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Engpässe auch in Tal-Apotheken

Ü60 und noch keine FFP2-Maske?

Von Sabiene Hemkes

Masken-Notstand in Deutschland? Auch uns erreichten Meldungen unserer Leser, dass die von der Politik angekündigten kostenfreien FFP2-Masken für Risikogruppen in den Tal-Apotheken nicht vorrätig seien. Wir haben nachgefragt.

FFP2-Masken gibt es seit gestern konstelos für alle Bürger über 60 / Beispielbild

Gestern war viel los bei den Apotheken im Landkreis. Vor einer Woche gab es die Ankündigung von Gesundheitsminister Jens Spahn, dass fast 90 Millionen der FFP2 Masken an die Risikogruppen im Land kostenfrei verteilt werden. Als Starttermin wurde der 15.12.2020 festgelegt.

Heißt, alle über Sechzigjährigen und Menschen, die unter chronischen Krankheiten leiden, können sich – gegen Vorlage ihres Personalausweises oder eines Attests – seit gestern ihre vom Bund finanzierten Masken in der Apotheke abholen. Das sind bundesweit über 23 Millionen Mitbürger.

Tal-Apotheken warten auf Lieferung

Eine nicht repräsentative Umfrage bei unseren Apotheken ergab ein sehr einheitliches Bild. Stand heute Morgen 10:00 Uhr: Die FFP-2 Maske ist ausverkauft. Aber – und das ist wichtig – nur kurzzeitig. Alle Befragten gaben an, stündlich auf das Eintreffen der neuen Lieferung zu warten. “Die Lieferung müsste in den nächsten Stunden oder spätestens morgen eintreffen”, war unisono die Antwort.

Aber warum konnte es überhaupt zu dem Engpass kommen? Warum wird von der Politik in Berlin eine Aktion medienwirksam angekündigt, die dann schon am ersten Tag die Nachfrage nicht bedienen kann? Und warum haben sich unsere Apotheker nicht entsprechend vorbereitet?

Gut gemeint trifft schlecht gemacht

Es ist fast wie immer eine Mischung aus vielen Faktoren – mangelhafte Kommunikation, Probleme in der Logistik, gestiegene Nachfrage. “Das war schon wirklich kurzfristig”, informiert uns zum Beispiel eine Mitarbeiterin in der Alten Stadtapotheke in Miesbach. “Es lagen nur ganze fünf Tage zwischen der Ankündigung aus Bonn und dem Abgabe Beginn der Masken bei uns”. Eine große Herausforderung für alle Apotheken, Hersteller und Großhändler. Karl Wolfgang Schotte von der Kloster Apotheke in Tegernsee erklärt:

Wir haben rechtzeitig bestellt und die Pakete stehen zur Abholung bereit beim Hersteller.

Doch leider meldet der beauftragte Kurierdienst Probleme bei der zeitgerechten Auslieferung der Bestellung, führt der Tegernseer Apotheker weiter aus. Mit ähnlichen logistischen Problemen kämpfen auch alle anderen Apotheken. Die Nachfrage der ersten fünf Stunden sei so hoch gewesen, wie sonst in einer Woche nicht.

Die hohe Nachfrage wurde von allen Apotheken bestätigt. Zudem betonten auch alle Befragten, Qualität und Sicherheit sei höchstes Gebot beim Umgang mit den Masken. Man habe ganz bewusst darauf verzichtet, die Lieferanten zu wechseln, um die zu erwartende Nachfrage bedienen zu können. Windige Billiganbieter hatten diesmal keine Chance.

Appell an den Gemeinsinn

Zum Schluss wollten wir noch wissen, wie verhindert werden könne, dass sich Betroffene mehrmals die Masken abholen? “Wir können das nicht verhindern! Uns fehlen dazu die Möglichkeiten”, sagte die Mitarbeiterin der Alten Stadtapotheke in Miesbach.

Im nächsten Jahr, wenn hoffentlich alles etwas besser koordiniert werde, bekommen die Betroffenen einen Coupon von ihrer Krankenkasse zugeschickt. Dieser könne dann einfach in jeder Apotheke eingetauscht werden. Bis dahin setzt man in der Branche auf den Gemeinsinn der Risikogruppe.


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