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Tarifverhandlungen ohne Ergebnis unterbrochen

Spielbank: Droht an Pfingsten Streik?

Von Nicole Posztos

streik spielbank (1 von 1)Aktualisierung vom 11. März 2014 / 16:31 Uhr
Gestern Vormittag demonstrierten die Mitarbeiter der Wiesseer Spielbank vor dem Hotel zur Post für eine Lohnerhöhung und bessere Arbeitsbedingungen. Im Anschluss daran trafen sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite zu Verhandlungen. Diese wurden heute ohne Einigung unterbrochen. Ab Pfingsten drohen nun erste Streiks, die auch die Gemeindekasse belasten könnten.

Die Situation im Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Staatlichen Lotterieverwaltung ist verfahren. Die Angestellten der Wiesseer Spielbank wollen an dem guten Jahresergebnis der Casinos beteiligt werden und fordern daher eine Lohnerhöhung von fünf Prozent und bessere Arbeitsbedingungen. Die Staatliche Lotterieverwaltung ist dagegen nur bereit, die Gehälter um ein Prozent zu erhöhen.

Verdi-Mitglieder beraten weiteres Vorgehen

Nachdem Verdi-Verhandlungsführer Klaus Grünewald bereits gestern in Wiessee wenig Hoffnung auf eine baldige Einigung zeigte, scheint sich diese Vermutung nun zu bestätigen: Die Verhandlungen wurden mittlerweile ohne Einigung unterbrochen. „Auf dieser Basis sind wir nicht bereit, weiter zu verhandeln“, so Grünewald vor wenigen Minuten gegenüber der TS.

Über das weitere Vorgehen sollen nun die Angestellten der bayernweit neun Spielbanken gemeinsam entscheiden. „Man werde innerhalb der nächsten sechs Wochen Mitgliederversammlungen einberufen, danach sehe man, wie es weiter gehe, sagt Grünewald. Sprechen sich die Angestellten für weitere Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite aus, sollen die Verhandldungen so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden.

Bleiben die Arbeitnehmer hart, will Verdi sich an die Bürgermeister der Kommunen wenden und sie als Vermittler gewinnen. „Auch für die Gemeinden geht es hier schließlich ums Geld“, erklärt Grünewald. Bleibt eine Einigung dann noch immer aus, werden auch längere Streiks in Erwägung gezogen. Vor Pfingsten sei an Streik aber nicht zu denken, so der Verdi-Verhandlungsführer abschließend. Vonseiten des Bayerischen Finanzministeriums und der staatlichen Lotterieverwaltung war heute niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Ursprünglicher Artikel vom 10. März mit der Überschrift: Demo mit Anzug und Fliege
Die Mitarbeiter der Wiesseer Spielbank haben heute Vormittag vor dem Hotel zur Post gegen Personalabbau und zu lange Arbeitszeiten demonstriert. Rund 60 Angestellte kamen zu der von der Gewerkschaft Verdi organisierten Kundgebung. Sie fordern eine Lohnerhöhung von fünf Prozent. Heute und morgen treffen sich in Wiessee die Verhandlungsführer von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite zu Gesprächen.

Angestellte wollen ihr Stück vom Kuchen

Im vergangenen Jahr sind die Bruttospielerträge der Bayerischen Spielbanken bayernweit um 9,3 Prozent auf 5,6 Millionen Euro gestiegen. In Wiessee stand sogar ein 15-prozentiger Anstieg zu Buche. 4,6 Millionen Euro kommen daher allein aus dem Tegernseer Tal. Für die Gemeinde kamen so im Zuge der Spielbankenabgabe Mehreinnahmen von 500.000 Euro zusammen.

Nun wollen auch die insgesamt 137 Angestellten der Spielbank an der positiven Entwicklung beteiligt werden und mehr Geld sehen. „In den vergangenen zwei Jahren wurden insgesamt 25 Stellen abgebaut. Geht es nach den Verantwortlichen der Spielbank, soll sich dieser Trend fortsetzen“, erklärt Klaus Grünewald, hauptamtlicher Vertreter von der Gewerkschaft Verdi.

Doch die Angestellten wollen sich damit nicht abfinden und fordern nun eine Lohnerhöhung um 5,5 Prozent und eine bessere Planungssicherheit. Zehnstündige Dienste, permanente Nachtarbeit und ständige Schichten an Wochenenden und Feiertagen zehren an ihren Kräften. Zudem bemängeln sie die aus ihrer Sicht zu dünne Personaldecke. „Wird jemand krank, muss ein anderer gleich aus dem Urlaub geholt werden“, so Grünewald weiter.

Arbeitgeber bieten 1 Prozent mehr Lohn

Aus Sicht der Staatlichen Lotterieverwaltung ist eine Lohnerhöhung in diesem Maße allerdings nicht drin. Derzeit bietet die Lotterieverwaltung den Angestellten eine 1-prozentige Steigerung der Bezüge an. Für den Gewerkschafter Grünewald ist das allerdings viel zu wenig. „Ich denke nicht, dass wir heute zu einer Einigung kommen werden. Wir haben klare Vorstellungen“, gibt sich der Verdi-Vertreter entschlossen.

Um doch eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu erreichen, treffen sich derzeit sämtliche Direktoren bayerischer Spielbanken sowie Führungskräfte der Staatlichen Lotterieverwaltung im Hotel zur Post in Bad Wiessee. Für Verdi sitzt Klaus Grünewald am Tisch, der Freistaat Bayern wird durch Peter Rötzer vertreten. Kommt es bis morgen Abend zu keinem Kompromiss, stehen möglicherweise echte Streiks im Raum.

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