Multikulti als Chance

von Redaktion

Mike Clarke, aktiv im Helferkreis Holzkirchen und Ehrenamtlicher bei ArrivalAid, wendet sich mit einem Kommentar zur aktuellen Flüchtlingskrise an die HS. Er bemängelt die kurzfristigen Lösungsansätze der Politiker und plädiert für neue Maßnahmen und Investitionen, um Flüchtlingen eine langfristige Integration in die deutsche Gesellschaft ermöglichen zu können.

Für die Asylbewerber in Holzkirchen muss eine langfristige Lösung zur Integration gefunden werden.
Für die Asylbewerber in Holzkirchen muss eine langfristige Lösung zur Integration gefunden werden. / Archivbild

Leserkommentar von Mike Clarke:
Der Flüchtlingsstrom hat alle überrascht. Bundespolizei, Landratsamt, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und sonstige involvierte Akteure arbeiten tagtäglich im Notstand. Ehrenamtliche halten fast alles am Laufen – die geflüchteten Menschen sind in Not und brauchen Hilfe. Eine gewisse soziale Verantwortung und menschliches Mitgefühl sind selbstverständlich.

Politiker äußern sich über Schlepperbanden, eine Verkürzung des Asylverfahrens, hassgetriebene Brandstiftungen der dringend notwendigen Unterkünfte und beschäftigen sich fast nur mit kurzfristigen Problemen. Ohne Frage, die Alltagsprobleme sind wichtig und müssen gelöst werden sowie Ressourcen neu verteilt werden. Aber die Politik muss sich auch Gedanken machen, wie man die Situation langfristig meistern kann.

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Langfristige Integrationsmaßnahmen

Alles, was heute unternommen wird, dient einer kurzfristigen Lösung. Aber die Herausforderung, die von den Flüchtlingsströmen ausgeht, wird über Generationen andauern. Wenn wir diese Herausforderung nicht in den Griff bekommen, sind die Aussichten für Deutschland düster.

Das Ganze ist nicht vorbei, wenn das Asylverfahren beendet ist. Nein, dann fängt es erst an. Ein erfolgreicher Asylbewerber integriert sich in das deutsche Sozialsystem. Er braucht eine Sozialversicherungsnummer, eine Krankenkasse und muss eine bezahlbare Unterkunft finden.

Vor allem aber, braucht er eine Arbeit. Um einen Asylbewerber erfolgreich in unsere Gesellschaft einzugliedern, braucht es Integrationsmaßnahmen, die ohne Ressourcen, Investitionen und Engagement nicht durchführbar sind.

Verstand gegen Angst

Deutschland braucht Arbeitskräfte. Die Asylbewerber könnten diese fehlenden Arbeitskräfte ersetzen. Sicherlich brauchen wir für qualifizierte Führungskräfte eine gezielte Einwanderungsstrategie und entsprechende Gesetze. Dennoch kommen mit den Flüchtlingen auch potenzielle Arbeitskräfte nach Deutschland.

Um dieses Potenzial auszuschöpfen und zu nutzen braucht es große Investitionen, um Ausbildungsplätze und bezahlbare Unterkünfte finanzieren zu können. Manche sprechen von einem Flüchtlings-Zuschlag, ähnlich dem Solidaritätszuschlag, welcher nach der  deutschen Wiedervereinigung in Kraft getreten ist.

Die Akzeptanz eines solchen Zuschlags ist nicht selbstverständlich und die Politik muss Ansätze finden, dass die Bevölkerung, beziehungsweise die Wähler, bereit sind dafür Steuern zu zahlen. Es reicht nicht, sich auf das Mitgefühl zu verlassen, das die Ehrenamtlichen antreibt, Viele in Deutschland jedoch nicht teilen. Die Politik muss das Selbstinteresse der Deutschen ins Spiel bringen. Die Bevölkerung muss bereit sein, die Kosten zu tragen und das auf Dauer. Verstand gegen Angst und Hass. Auch Selbstinteresse ist ein Mittel gegen Rassismus. Um ein berühmtes Zitat von John F. Kennedy zu gebrauchen:

Frag nicht was Deutschland für die Flüchtlinge tun kann, eher was können die Flüchtlinge für Deutschland tun?

Was wird passieren, wenn wir die notwendige Integration unserer Neubürger nicht schaffen? Ghettos in der Innenstadt und Container Townships am Rande der kleinen Gemeinden und Märkte? Eine Parallel-Gesellschaft mit ihren eigenen ungeschriebenen Gesetzen, die ein fruchtbarer Acker für Kriminalität, Radikalismus und Extremismus wird.

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