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Tegernseer Tal benötigt neue Hotels und mehr Wohnraum

Von Carolin Blazek

Nicht erst seit der Corona-Pandemie steigen die Besucherzahlen im Tegernseer Tal stetig an. Die Alpen und das Alpenvorland sind bereits seit vielen Jahren ein beliebter Urlaubsort im Sommer wie auch im Winter. Vor allem die Berge rund um den Tegernsee, laden zum Wandern, Skifahren, Klettern, Fahrradfahren und vielem mehr ein und ziehen Jahr für Jahr eine Vielzahl an Touristen an. So hat gerade der Inlandstourismus innerhalb des letzten Jahres einen erheblichen Aufschwung erfahren, weshalb ein Großteil der rund 98 Millionen Gäste in deutschen Touristenregionen aus dem Inland kam.

Doch auch aus Nachbarländern wie Tschechien und den Niederlanden reisen Jahr für Jahr viele Besucher an. “Vor allem Rennradfahrer nutzen die Möglichkeit aus den Niederlanden an den Alpenrand zu fahren. Die Deutschen Alpen sind aus den Niederlanden optimal mit dem Auto oder dem Zug zu erreichen. Deshalb nutzen viele Sportler die Möglichkeit in den Bergen Rennrad zu fahren und Höhentrainings zu absolvieren, da dies in der heimischen Umgebung nicht möglich ist” erklärt Radsportexperte Reinoud Haverhoek von fitforbeach.nl.

Problematisch gestaltet sich jedoch die Kapazität der Betten in Hotels, welche aufgrund des hohen Besucherstroms laufend ausgebucht sind. Zudem sind in den letzten Jahren immer mehr Hotels insolvent gegangen und mussten ihre Unternehmen schließen. Auch die Pandemie scheint die Übernachtungsgäste nicht davon abzuhalten in das Tegernseer Tal zu kommen, sofern es die Maßnahmen zulassen. Dementsprechend stehen zu den Stoß- und Saisonzeiten zu wenig Hotelzimmer zur Verfügung und es kommen immer mehr Tagesgäste in die Region. Diese belegen unter anderem die vorhandenen Parkplätze und verursachen eine Menge Verkehrslärm, was unterdessen viel Unmut bei den Bewohnern auslöst.

Aus diesem Grund wehren sich die Anwohner inzwischen gegen den Neubau von Hotels, da sie sich von den Touristenmassen gestört und eingeengt fühlen. Der Beirat des Tegernseer Tal Tourismus (TTT) betont jedoch, dass es nicht die Übernachtungsgäste sind, welche die Probleme verursachen. Der größte Störfaktor sei die Infrastruktur sowie die Masse an Tagesausflüglern, die tagsüber in die Region strömen.

Darunter leide die Tourismusbranche ebenso stark wie die Bewohner, denn sie nehmen dadurch weder Geld ein, noch können sie Hotelgästen den gewünschten Komfort bieten und Mitarbeiter langfristig im Unternehmen halten. Dementsprechend begrüßt auch der Tourismusverband Maßnahmen zur Bewirtschaftung des Parkraums und plädiert für eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs, um die Straßen, die Bewohner und die Natur zu entlasten.

Zudem müsse nach Aussagen des Beirats der Verkehrsstrom Richtung Österreich diskutiert werden. Viele Autofahrer würden das Tegernseer Tal nur mit dem Auto durchfahren, um auf dem Weg in das Nachbarland die Mautkosten zu sparen. Auch Reiseveranstalter und Gastgeber aus dem Ausland würden mit der mautfreien Durchfahrt werben, was zu einer zunehmenden Verkehrsbelastung führe.

Ebenso sei die Sorge, um eine weitere Verknappung des Wohnraums zugunsten der Hotellerie ein Fehlschluss. Der Bau von neuem Wohnraum sei ebenso wichtig für die Region, wie die zusätzlichen Hotelbetten. Vor allem für Einheimische und lokale Arbeitskräfte ist dieser unerlässlich. Daher spricht sich auch der Beirat des TTT dafür aus, dass Betreiber neuer Hotels zur Schaffung von Wohnraum verpflichtet werden. Weiterhin werden sich auch die Kommunen, für den Bau bezahlbarer Wohnmöglichkeiten einsetzten müssen. Beide Bereiche seien für sowohl für die Bewohner der Region als auch die wirtschaftlich notwendige Erhaltung der touristischen Infrastruktur von großer Bedeutung.

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