Tal-Hirte aus Leidenschaft – mitnichten wider Willen: Leserkommentar zur Amtseinführung von Pfarrer Waldschütz

Von Redaktion

Dritte Anmerkung vom 11. November / 01:35 Uhr:
Nicht dass er untergeht – der aktuelle Kommentar eines Leser zur nicht mehr ganz so aktuellen Amtseinführung von Pfarrer Waldschütz:

I bin zwar scho a bissal schbaad dro, aber i denk es soid no gschrim wern. De Mess und Amtseinführung vom Herrn Pfarrer Waldschütz war wunderschee. Und de Red vom Kreuther Bürgermeister sowie de Geschenke waren sehr treffend und kamen von Herzen. Do kunt ma glad a Kreuther wern. Sogar de Red vom Evangelischen Pfarrer war no lustig, wen’s a scho a aufgwärmde war. An Vogl an dem Dog bzw. der Mess, hod da Deganseer Bürgermeister Janssen obgschossn. In Kirch is a zletzt einakemma (am Palmsonndog war a da Palmesel gewesen).
Oiso erlich, als Oberhaupt da Schdod is ma doch überpünktlich und bei de ersten dabei. Und dann zum Schluss de Red, de hed a si wirklich sparn kenna, genauso wir seine vier Geschenke. A Deganseer Heft, was für ein großartiges Symbol. Sowie die Geschichte vo de scheena Berg. I hob gedacht jetzt griagda a Jahresabo für de Wallbergbahn um dort oben Kraft zu tanken. Doch im Gegenteil er muß no an obgrissna, gschützdn Enzian entgegen nehma. Wir derf des sei? Alle anderen wern gschdrafft wenns dabei dawischt wern und er der feine Herr darf in in alle Öffentlichkeit herschenga. Doch die Hoffnung kam dann wieder, ois er vom zwoadn Geschenk ogfanga hod. Vom wunderschönen See hod er gschbrocha. Jetzt hob i gedacht, jetzt griagda a Jahresabo vo da Schifffahrt damit er zu de anderen Kirchen vielleicht midn Schiff hi fahrn ko aber wieder wars nix. Na ja des Seelaub kona si vielleicht and Wand hi henga. Doch das letzte Geschenk hat alle anderen weit übertroffen. Der Händedruck eines Bürgermeisters. Wenn der so vui wert is, wir seine Bürgerentscheide, dann Dankeschön oder besser Guadnacht.
In diesem Sinne ois guade Herr Pfarrer in Degansee.

Zweite Anmerkung vom 01. November / 15:38 Uhr:
Wie der Merkur heute berichtet, wurde Pfarrer Waldschütz gestern in sein Amt als Leiter des neu gegründeten Pfarrverbandes Tegernsee-Egern-Kreuth eingeführt.

Mit den Worten „Ich bin angekommen“ hat der neue Pfarrer, nach den Missverständnissen über seine vermeintliche „Unlust“ von Holzkirchen wegzugehen, sicherlich den richtigen Ton getroffen. Wie es zu den Verstimmungen vor mehreren Monaten gekommen ist, erläutert Pfarrer Waldschütz in einem kurzen Interview (siehe ursprünglicher Artikel), dass er uns Anfang Mai gegeben hat.

St. Quirinus wird Zentrum des neuen Pfarrverbandes

Anmerkung vom 20. Mai / 14.55 Uhr mit der Überschrift „Tal-Hirte aus Leidenschaft – mitnichten wider Willen“
Eine nette Randbemerkung zu dem Thema. In der Tegernseer Stadtratsitzung hat sich der Bürgermeister Peter Janssen sehr positiv über die Ernennung des neuen Pfarrers Walter Waldschütz geäußert. Wörtlich sagt Janssen:

„Ich glaube, dass wir hier einen ganz besonderen Pfarrer bekommen, der sehr großes Ansehen genießt. Der sich auch immer als sehr offen gezeigt hat. In Richtung Ökomene und auch in Richtung Integration von ausländischen Menschen . Und ich freue mich sehr, dass er hierher kommt.“

Ursprünglicher Artikel vom 07. Mai 2010:
Wir waren ein wenig erschrocken über die Titelseite der gestrigen Ausgabe der Tegernseer Zeitung. Da stand in großen Lettern „Abschied wider Willen. Dekan Waldschütz wechselt nach Tegernsee.“ Und in der Online-Ausgabe der Tegernseer Zeitung ist sogar vom „Tal-Hirte wider Willen“ die Rede.
Für den Start des neuen katholischen Pfarrverbandes Tegernsee-Egern-Kreuth mit seinem zukünftigen Oberhaupt Walter Waldschütz ist so eine Überschrift natürlich ein Bärendienst. Denn der Zusammenschluß der Pfarreien mit St. Quirinus in Tegernsee als Hauptsitz ist nicht unumstritten. Das zeigt schon die Formulierung der Pressemitteilung (öffnet als PDF-Datei) des Erzbischöflichen Ordinariats. Und ob die Zukunft des Pfarrverbandes ein Erfolg wird, hängt auch von der Art ab wie das Thema kommuniziert wird. Denn am Ende geht es hier um das zukünftige geistliche Oberhaupt von mehreren Tausend Gläubigen. Das letzte was diese Menschen hören möchten ist, dass Ihr neuer Pfarrer keine Lust auf seine zukünftige Aufgabe hat.
Aus dem Grund haben wir Herrn Waldschütz gefragt was an diesen Formulierungen dran ist. Das kurze Gespräch möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenhalten.

Tegernseer Stimme: Guten Tag Herr Waldschütz, Ich komme gleich zum Punkt unseres Gesprächs, dem Bericht in der Tegernseer Zeitung. Ist es tatsächlich so, dass Sie Ihre neue Aufgabe „wider Willen“ antreten?

Dekan Waldschütz: Nein, diese Formulierung halte ich so für nicht treffend. Auch und gerade nicht für die Katholiken, für die ich zukünftig Seelsorger sein soll und darf.

Tegernseer Stimme: Sie schreiben in einem Kommentar im Online-Auftritt der Tegernseer Zeitung, dass es eher „zunächst nicht ganz freiwillig“ heißen müsste.

Dekan Waldschütz: Ja so sehe ich es. Ich selbst wäre nicht auf die Idee gekommen, nach Tegernsee zu gehen. Aber ich habe der Bitte des Erzbischofs gerne entsprochen.
Natürlich freue ich mich auf diese neue Aufgabe und Herausforderung, wenn ich hier erst einmal gut abgeschlossen habe in Holzkirchen.
Es wäre aber auch schade und schlimm, wenn mir hier der Abschied gar nicht schwer fallen würde. Holzkirchen ist zu einer echten Heimat geworden mit allen Menschen hier. Das wünsche ich mir dann auch für den neuen Pfarrverband am Tegernsee.

Wir danken Herrn Waldschütz für die klärenden Worte. Und sind überzeugt, dass sie die Motivation und das Interesse an der neuen Aufgabe etwas besser darstellen als pauschale Aussagen wie „Hirte wider Willen“.


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