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Eine Glosse zum Maibaumstehlen

Stangen auf Reisen

Von Florian Eiler

Einmal pro Woche möchten wir uns einem Thema aus Holzkirchen und Umgebung aus satirischer Sicht nähern. Hier die zweite Glosse von Florian Simon Eiler, der das traditionelle Maibaumstehlen mit ganz eigenen Augen betrachtet.

Die Weltrekordler aus Engerwitzdorf / Quelle: aktivnews.de
Die Weltrekordler aus Engerwitzdorf / Quelle: aktivnews.de

Es gibt Dinge, die treiben jedem noch so abgebrühten Maibaumstehler die Tränen in die Augen. Dazu gehört mit Sicherheit ein Traktor samt Greifarm-Frontlader und Anhänger. Mit dem Zeug haben die im Österreichischen Engerwitzdorf, der Name macht eigentlich noch alles schlimmer, Baumgeschichte geschrieben. 15 Mitglieder des Stammtisches „Stammkiste“ haben in drei Nächten ein Dutzend Maibäume gestohlen. Zwölf Stück!!! Weltrekord.

Ablauf war immer derselbe: Späher gibt Freizeichen. Traktor mit Greifarm rollt an und – weg. Was zurückbleibt, ist ein Computerausdruck mit dem Hinweis „Neuer Wohnsitz: Naturgas-Anlage Engerwitzdorf“. Nun können Pregartener, Riedmarker, Gutauer, Reichenauer, Trefflinger, Frensdorfer… und Katsdorfer ihren Baum auf dem Gelände der Naturgasanlage raussuchen. Eine größere Schmach wäre nur noch gewesen, wenn die Stange vom Frauenfußballverein Engerwitzdorf eingesackt worden wäre.

Logistische Probleme durch Kreisel

So, und jetzt sind wir auch wieder froh, dass wir in Holzkirchen sind. Denn in diesem Engerwitzdorf sind die Straßen furchtbar gerade, was den Stangenabtransport ungemein erleichtert. Bei uns würden die „Stammkistenbrüder“ schon bei der Ortseinfahrt am „Maci“ beim ersten Kreisel hängen. Der ganze Frontlader hätte ausgedient, wenn die weiß-blaue Baumspitze in der Friteuse ordentlich gold-braun durchgebraten worden wäre. Fluchend würden die Diebe am nächsten asphaltierten Ring an der Rosenheimer Straße verzweifeln. Auf die nächsten 500 Meter kann man gespannt sein. Unter der Bundesbahn hindurch…, na was kommt dann?

Spätestens beim Ratschiller-Rondell lassen sie, dem Nervenzusammenbruch nahe, ihr Diebesgut liegen. Vor diesem Hintergrund muss man zwei Gruppierungen gratulieren: Die erste sind die Reithamer, die den Maibaum dem Holzkirchner Trachtenverein D’Taubenberger abgeluchst haben. Die zweite sind unsere Gemeindeoberhäupter. Haben sie doch mit ihrer kreisförmigen Asphaltiererei dem Akkordstehlen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Reithamer, der Sepp Estner und sein Team, nicht von folgendem Coup hören: 2004 haben vier gutbetuchte Senioren per Hubschrauber den Maibaum auf der Zugspitze geklaut. Sie forderten als Erlös Saisonkarten und freie Kost im Restaurant. Ohh Mann, mit Luftstraßen hat sich unser Gemeinderat noch nie beschäftigt. Aber das sollte für den neuen Rat kein Problem sein.

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