Wie ein Tegernseer Fitness- und Kampfsportstudio die Coronazeit erlebt
Tal-Sportler boxen sich durch die Krise

von Redaktion

Besonders hart hat die Corona-Pandemie auch Fitnessstudios und Kampfsportschulen getroffen. Die Leiter des Gyms Versus Tegernsee Athletic und Martial Arts in Tegernsee mussten ihr Studio monatelang schließen. Sie erzählen von einer Zeit der Unsicherheit, fehlenden Informationen und was ein zweiter Lockdown bedeuten würde.

Emmanuel Schwende und Christopher Runge mit Fitnesstrainer und Physiotherapeut Stefan Koch (mitte)

„Zunächst waren wir im Bezug auf das Virus noch relativ gelassen, erklärt Emmanuel Schwende, denn wir sind alle gesund, wir beschäftigen uns mit Sport und Ernährung, das schafft ein gutes Immunsystem“. Als dann der Lockdown kam sei es aber natürlich problematisch geworden. Als

regelrecht unheimlich,

beschreibt der Leiter des Gyms die damalige Situation. In den Räumlichkeiten in Tegernsee Süd werden neben einem Open Gym Crossfitkurse, sowie alle möglichen Kampfsporteinheiten, wie Bodenkampf, Boxen oder Karate angeboten. Als privates Unternehmen seien sie natürlich auf zahlende Kunden angewiesen, da sei die Gefahr für die gesamte Branche logisch. Die Kunden müssen durch Kurzarbeit oder Ähnliches selbst auf ihr Geld schauen. Wenn die Kunden aufhören zu zahlen, könne man das eine Zeit lang abpuffern, aber irgendwann würde es einfach sehr schwer.

Speziell im Versus waren die Geschäftsleiter sehr glücklich mit dem Entgegenkommen ihrer Kunden. Durch ein sehr persönliches Verhältnis konnte man wohl intern eine Lösung finden, mit der alle zufrieden waren. Mit einer eigens von Emmanuel entwickelten App, einem Ausrüstungsverleih und Homeworkouts, die über Instagram geteilt wurden, konnten die Mitglieder selbst weiter trainieren. Während das Studio geschlossen hatte, begannen umfassenden Umbauarbeiten, um den freien Trainingsbereich auszubauen. Später dann konnte mit reduzierter Gruppenstärke und einem Einbuchungssystem der Betrieb wieder aufgenommen werden.

Fehlende Transparenz ein Problem

Das Hauptproblem lag laut Emmanuel bei der fehlenden Transparenz der Informationsübermittlung. Wochenlang keine Informationen und als es dann welche gab, seien diese sehr undurchsichtig gewesen. Ein Beispiel: Kampfsport wurde in festen Gruppen á maximal fünf Personen erlaubt. Für eine Sportart bei der viel in Partnerarbeit trainiert wird, ist diese Zahl aber eher ungünstig.

Die beantragte Unterstützung seitens des Staates haben die Geschäftsführer erhalten. Natürlich seien sie dafür sehr dankbar gewesen, allerdings sei der Betrag leider ein Tropfen auf dem heißen Stein gewesen. “Wir sind zwar weich gefallen”, sagt Emmanuel, “aber drei Monate ohne Umsatz muss man trotzdem erstmal verkraften.“

So wäre auch ein zweiter Lockdown in der Form nicht mehr machbar, erklärt er. So etwas sei in der Branche fatal und man könne sich einfach nicht auf die Unterstützung der Kunden verlassen.


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