Tegernseelauf 2010 – Anmeldefrist beginnt am 01. Mai

Seit genau 9 Jahren gibt es den Tegernseer Halbmarathon, besser bekannt als Tegernseelauf. Heuer findet er am 19. September statt. Ab dem 1. Mai kann man sich auf der folgenden Webseite anmelden. Man sollte sich vielleicht sogar anmelden: Immerhin zählt der Tegernseelauf zu den landschaftlich schönsten Läufen in Deutschland und begeistert darum jedes Jahr auch zahlreiche Zuschauer. Wir von der Tegernseer Stimme werden regelmäßig im Vorfeld über die Veranstaltung berichten:

Tegernseelauf vor schöner schöner Kulisse

Die Vorbereitung, die Veranstalter, die vielen fleißigen Helfer und nicht zuletzt die Läufer. Was es rein organisatorisch bedeutet 2.500 Halb-Marathonis einmal um den See laufen zu lassen, kann sich wahrscheinlich keiner so richtig vorstellen. Wir übrigens auch nicht.

Anfangen wollen wir mit dem Erfahrungsbericht unseres Redakteurs Peter vom Tegernseelauf 2009. Einmal rund um den See: Für einige wird das zur Qual. Und genau so ging es Peter im letzten September.

Samstag, am Abend vor dem Lauf, 18 Uhr: Ich denke an die Wiesn die heute gestartet ist. Ich könnte eigentlich noch hingehen. Lass es aber doch lieber bleiben und denke stattdessen an Kilometer 15 vom letzten Jahr. Auch damals gab es ein Fest – das Starkbierfest. Und seither weiß ich: Bier und Halbmarathon vertragen sich nicht.

Samstag, 20 Uhr: Nudeln soll man essen – wegen den Kohlenhydraten. Aber was bringen mir Kohlenhydrate, wenn ich sowieso gleich wieder auf Toilette muss. Durchfall. Egal. Ich trinke lieber Rotwein: Das hilft meinem Magen – sagt man.

Sonntag, 7 Uhr: Aufstehen. Warum eigentlich? Ich wohne 2 Minuten vom Ziel entfernt und könnte das Spektakel gemütlich vom Balkon aus beobachten. Egal. Aus Solidarität mit den anderen Läufern quäle ich mich aus dem Bett.

8 Uhr: Ich sollte jetzt wirklich frühstücken. Müsli – wegen den Kohlenhydraten -, Obst und Tee. Das Problem von Gestern ist aber immer noch akut: Oben rein. Unten raus. Ich spar’s mir also.

10 Uhr: Warmlaufen. Ich fühle mich eigentlich ganz gut. Die Sonne scheint – zumindest ein wenig. Während ich gemütlich meine Runden drehe, drehe ich auch gleich durch: 1 Stunde 30 Minuten! Dieses Mal schaffst du`s!

10:30 Uhr: Startaufstellung. Der Blick vom Bahnhof Richtung Kaltenbrunn ist gigantisch: Alles voller Läufer und Zuschauer.

10:40 Uhr: Ich stelle mich selbstbewusst in den schnellen Block. Hier traben schon alle auf der Stelle. Rassierte Beine, der Duft von Massageöl. Neben mir heißt es: “die 01:20 schaff ich dieses Jahr wahrscheinlich nicht”. Ich wäre froh, wenn ich die jemals geschafft hätte. Langsam fühle ich mich fehl am Platz: irgendwie sind die alle 10 Kilo leichter und 20 Zentimeter größer als ich.

10:44 Uhr: Ich bin ein psychisches Wrack. Mir nicht mal mehr sicher, ob ich überhaupt 21 Km am Stück laufen kann. Wie war das mit den „1:30“? Scheißegal: Ich bin einfach froh wenn ich das hier überlebe.

10:45 Uhr: Startschuß!!! Uups, sind die aber schnell. Ich laufe das Tempo trotzdem mal mit. Vielleicht link ich die alle und bieg nach 5 Kilometern einfach auf die kurze Strecke ein. Man braucht schließlich immer einen „Plan B“ in der Tasche.

11:05 Uhr: An der Wende zum 10 Kilometer Lauf bin ich inzwischen vorbei. Das war’s mit dem „Plan B“. Jetzt gibt`s kein zurück mehr.

11:18 Uhr: Rottach Kursaal. Kilometer 8. Man, bin ich gut drauf. Bombenzeit. So komme ich ganz locker unter 01:28 ins Ziel. Den kurzen Gedanken von wegen: „Das bin ich noch nie gelaufen“ oder „das schwierige Stück kommt immer auf der zweiten Hälfte“, wische ich einfach beiseite. Pah! Ich schaff das!

11:25 Uhr: Hotel Überfahrt. Gute Stimmung. Das mit dem Nachdenken hat sich inzwischen erledigt: Es geht einfach nicht mehr. Irgendwie überhitzt mein Kopf. Ist es eigentlich in den letzten 5 Minuten 10 Grad wärmer geworden?

11:35 Uhr: Kilometer 12. Ich bin zu schnell! Nein! Ich war zu schnell. Im Moment werde ich immer langsamer. Ich bin fertig! Für mich ist heute der heißeste Tag des Jahres. Gefühlt zumindest. Und das Ende September.

11:45-12:00 Uhr: Die Welt verschwimmt. Die Kilometer “kriechen” vorbei. Und ständig überholen mich Läufer, die ich am Anfang heroisch stehen gelassen habe. An der Seepromenade in Bad Wiessee gibt`s ne kalte Dusch. Das hilft. Genau 2 Sekunden.

12:10 Uhr: Die letzte Steigung, kurz vor Kaltenbrunn. Warum hat mir vorher keiner gesagt, dass das ein Berglauf ist? Ich beiße weiter: Immerhin wollen hier auch meine Eltern stehen. Tun Sie aber nicht. Ich bin Stocksauer und gebe ihnen schon mal die Schuld, falls es doch nichts wird mit der „1:30“. Eigentlich sind Sie auch Schuld an meinen Qualen. Und überhaupt….

12:15 Uhr: Dieser unsäglich böse Anstieg ist endlich vorbei und es geht am Gut den Berg runter in Richtung Ziel. Endlich! Die Schritte werden leichter und dann: die Krämpfe setzen ein. Nein!! Bitte nicht das noch. Mir tut eh schon alles weh. Warum jetzt auch noch Krämpfe?

12:17 Uhr: Ich verzichte großzügig auf den showträchtigen Zielspurt und wanke im Dellirium über die Linie. Und da stehen dann auch schon die Verräter – meine Eltern. Egal, Ich lebe noch. Das war’s mit Laufen! Für immer! Ob ich nächstes Jahr nochmal teilnehme? NIEMALS

Tegernseelauf 2009: Verpflegung im Zielbereich

12:25 Uhr: Ich stehe mit Brezen und Alkoholfreiem Bier am Verpflegungsstand. Hier sind alle furchtbar nett. Meine Eltern irgendwie auch. Und so langsam kann ich auch wieder klarer denken.

12:30 Uhr: Das Bier wirkt! Wie das bei alkoholfreiem Bier passieren kann weiß ich zwar nicht. Aber der Lebensmut kommt mit jedem Schluck zurück. Genau wie der Stolz es doch geschafft zu haben.
Und dabei bin ich noch nicht mal schlecht gelaufen: 1:32 ist meine Zeit im Ziel.

12:35 Uhr: Ich bin euphorisch. Nächstes Jahr wieder! Die Zeit war richtig gut. Super Veranstaltung. Tolle Organisation und riesen Stimmung an der Strecke. Was will ein Läufer eigentlich mehr?!


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