Talweite Projekte – Was steht auf der gemeinsamen Agenda der Tal-Bürgermeister?

In den diversen Sitzungen der fünf Talgemeinden wird immer wieder von gemeinsamen Projekten gesprochen, die man angehen müsste. Da meint der Gmunder Bürgermeister Georg von Preysing, dass “ein einheitliches Verkehrskonzept hergehört”. Der Wiesseer Gemeinderat Kurt Sareiter spricht von der Notwendigkeit einer einheitlichen Parkraumbewirtschaftung: “Wenn wir Geld fürs parken verlangen, und die anderen Gemeinden nicht, dann rennen uns doch die Gäste davon.”

Wir haben uns gefragt, welche Themen eigentlich wirklich auf der Agenda der Bürgermeister stehen, die sich ja regelmäßig einmal im Monat zu einer gemeinsamen Sitzung treffen.

Was wird da besprochen? Welche gemeinsamen Themen möchte man im kommenden Jahr angehen? Wo liegen die talweiten Prioritäten?

Die Fünf Bürgermeister in Tegernseelauf-Montur

Wir werden nach und nach die Einschätzung der fünf Talbürgermeister veröffentlichen. Als ersten haben wir Franz Hafner, 1. Bürgermeister von Rottach-Egern, befragt:

Herr Hafner, was genau passiert auf so einer Bürgermeisterbesprechung. Wie muss man sich das vorstellen?

Franz Hafner: Unsere monatlich stattfindenden Bürgermeisterdienstbesprechungen sind reine Arbeitssitzungen, in denen am Anfang in der Regel anstehende Probleme der TTT besprochen werden. Dabei ist auch der Geschäftsführer Georg Overs anwesend.

Im Anschluss daran widmen wir uns den täglichen Problemen in der Arbeit, die jeden von uns betreffen, so z.B. Zuschussanfragen, Veranstaltungen, Beteiligungen bei irgendwelchen Projekten usw.. Hierbei kommen nicht selten über 20 Punkte zusammen, die thematisiert werden. Meistens werden wesentlich mehr Punkte behandelt als auf der Einladung stehen.

Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden? Welche Projekte hat man in der Vergangenheit gemeinsam gestemmt?

Franz Hafner: Zunächst mal ist es so, dass wir natürlich nicht nur immer wieder auf die Notwendigkeit gemeinsamer Projekte hinweisen, sondern sie in vielen Fällen schon in die Tat umgesetzt haben. Als Beispiel könnte man den Zweckverband zur Abwasserbeseitigung im Tegernseer Tal nehmen, der seit mehr als fünf Jahrzehnten existiert und dem seit Anfang dieses Jahres auch die Gebührenhoheit und damit die gesamte Abwicklung der Abwasserbeseitigung für das gesamte Tal übertragen wurde.
Ebenso haben wir eine gemeinsame Musikschule, einen gemeinsamen Schulverband, den gemeinsamen Tegernseer Tal Verlag, zwei Volkshochschulverbände sowie einen Friedhofsverband.
Vorbildhaft ist sicher auch die seit mehr als 50 Jahren bestehende Zusammenarbeit bei der Tourismuswerbung in der Tegernseer Tal Gemeinschaft, die vor 11 Jahren zur Gründung der Tegernseer Tal Tourismus GmbH geführt hat.
Genauso muss man auch die Zusammenführung der Standesämter zum 01.11.2010 aufführen, die für jede Gemeinde Einsparungen mit sich bringt.

Trotzdem kocht doch bei vielen Veranstaltungen jeder sein eigenes Süppchen. Zumindest ist das manchmal der Eindruck. Wie sehen Sie das?

Franz Hafner: Es gibt Projekte, die zwar von außen betrachtet von einer einzelnen Gemeinde durchgeführt werden, jedoch als Gemeinschaftsprojekt gelten müssen. So z.B. die Montgolfiade, das Mountainbike-Festival oder auch das Musikfest Tegernseer Tal. Danben gibt es Dauer-Themen, die wir ebenfalls in gemeinsamer Arbeit auf die Beine gestellt haben. Wie die gemeinsame Jugendfreizeitstätte, gemeinsame Krippenplätze und Spielgruppen oder auch die erst jüngst entstandene Sicherung des Sonnenbichls als Trainingshang für unsere Skiclubs, zu der die Talgemeinden alle auch ihr Scherflein dazu beigetragen haben.

Und wie sieht die Zukunft aus? Was kann man von der talweiten Zusammenarbeit noch erwarten

Hafner 2
Franz Hafner

Franz Hafner: Selbstverständlich wird uns das Thema Schulentwicklung in nächster Zeit sehr beschäftigen; ein Dauerbrenner ist aber auch das Thema Tourismus mit all seinen Facetten, hier vor allem vor allem die Wintersportaktivitäten und Angebote außerhalb der Hauptsaisonzeiten.

Sicher wäre es wünschenswert, wie von Hr. Preysing angedeutet, ein gemeinsames Verkehrskonzept zu entwickeln, wobei hier enge Vorgaben aufgrund der geografischen Lage des Tales existieren.
Die gemeindeübergreifende Parkraumbewirtschaftung ist augenblicklich noch nicht in Planung.

Ebenso wichtig wie die Weiterentwicklung bzw. Erhaltung unseres Tourismus als „Hauptindustrie“ des Tales ist die Sicherung und Erhaltung der Handwerksbetriebe, unserer Landwirtschaft und unserer sonstigen Gewerbebetriebe.

Herr Hafner, vielen Dank für Ihre Einschätzung. VIelleicht noch ein letzer Satz?

Franz Hafner: Wir werden auch weiterhin gemeinsam alles dafür tun, unser Tal lebens- und liebenswert zu gestalten.


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