Streiks bei der Bahn – Züge der BOB waren ebenfalls betroffen: Aber wie geht es weiter?

Von Redaktion

Zweite Anmerkung vom 27. Oktober / 10:28 Uhr
Der Verlauf der gestrigen Streiks bei der BOB wird von den Akteuren unterschiedlich interpretiert. Wenn man den Gewerkschaften glauben darf, war es ein großer Erfolg. Laut GDBA waren insgesamt 25 Mitarbeiter bei der Bayerischen Oberlandbahn in Streik getreten. Dadurch kam es zu Komplettausfällen zwischen 5 und 8 Uhr.

Bei der BOB hört es sich erwartungsgemäß anders an. Gegenüber dem Merkur sprach Geschäftsführer Heino Seeger von 5 BOB-Mitarbeitern, die gestreikt haben. Und auch in der offiziellen Erklärung wird der Unterschied bei der Interpretation der Auswirkungen sichtbar:

Aufgrund des heutigen Warnstreiks mussten einige Züge der Bayerischen Oberlandbahn GmbH (BOB) ausfallen bzw. wurden durch Busse ersetzt. Betroffen waren die Verbindungen zwischen Holzkirchen und dem Oberland.

Ursache war der Streik der Fahrdienstleiter in Schliersee, Miesbach und Schaftlach, infolgedessen die Züge zwischen 5 und 8 Uhr an den Endbahnhöfen Bayrischzell, Tegernsee und Lenggries stehen bleiben mussten. Ersatzweise konnte die BOB für die meisten Züge Busse einsetzen. Zwischen Holzkirchen und München verkehrte die BOB mit Verspätungen von bis zu 15 Minuten, um den Anschluss der Busse aus dem Oberland zu gewährleisten. Gegen 8 Uhr war der Streik beendet, sodass anschließend wieder im normalen Fahrplan gefahren werden konnte.

Insgesamt waren am Morgen rund 70 % der sonst mit der BOB verkehrenden Fahrgäste unterwegs. Aufgrund eines von der Bayerischen Oberlandbahn erstellten Ersatzplans wurden die Reisenden trotz des Streiks mit den oben erwähnten Verspätungen gefahren. Beispielsweise hatte die BOB eine bestimmte Anzahl Züge in Holzkirchen bereit gestellt, um die Fahrgäste, die mit Bussen aus dem Oberland anreisten, schnellstmöglich nach München zu bringen. Zusätzlich informierten an bestimmten Bahnhöfen Mitarbeiter der BOB über die aktuelle Situation bzw. verwiesen die Fahrgäste auf die Busse.

Der gestrige Tag ist zwar überstanden. Und in den meisten Fällen auch mit keinen allzu dramatischen Auswirkungen. Aber die Frage ist, wie geht es jetzt weiter mit den Streiks? Müssen wir uns auf einen heißen Herbst einstellen, in dem die BOB immer wieder ausfällt?

Eine klare Antwort dazu gibt es derzeit noch nicht. Die Verhandlungen zwischen der Bahn und den beiden Gewerkschaften (GDBA und Transnet) sollen am Freitag fortgeführt werden.
Wie es danach weitergeht, weiß man nicht mal bei der BOB.

Wir wissen auch nur das, was durch die Medien geht. Das bedeutet wir müssen die Verhandlungen abwarten und danach schauen, wie wir mit der Situation umgehen.

so Pressesprechering Gabriela Wischeropp auf Nachfrage.

Anmerkung vom 26. Oktober / 07:12 Uhr
Hier die aktuelle Meldung der BOB herausgegeben um 07:10 Uhr.

Sehr geehrte Fahrgäste, auf Grund der aktuellen Streikmeldungen verkehren zwischen Holzkirchen und dem Oberland keine Züge. Mit einem voraussichtlichen Streikende ist zu 08:00 Uhr zu rechnen.

Durch den Schülerbusverkehr ist es uns leider nicht möglich einen Busnotverkehr für Sie einzurichten.

Zwischen Holzkirchen und München fahren die Züge der BOB regulär.

Die ersten Züge werden voraussichtlich wie folgt verkehren: ab Tegernsee 07:57 Uhr mit Verspätung; ab München Hbf 08:10 Uhr

Ursprünglicher Artikel vom 25. Oktober mit der Überschrift „Streiks bei der Bahn – Züge der BOB ebenfalls betroffen: „Auch wir wissen nicht, wie es morgen früh auf den Bahnhöfen aussieht“:
Zwar versucht die BOB den Betrieb trotz Warnstreiks aufrecht zu erhalten, aber „wer nicht muss, sollte morgen erst ab 10 Uhr fahren. Das gilt natürlich auch für die Bahnhöfe in Gmund und Tegernsee“ so die Pressesprecherin Gabriela Wischeropp zur Tegernseer Stimme.

Zum Hintergrund: Die Gewerkschaften Transnet und GDBA haben bundesweit Warnstreiks angekündigt, mit denen ab dem morgigen Dienstag zu rechnen ist. Voraussichtlich werden die Streiks zwischen 5 und 10 Uhr morgens stattfinden. Dazu aufgerufen sind alle Eisenbahner. Und somit die Lokführer als auch Fahrdienstleiter, Rangierer und Kundenberater.

Aber, so Gabriele Wischeropp weiter:

Auch wenn die BOB-Mitarbeiter wie gewohnt ihren Dienst antreten, können die Züge jedoch nur verkehren, wenn alle anderen notwendigen Plätze ebenfalls besetzt sind, wie beispielsweise die Positionen der Fahrdienstleiter bei der DB Netz.

Infolgedessen werden wir erst morgen früh wissen, wie sich der Streik auf den Fahrplan auswirken wird.

Laut den Verantwortlichen werden zwar ergänzend Busse angemietet, um gegebenenfalls einen Schienenersatzverkehr einzurichten. Da jedoch besonders am Morgen die meisten Busse im normalen Verkehrsbetrieb eingesetzt sind, stehen voraussichtlich nicht ausreichend Kapazitäten zur Verfügung. Genaues weiß man bei der BOB aber auch erst morgen früh. Und im Endeffekt bringt den Pendlern, die beispielsweise nach München müssen, auch nur ein Ersatzverkehr etwas, der bis nach München fährt. Holzkirchen würde nicht ausreichen, da dort dann das nächste Problem bereitsteht: Die S-Bahnen fahren nämlich auch nicht.


Reisende können sich morgen früh auf unterschiedliche Weise über den aktuellen Stand informieren:

– beim Servicetelefon der BOB unter der Telefonnummer 08024 997171
– im Internet unter www.bayerischeoberlandbahn.de
– über twitter bei www.twitter.com/BOB_Info

Darüber hinaus werden an bestimmten Bahnhöfen Mitarbeiter der BOB über die Situation informieren.


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