Serieneinbrecher gefasst: Täter läuft mit Tresor auf Sackkarre durch Rottach-Egern

Von Nicole Posztos

Die Wiesseer Ermittlungsbehörden haben den kuriosen Fall eines Tresordiebstahls in Rottach-Egern aufgeklärt.

Dabei konnten Sie in der Nacht zum Montag einen 51-jährigen Österreicher und seine Beute in einem Rottacher Rohbau festnehmen. Der von einem Anwohner zuerst als Kühlschrank identifizierte Tresor wog alleine 100 Kilogramm.

Der Täter hat mittlerweile auch weitere Einbrüche im Tegernseer Tal, wie beispielsweise im Golfclub Bad Wiessee Anfang Juni, gestanden.

Quelle: Polizei Bad Wiessee

Information der Polizeidirektion Bad Wiessee:

Gegen 02.45 Uhr meldete sich der Anwohner aus der Fürstenstraße per Notruf bei der Polizei. Er hatte beobachtet, wie ein großer Mann mit roter Jacke und Zipfelmütze mit einem „Riesenradau“ zunächst einen Bauzaun niedergerissen hatte und dann mit seiner Sackkarre und einem „Kühlschrank“ darauf, in der Tiefgaragenabfahrt des Rohbaues verschwunden war.

Beamte der Polizeiinspektion Bad Wiessee machten sich umgehend auf den Weg, um den Mann bei seiner vermeintlichen Müllablagerung noch zu erwischen. Die Überraschung war natürlich groß, als die Polizeibeamten einen Tresor auf der Transportkarre in dem Untergeschoss vorfanden und von dem Zipfelmützenträger zunächst jede Spur fehlte.

Da der Tresor jedoch noch unbeschädigt war, legten sich die Polizisten kurzerhand auf die Lauer und harrten der Dinge. Sie mussten nicht allzu lange warten, da erschien der Beschriebene wieder auf „seiner“ Baustelle, diesmal ausgerüstet mit einem Brecheisen. Völlig überrascht, aber widerstandslos, ließ sich der Einbrecher von den aus der Dunkelheit tretenden Polizisten festnehmen.

Quelle: Polizei Bad Wiessee

Bei den ersten Ermittlungen stand bereits nach kurzer Zeit fest, dass der 51-jährige Österreicher den „Kühlschrank“ bei einem Einbruch in eine Gaststätte in der mehrere hundert Meter entfernten Überfahrtstraße, erbeutet hatte und mit der Sackkarre zu Fuß quer durch die Ortschaft gezogen sein muss.

Auch konnten die Beamten das Ziel für den zweiten nächtlichen Spaziergang des Mannes und somit den Grund für seine kurze Abwesenheit von der „Baustelle“ ausmachen, denn das Brecheisen hatte er aus seinem ebenfalls weit entfernt und wieder in einer völlig anderen Richtung abgestellten Pkw zunächst holen müssen.

Die weitere Sachbearbeitung übernahmen am Montag Beamte der Kriminalpolizeistation Miesbach. In sehr guter Zusammenarbeit mit den österreichischen Behörden verdichteten sich Hinweise, dass der 51-jährige für weitere zurückliegende Taten in Frage kommen könnte. Mittlerweile ergaben die Nachforschungen, dass der aus dem Raum Schwaz stammende Tatverdächtige auch für einen Einbruch Anfang Juni in den Golfclub Bad Wiessee verantwortlich gemacht werden kann.

Dort war ebenfalls ein Standtresor zunächst aus der Wand gehebelt, anschließend mit einer Karre abtransportiert und geöffnet worden. Beute und Sachschaden bewegten sich hier jeweils im vierstelligen Eurobereich.

Auch ein Beutezug durch drei Gaststätten in der Nacht zum 06. Mai in Rottach-Egern wird dem Festgenommenen mittlerweile zugeordnet. Hier waren mit brachialer Gewalt Fenster, Türen und Schränke aufgebrochen worden. Beute und Sachschaden bewegten sich ebenfalls in vierstelligen Bereichen.

Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das Verhalten des Anrufers, der sich nicht gescheut hat, den zunächst seltsamen Vorgang der Polizei zu melden. Erst durch sein Handeln konnte der Mann auf frischer Tat geschnappt und der Strafverfolgung zugeführt werden.

Mittlerweile hat der Österreicher die Taten gestanden. Nachdem die Staatsanwaltschaft München II einen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gestellt hat, wird der 51-Jährige dem Ermittlungsrichter vorgeführt.


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