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Das „Leonhardstoana-Trachtenfest" und seine Geschichte

Tradition zieht nach Kreuth

Von Rose Beyer

Während bei „normalen Waldfesten“ das Feiern im Vordergrund steht, geht es bei den „Leonhardstoanern“ vor allem darum, Traditionen zu erhalten und auch zu präsentieren.

Am kommenden Sonntag, den 28. Juli, ist es wieder mal so weit. Dann wechseln wieder Hendl, Bier und Glückshafengewinne die Besitzer. Zusätzlich sollen traditionelle Tänze wie Steyrer, Bandl- und Kronentanz sowie verschiedene Plattler für Unterhaltung sorgen.

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Drei Leonhardstoanerinnen anno 1956

Mit Blick auf den Leonhardstein, der dem Gebirgstrachten-Erhaltungsverein seinen Namen gab, lässt es sich gut feiern. Der 1.449 Meter hohe Fels ist das Wahrzeichen von Kreuth und inspirierte offenbar zur Gründung einer bis heute bestehenden Gemeinschaft.

Diese richtet ihr traditionelles Sommerfest vor allem aus, um Tradition zu bewahren und Geld für die Jugendarbeit sowie für soziale Zwecke zur Verfügung stellen zu können.

Von der Vereinsgründung zum Gartenfest

Laut Protokollbuch des Gebirgstrachten-Erhaltungsvereins D’Leonhardstoana ging die Vereinsgründung folgendermaßen vonstatten: „Am 21. Juni 1908 brannten acht junge Burschen auf dem Leonhardstein ein Johannifeuer ab. Nach demselben hielten sie im Kreuther Gasthof Lehmann – dem heutigen Gasthof zur Post ‒ eine Zeche und fassten den Entschluss, eine Tischgesellschaft mit dem Namen ,D’Leonhardstoana‘ zu gründen.

Während des Ersten Weltkrieges ruhten die Vereinsaktivitäten, doch danach wurde von mehreren Burschen die Gesellschaft „D’Leonhardstoana“ wieder ins Leben gerufen. Am 22. August 1920 beschloss man, aus der Gesellschaft den Gebirgstrachten-Erhaltungsverein „D’Leonhardstoana“ zu gründen. Das Vereinsziel: „Sitt und Tracht der Alten zu erhalten, die Liebe zur Heimat zu fördern.“

Auf zum Waldfest ‒ nicht immer auf das des eigenen Vereins

Der Verein nahm einen außergewöhnlichen Aufschwung. Mit dem Stell- beziehungsweise Daxwagen fuhren die Aktiven zu Festen und Fahnenweihen anderer Vereine. Im Winter fanden Preisrodeln vom Setzberg, Faschingskranzeln und Weiteres statt.

Die Gartenfeste fanden damals beim Gasthof Lehmann statt. Doch beim Fest am 3. Juli 1921 kam es zu einem kleinen Streit mit dem Wirt. Die Gäste saßen gerade gemütlich zusammen, man hatte die 20 Mann starke Neureuther Musik eingeladen und einen schönen Überschuss in der Kasse. Auch Preise für die Spiele wie Hosenlaufen, Eierlaufen und Zylinderstechen waren organisiert. Alles wäre sehr lustig gewesen.

Doch der Streit bewirkte, dass die Vereinsvorstände beschlossen, das Stammlokal zum Kaffee Batznhäusl zu verlegen. Im Juli 1923 reifte dann der Entschluss zur eigenen „Hütte“. Von Gräfin Sascha von Schlippenbach erfolgte das Signal, einen Baugrund zu stiften. An Weihnachten war der Rohbau ohne Dach schon fertig. Bereits am 19. Juli 1924 war die Einweihungsfeier.

Sein oder Nichtsein des Festes

Von 1929 bis 1934 ging es mit dem Waldfest munter weiter, bis die Vereinshütte 1935 verkauft werden musste. Der Zweite Weltkrieg ließ wenig Platz zum Feiern. Nach der Wiedergründung des Vereins im Frühjahr 1946 wurde die Tradition der Waldfeste dann wieder aufgenommen. Doch es gab nicht jedes Jahr ein Fest – manchmal war man der Meinung, es rentiere sich nicht.

1952 wurde das Fest um eine Attraktion reicher ‒ erstmals war die Drahtseilbahn für Kinder neben den übrigen Lustbarkeiten – Glückshafen, Schießstand, Wurfbude ‒ Hauptanziehungspunkt der Feier, das damals noch im Kurpark stattfand. Doch bald sollte es dann erneut klappen mit der eigenen Hütte.

Neue Heimat – der Leonhardstoanahof

Im Sommer 1981 machte Vorstand Sepp Sanktjohanser seinen Waldfest-Helfern ein noch schöneres Geschenk. Er präsentierte die gute Nachricht, man dürfe den „Huberhof in Bergham“ – einen 200 Jahre alten, denkmalgeschützten Hof aus Otterfing, der einen neuen Standplatz brauchte ‒ abtragen und in Kreuth nahe der Schießstatt wieder aufbauen.

In seinem Rechenschaftsbericht bei der Hauptversammlung am 4. April 1981 hatte der Vorstand bereits über die Zukunftspläne des Vereins aufgeklärt. Ein Hüttenneubau werde im Bereich der Schießstatt vom Landratsamt Miesbach nicht genehmigt, da es im Außenbereich des Ortes liege. Man dürfte nur eine bereits bestehende Hütte aufstellen. Wie gut, dass man jetzt dieses wunderschöne Kleinod geschenkt bekam.

Der „Leonhardstoaner Hof“ ‒ eigentlich stammt er aus Otterfing

Es musste „nur“ in Otterfing abgetragen und möglichst originalgetreu wieder in Kreuth aufgebaut werden. 19 Meter Breite, 12,50 Meter Länge, so die Maße der „Hütte“. Das Erdgeschoss gemauert mit Ziegeln, das Obergeschoss mit Balken aufgeschlossen. Viele Hände packten mit an, etliche Spenden an Baumaterial wurden angeliefert, auch weitere Sach- und Geldspenden gingen ein, um das „Jahrhundertwerk“ der Leonhardstoana zu verwirklichen.

Nicht nur Mitglieder und Privatpersonen wollten arbeiten und spenden. Auch Geschäftsleute und Betriebe fragten an, welche Arbeiten sie unentgeltlich am Hof ausführen durften. Mit dem „neuen alten“ Hof lebte auch die Theatertradition des Vereins wieder auf. Und so geht auch heuer wieder am letzten Julisonntag das traditionelle Trachtenfest über die Bühne. Start ist um 10 Uhr.

Hier das weitere Waldfestprogramm für 2013

Freitag, 2.8.2013
17 Uhr Waldfest SC Rottach-Egern
(Waldfestplatz Lori-Feichta, Rottach-Egern)

Samstag, 3.8.2013
15 Uhr Waldfest SC Rottach-Egern
(Waldfestplatz Lori-Feichta, Rottach-Egern)
15 Uhr Waldfest des Trachtenvereins Schaftlach-Piesenkam
(Krottenthaler Strafle/Buchenwald)

Sonntag, 4.8.2013
10 Uhr Waldfest des Trachtenvereins Bad Wiessee
(Kurpark Abwinkl, Bad Wiessee)
10 Uhr Waldfest des Trachtenvereins Schaftlach-Piesenkam
(Krottenthaler Strafle/Buchenwald)

Sonntag, 11.8.2013
10 Uhr Trachtenwaldfest der Wallberger
(Lori-Feichta, Rottach-Egern)
Do. 8./Fr. 9./Sa. 10./So. 11.8.2013
17/15/15/15 Uhr Waldfest SC Ostin
(Skilift Ostin, Gmund am Tegernsee)

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