Streiks bei der Bahn: BOB-Geschäftsführer mit offenem Brief an die GDL

Von Redaktion

Ergänzung vom 04. April / 09:01 Uhr
Die „Politik der Nadelstiche“ hat der Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn, Heino Seeger die Taktik der GDL (Gewerkschaft der Lokomotivführer) genannt.

Da die GDL vor einiger Zeit den unbefristeten Streik ausgerufen hat, hat sich nun die BOB mit einigen privaten Eisenbahnunternehmen zusammengetan und in einem offenen Brief den Bundesvorsitzenden der GDL scharf angegriffen. Dabei werfen die Verantwortlichen Eisenbahner der Gewerkschaft vor eigentlich kein Interesse an einer Lösung zu haben, auf politische Machtspielchen aus zu sein und damit indirekt den Mitarbeitern der privaten Unternehmen zu schaden.

Den ganzen Brief im Wortlaut kann man sich hier durchlesen:

Offener Brief - Seite 1
Offener Brief - Seite 1

Heino Seeger im Kurzgespräch zu den Streiks bei der Bahn. Quelle: Miesbacher-Regionalwochen.de

Ursprünglicher Artikel vom 10. März mit der Überschrift: „Streiks bei der Bahn: BOB-Geschäftsführer erklärt die „Politik der Nadelstiche“
Anfang der Woche hat die Gewerkschaft der Lokführer einen unbefristeten Arbeitskampf angekündigt. Und heute früh ist es zum ersten Mal soweit: Sehr kurzfristig hat man den aktuellen Streik auf 04 Uhr einberufen. Dauern soll die Arbeitsniederlegung bis 10 Uhr.

Zurzeit gehen die Verantwortlichen bei der BOB davon aus, dass bei ihnen keine Lokführer in den Ausstand treten werden. Jedoch kann es, wie auch schon bei den vorangegangenen Warnstreiks, insgesamt zu Verzögerungen kommen, die dann auch bis in den Nachmittag reichen können.

Wir haben bereits gestern mit Heino Seeger, dem Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn, über die möglichen Auswirkungen der unbefristeten Streiks auf die BOB gesprochen.

Werden sich die kommenden „großen“ Streiks in irgendeiner Art und Weise auf die BOB auswirken?

Heino Seeger: Die BOB Lokführer sind nicht bei der GDL. Aus dem Grund wird die Bayerische Oberlandbahn generell nicht direkt bestreikt. Aber es kann natürlich zu Auswirkungen auf den Fahrbetrieb kommen. Wenn, wovon wir ausgehen, beispielsweise die S-Bahn München bestreikt wird, dann hält die BOB an den Stationen Otterfing, Sauerlach sowie Deisenhofen und nimmt die Gäste der S-Bahn auf.

Also so wie auch schon bei den Warnstreiks der letzten Wochen?

Heino Seeger: Richtig, denn wir können ja nicht mit 100 km/h durch die Bahnhöfe fahren und die Leute da stehen lassen.

Welche zeitliche Verzögerung ergibt das im Schnitt?

Heino Seeger: Das gibt in der Ankunft am Münchner Hauptbahnhof zwangsläufig etwa 10 Minuten Verspätung.

Die Auswirkungen sind somit nicht groß anders wie die eines befristeten Streiks?

Heino Seeger: Doch, der größte Unterschied liegt in der Ankündigung. Meistens kommt die sehr kurzfristig, damit wir uns nicht darauf einstellen können. Wir schätzen derzeit also ein, dass einen Ankündigung am späten Abend kommt und die Streiks dann von 4/5 Uhr vom nächsten Morgen an bis etwa 10 Uhr dauern.

Und das kann dann z.B. 3 Monate so gehen. Morgens oder plötzlich im Feierabendverkehr von 17 – 20 Uhr. Mal Montags und Mittwoch, dann wieder Dienstags und Freitags. Sozusagen eine Politik der Nadelstiche. Und darauf können wir uns betrieblich nur sehr schwer darauf einstellen.

Zu den Hintergründen der Streiks empfehlen wir diesen Artikel bei Spiegel Online.


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