehen. Nach jahrelangen und aufreibenden Diskussionen möchte man jetzt erst einmal durchatmen und tief Luft holen.

Manche Eisen sind zu heiß

In der Tischvorlage des Gemeinderates war bei der gestrigen Sitzung vermerkt, alle Planungen vorerst einzustellen. Doch dieser Satz sorgte für weiteren Diskussionsstoff. Otterfings zweite Bürgermeisterin Ulrike Stockmeier (FW) wollte diesen Satz streichen. Robert Schüßlbauer (CSU) kritisierte: “Gerade an diesem Satz haben wir über ein Jahr gearbeitet” und schlug stattdessen die Formulierung “alle Planungen für ein Sportzentrum am Altstandort vorerst einzustellen” vor. Denn die letzte Sitzung habe die Probleme am Altstandort aufgezeigt.

Damit sind die immensen Kosten und die hohen Immissionswerte gemeint. Auch Andreas Eichhorn (SPD) war gegen die pauschale Aussage, dass alle Planungen eingestellt werden. So einigte man sich darauf, den Satz zu streichen. Dennoch wird man die Planungen erst wieder im Oktober aufnehmen. Michael Falkenhahn (SPD) betonte, dass die Grundlage für einen Wettbewerb, bei dem verschiedene Architekten Vorschläge zum Bau abgeben sowie die Machbarkeit derzeit nicht gegeben sei. Stockmeier (FW) ist sehr dankbar für diese Atempause. Sie betont auf Nachfrage:

Jeder kann jetzt Luft holen, hat Zeit nachzudenken, Gespräche zu führen. Diese Freiheit empfinde ich als ganz wunderbar. Im Oktober müssen wir dann den absoluten Neuansatz wagen.

Laut Stockmeier wurde klar aufgezeigt was nicht geht. Ein Sportzentrum am Altstandort sei in der Form, wie sich der Gemeinderat das vorgestellt habe, nicht machbar. Man müsse über einen neuen Standort nachdenken und die Details klären. “Machen wir einen Sportplatz mit Halle oder nur Hartplätze? Oder nur eine Halle? Über diese Dinge wurde nie gesprochen”, so Stockmeier.

Dass die weiteren Planungen erst im Oktober weitergehen sollen, fand Gemeinderat Max Ruf (SPD) nicht ganz optimal. Nach ihm müsse man das Eisen schmieden, solange es noch heiß ist. Bürgermeister Jakob Eglseder erwiderte daraufhin: “Aber manche Eisen sind zu heiß”. Damit ist die langjährige Planung rund um das Sportzentrum nun vorerst endgültig auf Eis gelegt.

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