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Wie das weibliche Geschlecht die Macht am Tegernsee übernimmt

Tal-Frauen starten durch

Von Redaktion

Jahrhunderte lang bestimmten Männer das Leben im Tegernseer Tal. War nicht immer erfolgreich. Jetzt haben ausgerechnet die CSU und der traditionellste unter den hiesigen Vereinen die Wende beschlossen.

Frauen an die Macht. Zumindest die Wiesseer CSU ist bereit.

Vielleicht liegt es am neuen Ministerpräsidenten. Vielleicht am Wetter. Aber der große Knaller flatterte beiläufig heute auf unseren Redaktionstisch: Die CSU Oberbayern hat mit den zuständigen Ortsgruppen im Tegernseer Tal eine Welle der Modernisierung beschlossen. In Bad Wiessee verzichtet Florian Sareiter auf eine Kandidatur zum Bürgermeister.

Es wird Zeit, dass wir eine neue, weiblichere Komponente in unsere Gemeinde bekommen. Zuletzt war zu sehr Streit das bestimmende Element. Ich glaube, uns täte allen eine versöhnende Frau in Wiessee gut.

Als mögliche Anwärterin auf den Bürgermeisterposten kommt die langjährige Gemeinderätin Ingrid Versen in Frage. Die als Mediatorin mehrfach ausgezeichnete CSU-Chefdiplomatin hat internationale Erfahrung und kennt das politische Gefüge in Bad Wiessee aus dem Effeff. Derzeit weilt sie in einem Kloster im nepalesischen Karmalaya, um sich auf die Herausforderung einzustimmen.

Und auch am Südufer geht man mit ins 21. Jahrhundert. Rottachs Zweiter Bürgermeister Josef Lang, ein bekennender und langjähriger Feminist, hat eine 360-Grad-Wende eingefordert. „Bei der Polizei waren wir mit weiblichen Personen in Leitungen bestens vertraut. Das brauchen wir auch in Rottach-Egern.“ Er schlug Anastasia Stadler als nächste Bürgermeister-Kandidatin vor, die auch prompt von den CSU-Mitgliedern einstimmig angenommen wurde.

Männlicher Nachwuchs fehlt

Der nächste Knaller folgte kurz darauf: Die Tegernseer Gebirgsschützen werden ebenfalls weiblicher: Hauptmann Florian Baier legt mit sofortiger Wirkung das Amt zugunsten von Ika Freudenberg ab. Damit nicht genug: Bis zum 1. April 2020 will man fünfzig Prozent Frauen als Gebirgsschützinnen in den Reihen wissen. Die Traditions-Truppe mit den Flinten hatte seit dem neunten Jahrhundert nur Männer an der Spitze. Aber in jüngster Zeit mehren sich Stimmen, die von Nachwuchsproblemen sprechen.

„Wir haben gesehen, dass Modernisierung auch für uns kein Fremdwort sein darf. Dann kann man auch von unseren Mitgliedern erwarten, dass sie Frauen mit Gewehren und Hüten akzeptieren“, so ein Gebirgsschütze, der lieber anonym bleiben will. Einzig das in der Nähe von Rom lebende Ehrenmitglied Josef R. findet kritische Worte: „Kriege hin oder her. Männer haben sich seit Jahrtausenden bewährt. Aber mit Frauen haben wir nach Maria Magdalena eigentlich nicht so gute Erfahrungen gemacht.“


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