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Tegernseer Motettenchor feiert am Pfingstmontag 40 Jahre Jubiläum

Töne bis unter die Haut: Ist Singen im Trend?

Von Rose Beyer

Ergänzung vom 24. Mai/15:12 Uhr
Ein Veranstaltungstipp für das Pfingstwochenende. Der Palestrina Motettenchor, über den wir vor vier Monaten ausführlich berichtet hatten, feiert sein 40-jähriges Bestehen.

Eigens zu diesem Anlass führen die Musiker zusammen mit der Bayerischen Bläserphilharmonie die Deutsche Messe von Franz Schubert und die Messe in e-Moll von Anton Bruckner auf. Als Veranstaltungsort dient dazu die ehemalige Schlosskirche in Tegernsee. Los gehts um 20 Uhr.

Und einen kleinen Tipp für den Kartenkauf gibt es von Chorleiter Sebastian Schober auch noch: Wenn man, anstatt bei München Ticket, die Karten bei der Tourist-Information in Tegernsee (08022-180139) kauft, spart man sich die Vorverkaufsgebühr.

Ursprünglicher Artikel vom 10. Januar:
„Singen ist in.“ Das möchte man meinen, wenn man zur Zeit den Fernseher einschaltet. Eine Castingshow jagt gerade die andere. Für Frühjahr 2012 sind von den privaten Sendern weitere drei Shows angesagt. Ist Singen also des Deutschen liebstes Hobby?

„Nein“, behauptet Sebastian Schober, seit 1999 Chorleiter des Palestrina Motettenchors und der Kantorei Tegernsee. Zwar sei die Lust zu singen bei vielen vorhanden. Doch wenn es darum gehe, das in einer Gruppe auszuprobieren, schrecken viele zurück. Während bei Fernsehshows ausnahmslos Individualisten ihr Können probierten, käme es im Chor auf ganz andere Qualitäten an.

Sebastian Schober mit der Kantorei bei der Probe im Tegernseer Quirinal.

„Im Chor muss man Vertrauen haben zu den anderen.“ Einer allein könne ein Stück nicht retten, auch wenn der Nachbar einen Fehler mache.

Schober erzählt von der Arbeit in der Gruppe. Dass jeder der Sänger seinen Teil zum Gelingen beitrage. Dass es darauf ankomme, im Ganzen aufzugehen. Es zu schaffen, zwei Stunden am Stück zu singen. Sich in den Dienst der Sache zu stellen. Und nicht darum, eine „Rampensau“ zu sein.

Und dass es meistens harte Arbeit sei, bis ein Stück klappt. Ingesamt jedoch, so der Chorleiter, stehe nicht der Leistungsgedanke im Vordergrund, sondern der Spaß an der Musik.

„Ich bin neugierig, ich will alles machen, alles Gute machen.“

Während der Chor der Kantorei sich wie die meisten Vereinigungen im Tal dem Singen von Kirchenliedern verschrieben hat, möchte sich der Chorleiter bei seiner Arbeit mit dem Palestrina Motettenchor nicht auf ein Genre festlegen. Pop, Gospel und mehr heißt die Devise. Vor allem Kompositionen von Giovanni Perluigi da Palestrina – dem Namensgeber des Chores – bilden den Schwerpunkt im musikalischen Wirken der Musiker, die aus dem ganzen Landkreis kommen.

Bei den Proben

Aber auch zahlreiche bekannte Werke führte die Gruppe bereits auf. Darunter die Johannespassion, die Matthäuspassion, Carmina Burana, Bachs Weihnachtsoratorium.

Dass die Arbeit des Motettenchors beliebt ist, steht außer Frage. Die 40 Sänger können auf ein fast 40-jähriges Bestehen zurückblicken. In diesem Jahr wird Geburtstag gefeiert. Gegründet wurde die Musikvereinigung im Jahr 1971 von Peter Winterer. Seither ist er fester Bestandteil des kulturellen Lebens im Tegernseer Tal und darüber hinaus.

Auftritte in der Tegernseer Klosterkirche, im Barocksaal des Schlosses und die Teilnahme an der Tegernseer Woche sind seit der Chorgründung zur festen Tradition geworden.

Wenn Proben mehrere Monate dauern

„Es müssen nicht alle nach München fahren. Gute Musik machen können wir auch hier.“ Der Chorleiter wirkt ehrgeizig. Perfektionismus jedoch ist nicht sein übergeordnetes Ziel. Er wünsche sich eben ein gewisses Niveau. Außerdem wäre ihm wichtig, dass sich die Sänger bewegt zeigen. Ein Lächeln. Oder eine ernste Mimik. „Man singt mit dem ganzen Körper.“ Dessen ist er sich sicher.

Schober studierte Schulmusik, Chordirigent sowie Gesang. Bei zahlreichen Projekten, beispielsweise als Sänger des Philharmonischen Chors München und des Kammerchors, sammelte er Erfahrungen, die ihm und seinen Leuten bei seiner Chorleitertätigkeit zugute kommen.

Dass die anspruchsvollen Werke im Repertoire des Palestrina Motettenchors einer langen, intensiven Vorbereitung bedürfen, versteht sich von selbst.

Mehrere Monate probten die Musiker beispielsweise für das festliche Barockkonzert, das am Dreikönigstag aufgeführt wurde.

Mit Leidenschaft und vollem Einsatz formt man Stimmlagen, Rhythmus und Melodie. Wichtig ist auch die Vorbereitung: Dds Aufwärmen des Körpers, tiefe Atemzüge, Stimmübungen.

Später Einstieg nicht ausgeschlossen

„Singen fängt früh an.“ Dessen ist sich der Chorleiter sicher. Für ihn ist Singen eine natürliche Ausdrucksform. Immer und überall präsent.

Im Idealfall wächst man damit auf: Singen im Kindergarten. Schulchor. Kinderchor. Erwachsenenchor. Das wäre für Schober ideal. Doch so einfach ist das nicht. „Die heutigen Mittdreißiger sind entmusikalisiert aufgewachsen“, behauptet er. Doch mit ein wenig Übung könne man das Versäumte später noch nachholen, wenn man sich fürs Chorsingen interessiert. „Notenlesen sollte man jedoch schon können“, bemerkt er.

Und das Geheimrezept, um den Chorsängern viel Stoff beizubringen? Die Töne treffen, die Aussprache, die Dynamik im Stück. Alles muss gemeinsam in Angriff genommen werden. Straff und perfekt organisiert.

Ein erfahrener Chorleiter wie Schober schafft es offenbar immer irgendwie, zu ziehen und zu schieben, bis alle Töne sitzen. Die Musiker setzen Vertrauen in ihn. Denn sie merken genau, dass er selbst am meisten vor Begeisterung brennt. Für die Musik. Und dafür, stets das Beste zu geben. Schobers Kick dabei ist, nach dem Auftritt zu erkennen: „Es ist super gelaufen.“

Ein Video von den Proben

Die Arbeit Schobers und seiner Schützlinge kann man sich im folgenden kurzen Video von den Proben der Kantorei Tegernsee anschauen. Das Ergebnis ist auf alle Fälle sehr hörenswert.

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