Tal-Hirte aus Leidenschaft – mitnichten wider Willen

Von Redaktion

St. Quirinus wird Zentrum des neuen Pfarrverbandes

Wir waren ein wenig erschrocken über die Titelseite der gestrigen Ausgabe der Tegernseer Zeitung. Da stand in großen Lettern „Abschied wider Willen. Dekan Waldschütz wechselt nach Tegernsee.“ Und in der Online-Ausgabe der Tegernseer Zeitung ist sogar vom „Tal-Hirte wider Willen“ die Rede.
Für den Start des neuen katholischen Pfarrverbandes Tegernsee-Egern-Kreuth mit seinem zukünftigen Oberhaupt Walter Waldschütz ist so eine Überschrift natürlich ein Bärendienst. Denn der Zusammenschluß der Pfarreien mit St. Quirinus in Tegernsee als Hauptsitz ist nicht unumstritten. Das zeigt schon die Formulierung der Pressemitteilung (öffnet als PDF-Datei) des Erzbischöflichen Ordinariats. Und ob die Zukunft des Pfarrverbandes ein Erfolg wird, hängt auch von der Art ab wie das Thema kommuniziert wird. Denn am Ende geht es hier um das zukünftige geistliche Oberhaupt von mehreren Tausend Gläubigen. Das letzte was diese Menschen hören möchten ist, dass Ihr neuer Pfarrer keine Lust auf seine zukünftige Aufgabe hat.
Aus dem Grund haben wir Herrn Waldschütz gefragt was an diesen Formulierungen dran ist. Das kurze Gespräch möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenhalten.

Tegernseer Stimme: Guten Tag Herr Waldschütz, Ich komme gleich zum Punkt unseres Gesprächs, dem Bericht in der Tegernseer Zeitung. Ist es tatsächlich so, dass Sie Ihre neue Aufgabe „wider Willen“ antreten?

Dekan Waldschütz: Nein, diese Formulierung halte ich so für nicht treffend. Auch und gerade nicht für die Katholiken, für die ich zukünftig Seelsorger sein soll und darf.

Tegernseer Stimme: Sie schreiben in einem Kommentar im Online-Auftritt der Tegernseer Zeitung, dass es eher „zunächst nicht ganz freiwillig“ heißen müsste.

Dekan Waldschütz: Ja so sehe ich es. Ich selbst wäre nicht auf die Idee gekommen, nach Tegernsee zu gehen. Aber ich habe der Bitte des Erzbischofs gerne entsprochen.
Natürlich freue ich mich auf diese neue Aufgabe und Herausforderung, wenn ich hier erst einmal gut abgeschlossen habe in Holzkirchen.
Es wäre aber auch schade und schlimm, wenn mir hier der Abschied gar nicht schwer fallen würde. Holzkirchen ist zu einer echten Heimat geworden mit allen Menschen hier. Das wünsche ich mir dann auch für den neuen Pfarrverband am Tegernsee.

Wir danken Herrn Waldschütz für die klärenden Worte. Und sind überzeugt, dass sie die Motivation und das Interesse an der neuen Aufgabe etwas besser darstellen als pauschale Aussagen wie „Hirte wider Willen“.


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