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Eine Willkommens-Party für die ukrainischen Mitbürger

Streetfood-Markt in Wiessee ein voller Erfolg

Von Sabiene Hemkes

In Bad Wiessee organisierten “Leda & Friends“ eine richtige Street-Party. Viele Menschen trotzten dem Wintereinbruch im April und folgten der spontanen Einladung. Gutes Essen, leckere Getränke, Musik und viele tolle Menschen. Alles so schön bunt hier.

Ein rundum gelungener Nachmittag

Normal und schön hat es sich angefühlt, am Sonntagnachmittag den Streetfood-Markt „Leda & ZW’eck“ zu besuchen. Die Hütten, aus denen das Essen verkauft wurde, waren in den letzten Jahren kaum in Gebrauch. So meinte auch eine der Mitarbeiterinnen, bei der wir den dampfenden Kaffee und den leckeren Blechkuchen von Tremmel bestellten, lachend:

Mit dem Schnee und den Holzbuden, fühlt sich das fast an wie auf dem Weihnachtsmarkt früher.

Den weihnachtlichen Spaß hatten wir im Tal schon lange nicht mehr. Auch die aufgestellten Heizpilze funktionierten nach der langen Corona-Zwangspause erst nach und nach wieder. Kalt war es auf dem Streefood-Markt – ja – aber das hat gefühlt kaum jemanden davon abgehalten, die so vermisste Atmosphäre der tausend leckeren Düfte und ein bisschen Musik zu genießen. Rundherum nur zufriedene und glückliche Gesichter.

Fast zu schön, wäre nicht der eigentliche Anlass die Flucht zahlreicher Menschen aus ihrem Heimatland der Ukraine. Am gestrigen Nachmittag wollte das Tal „Herzlich Willkommen“ sagen. Und das hat wie es scheint ganz wunderbar geklappt. Wie Philipp Aberle, einer der Organisatoren von Leda & Friends, gerade am Telefon berichtete:

Wir sind superhappy alle. Insgesamt waren gestern zirka 1.000 Personen bei uns auf dem Markt. Über 800 Essen haben wir rausgegeben – am Ende war restlos alles weg.

Ungefähr 200 der Pizzen, Burger, Saiblinge und anderen Köstlichkeiten gingen an die eingeladenen Flüchtlinge im Tal. Teils kamen die Menschen in Gruppen wie die 70 Flüchtlinge aus Gmund, die Bürgermeister Alfons Besel mitbrachte. Andere wurden mit einem Bus der Organisatoren aus Kreuth zum Fest gebracht und viele kamen auch gemeinsam mit ihren Gastfamilien.

Sabich – eine Art israelisches Sandwich – richtig lecker

Als Spende kamen insgesamt stolze 8.000 Euro zur Unterstützung der Talgemeinden bei der Flüchtlingsarbeit zusammen. Immer noch berichten die Organisatoren ganz begeistert über die „friends“, die auch nachdem der Flyer längst gedruckt und verteilt war, immer weiter anwuchsen. Max Rampf berichtet:

Es ist einfach unglaublich gewesen. Jeder hat angeboten mitzumachen. Und keiner wollte etwas dafür nehmen. Selbst der Wareneinsatz wurde komplett gespendet.

So haben die Leute von Party Blümer die zusätzlichen Stehtische, Heizpilze und vieles mehr vorbeigebracht, die Firma Delight hat die Musikanlage gesponsert und Michi Schröter, der Küchenchef vom Golfclub, habe spontan den Kollegen Kellermann beim „Saibling anrichten“ in der Bude unterstützt. Selbst als die Sicherungen im Hotel den Geist aufgaben, war Hilfe nicht weit, wie Aberle begeistert berichtet:

Der Jelinek (Anm. d. Red. Elektro Jelinek) ist einfach ins Haus gestürmt, hat im Sicherungskasten die Leitungen ausgemessen und alles wieder zum Laufen gebracht.

Heute erhielten Aberle und Rampf, wie sie erzählen, schon den ganzen Tag Anrufe, Mails und WhatsApp- Nachrichten von den Flüchtlingen. „Alle bedanken sich für den tollen Nachmittag und die Einladung“. Einige berichten, so Aberle weiter, sie haben Freunde und Bekannte getroffen an den Ständen, von denen sie nicht wussten, dass sie auch im Tal untergekommen seien. Andere schwärmten von der wunderbar freundlichen Atmosphäre bei der Veranstaltung. „Es wurden wohl auch viele neue Bekanntschaften geschlossen und Kontaktdaten ausgetauscht“, berichtet er und ergänzt: „Wir jedenfalls haben das Gefühl, der Event war ein guter Einstieg in das ‚neue Zusammenleben‘ im Tal“.

Hier nochmal alle Eindrücke auf einen Blick:

Sabich – eine Art israelisches Sandwich – richtig lecker
Groß und Klein fühlten sich gestern Nachmittag willkommen
Endlich mal wieder ein Gefühl der Zusammenkunft
Der kleine Markt war zeitweise rappelvoll
Pizza und Glühwein waren gestern heiß begehrt
Diese beiden Freunde sind in der Unterkunft in Wildbad Kreuth aufgenommen worden


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