Google Street View startet heute in Deutschland – Oberstaufen als erster Ort online

Anmerkung vom 02. November / 10:21 Uhr
Oberstaufen im Allgäu ist in aller Munde. Die ganzen Medien kann man gar nicht zählen, die heute über den Start von Google Street View berichten: Der Spiegel, Süddeutsche, Bayerischer Rundfunk, Sat1, Welt Online, n-tv… würde uns nicht wundern, wenn heute Abend sogar die Tagesschau das Thema drin hat.

Und mittendrin als erster Ort Deutschlands, noch vor Berlin oder München, ein kleiner Ort aus dem Oberallgäu. Mit seinen 7.225 Einwohnern vergleichbar mit Gmund oder Rottach-Egern und ähnlich touristisch geprägt wie Bad Wiessee. Der Unterschied: Oberstaufen hat seine Chance genutzt und Mitte August im großen Geheule der Politik und der Gemeinden gegen Street View auf eine andere Strategie gesetzt.

Mit Ihrer Torte und einer offensiven “Wir freuen uns auf Street View” Kampagne fühlten sie sich “wie ein gallisches Dorf” so Bürgermeister Walter Grath. Und haben trotzdem den richtigen Nerv getroffen. Nicht nur viele Bürger fanden die Aktion gelungen, sondern auch google hat die Torte und die positiven Grüße scheinbar so gefallen, dass sie kurzerhand entschieden haben, den Ort ebenfalls zu fotografieren und den offiziellen Street-View-Start in Deutschland nach Oberstaufen zu verlegen.

Heute um 10.30 Uhr ist es also soweit. Google-Sprecher Kay Oberbeck wird gemeinsam mit Tourismuschefin Bianca Keybach die Torte anschneiden. Zeitgleich wird Oberstaufen per Knopfdruck für Street-View freigegeben. Unterm Strich: „Ein Werbeeffekt, den man nicht in Euro und Cent messen kann“, so Bürgermeister Walter Grath.

Hier kann man jetzt schon durch Oberstaufen fahren und sich den Ort sowie die Funktionen von Street View anschauen. Gleich vorne sieht man auch ein verpixeltes Haus:

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Und hier noch zum Abschluß ein Link auf eine kleine Street-View-Deutschlandreise.

Ursprünglicher Artikel vom 26. August:
Georg Overs, Geschäftsführer der TTT, auf die Frage was der internetbasierte Geodienst dem Tegernseer Tal bringen kann:

Google-Street-View wird für Gäste eine sehr interessante Möglichkeit zur Information über die in Frage kommende Unterkunft sein.

Wir gehen davon aus, dass die meisten Betriebe hier keinen Widerspruch einlegen, sondern diesen Service eher positiv bewerten. Schließlich sehen sie schön aus und haben gerade derzeit einen wunderschönen Blumenschmuck.

Insgesamt raten wir dazu, die Sache gelassen zu sehen. Es bleibt aber natürlich Entscheidung des Einzelnen, ob Widerspruch eingelegt wird oder nicht.

Soweit die Einschätzung der TTT, mit der sie sich in die immer größer werdende Schar an Tourismusverbänden und Gemeinden einreiht, die Street View eher begrüßen als verdammen.

Torte für google

Wie man es aber auf die (positive) Spitze treiben kann mit dem begrüßen von Street View, macht die Gemeinde Oberstaufen im Allgäu vor.

Mit dieser Torte und diversen Aktivitäten bei youtube, facebook sowie anderen Medien hat es Oberstaufen geschafft, gegen den Trend, einen marketingtechnisch genialen Coup zu landen.

Der Lohn dafür ist eine sehr umfangreiche Berichterstattung in den klassischen Massenmedien. Ganz konkret sind das Berichte im ZDF, bei RTL und Sat.1, im Bayerischen Rundfunk sowie in zahlreichen Zeitungen und Magazinen. Alle binden die mittlerweile bekannteste Torte Deutschlands, im Rahmen ihrer Street View-Reportagen, in die Berichterstattung ein. Und bescheren so dem Ort eine sehr große Aufmerksamkeit.

Doch zurück zur eigentlichen Frage: Warum macht Oberstaufen das? Dazu die Tourismuschefin Bianca Keybach:

Die Begründung ist eigentlich ganz einfach, denn bei objektiver Betrachtung spricht nichts gegen Google Street View – und aus touristischer Sicht bringt es nur Vorteile.

Mit dem Online-Dienst können sich Interessierte zum Beispiel die Lage der Gastgeber vor der Buchung genau ansehen, Oberstaufen schon vor der Anreise genauer ansehen oder nach dem Urlaub Bekannten zeigen, wo man überall gewesen ist. Damit lässt sich vermeiden, dass der ein oder andere bei seiner Ankunft vielleicht enttäuscht ist, weil die Erwartungen anders gesetzt wurden.

Wir können es also nur begrüßen, wenn man überall in der Welt einen virtuellen Spaziergang durch unsere Gemeinde machen kann.

Für Oberstaufen hat sich in diesem Fall die Offenheit und vor allem der Mut zum Risiko bereits gelohnt. Hier ein Bericht bei Sat.1, der dem Ort defakto 2 1/2 Minuten kostenlose Werbung beschert.

Diskussionspunkt Datenschutz bleibt trotzdem bestehen

Bei aller Euphorie darf man natürlich das Thema Datenschutz nicht vernachlässigen. Jeder, der sein Haus nicht veröffentlicht haben möchte, kann dazu auf dieser Seite widersprechen und so sein Haus unkenntlich machen. Gesichter und Autokennzeichen werden sowieso verpixelt. Weitere ausführliche Informationen zum Widerspruch finden sich auch im News-Bereich der Anwaltskanzlei Wilde, Beuger und Solmecke.

An dieser Stelle noch der Hinweis auf einen sehr interessanten Artikel im ZDF-Blog, der sich ausführlich mit dem Thema Street View beschäftigt und das ein oder andere vielleicht klarer macht.

Gemüsehändler, die frisches Obst nach Hause liefern, Restaurants, die Tagesgerichte durch offene Fenster verkaufen: Unternehmen im Oberland werden erfinderisch im Überlebenskampf gegen die Corona-Krise. Nur müssen die Menschen im Tegernseer Tal und darüberhinaus auch von diesem Erfindungsreichtum erfahren.

Um diese über den ganzen Landkreise verteilten Angebote übersichtlich zu bündeln, hat die TS eine Karte entwickelt: “das Tegernseer Tal schafft's” vernetzt kleine Unternehmer mit ihren Kunden. Wenn Sie, gegen einen Unkostenbeitrag, mit in der Karte und auf der Tegernseer Stimme aufgenommen werden möchten, melden Sie sich direkt bei uns.

Martina von Dall`Armi E-Mail martina@tegernseerstimme.de Tel 08022 / 509 21 20

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