Umbau Hauptstrasse Tegernsee: Baubeginn Frühjahr 2011 – Dauer mindestens 6 Wochen

Von Redaktion

Der nördliche Bereich der Haupstraße wir im Frühjahr nächsten Jahres umgebaut

Zweite Ergänzung vom 08. Dezember / 10:57 Uhr
Die Tegernseer Hauptstraße wird im kommenden Frühjahr umgestaltet (Planung siehe ursprünglicher Artikel). Geplant ist der Start für Ende März. Dauer mindestens 6, maximal aber 8 Wochen – so Bürgermeister Peter Janssen.

In dieser Zeit wird es logischerweise große Beeinträchtigungen geben. Wobei sich die Situation an der Hauptstraße etwas einfacher darstellt als an anderen Baustellen in Tegernsee. Der Grund ist die Umfahrungsmöglichkeit über die Hochfeldstraße, die zu der Zeit auch genutzt werden soll. Bedeutet, dass der Verkehr durch Tegernsee, wenn zwar nur einspurig dafür aber ungehindert, fließen kann.

Warum das gerade im nächsten Frühjahr passieren muss, darüber entbrannte auf der gestrigen Stadtratssitzung eine kurze Diskussion.

Christine Laprell (CSU) erinnerte an die extrem lang-andauernde Baustelle vor dem Haus des Gastes und vor allem an die schlechte Informationslage. „Keiner der Betroffenen war darüber informiert wann sie stattfindet und wann sie endet.“

Darüberhinaus war Christine Laprell aber so oder so gegen die Baumaßnahme:

Alleine der Neubau von Gehwegen bringt den Geschäften keine deutliche Verbesserung. Die umfassenden Störungen im nächsten Jahr werden sich insgesamt sehr negativ auf die Stadt und die Geschäftswelt auswirken. Deswegen kann ich nicht dafür stimmen, da der Zeitpunkt einfach falsch ist.

Die Gegenmeinung vertrat Stadtrat von Hammerstein (Bürger Liste) mit den Worten: „Nichtstun wäre das allerschlechteste. Beschwerden wird es natürlich geben. Bloß das ist ein Negativpunkt, den wir hinnehmen müssen.“

Und Peter Janssen ergänzte: „Es ist im Moment einfach peinlich durch die Hauptstraße zu gehen. Und es ist einem Ort wie Tegernsee einfach nicht angemessen.“

Wichtig war den meisten Stadträten, dass die Baumaßnahmen noch vor Pfingsten fertiggestellt sind. Bis dahin ist laut Aussage des Bürgermeisters touristisch wie geschäftlich wenig los und damit auch nicht viel verloren.

Das Gremium beschloß am Ende – mit einer Gegenstimme – die Hauptstraße im Frühjahr 2011 umzugestalten. Die durch den Abbruch des Hornanwesens freigewordene Fläche wird als Materiallager benutzt. Die eingeplanten Kosten im Haushalt 2011 belaufen sich auf 310.000 Euro.

Ergänzung vom 01. September / 12:10 Uhr mit der Überschrift: „Umbau der Hauptstraße Tegernsee: So sehen die groben (Zeit-)Pläne aus“
Einigen ist wahrscheinlich aufgefallen, dass auf der Strasse und den Gehwegen in Höhe des Horn-Anwesens bereits vor längerer Zeit Markierungen aufgesprüht wurden. Auf Nachfrage hat uns Frau Koch vom Tegernseer Bauamt mitgeteilt, dass dies nur der Vorabinformation für die Anwohner dient. Die Bauarbeiten brauchen noch ein wenig und die grobe Zeitplanung sieht folgendermaßen aus:

– Das ehemalige Horn-Gebäude, Hauptstraße 18, soll im kommenden Winter abgerissen werden. Die Abbruchgenehmigung wurde beim Landratsamt Miesbach beantragt. Die vorbereitenden Arbeiten (Ausschreibung, Auftragsvergabe) erfolgen im Herbst.

– Nach dem Abbruch des Hauses soll die freigewordene Fläche übergangsweise hergerichtet und als öffentlicher Parkplatz genutzt werden.

– Nach der Schaffung der neuen Stellplätze ist für das nächste Frühjahr die Umgestaltung der Hauptstraße vorgesehen.

– Die Kosten für diese Maßnahmen werden im Vermögenshaushalt 2011 eingeplant.

Vor allem wegen dem letzten Punkt ist ein Baubeginn in diesem Jahr nicht mehr möglich. Ganz genaue Termine kann man uns derzeit aber noch nicht nennen.

Ursprünglicher Artikel vom 06. Juli:
Der Umbau der Hauptstraße in Tegernsee hat ähnliches Streitpotential wie der Steg im See. Beides wird auch gerne als gemeinsames Thema betrachtet, weil jeder Punkt für sich alleine nur wenig Sinn macht. Vor allem der Steg macht ohne eine attraktivere Hauptstraße nur wenig her, weil dann wirklich die Gefahr besteht, dass erstens die Touristen die Hauptstraße (und die ansässigen Geschäfte) einfach meiden würden und zweitens ein Steg nur Sinn macht, wenn die Menschen auch irgendwo Parken können. Und genau das ist bisher in Tegernsee ein wirkliches Problem.

Geplant ist ein Parkhaus

Darum geht der Umbau der Hauptstraße auch einen ganzen Schritt weiter und umschließt auch die Planung eines neuen Parkhauses auf dem Horn-Anwesen. Bis zu 146 Parkplätze sollen dort entstehen. Das Parkhaus wird aber der letzte Schritt der kompletten Umbaumaßnahmen sein. „Bis die Finanzierung für das Parkhaus steht wird sicherlich noch dauern“, sagte auch Bürgermeister Janssen auf der letzten Stadtratssitzung zu dem Punkt. Wir werden uns das Parkhausthema in einem gesonderten Beitrag nochmal etwas genauer anschauen.

Straße wird schmaler

Im Vordergrund steht jetzt erstmal der Umbau der Hauptstraße. Das Projekt hat sowohl zeitlich, wie auch finanziell momentan Priorität im Tegernseer Rathaus. Wie auf dem Plan zu erkennen ist, soll die Hauptstraße mehr oder weniger in Richtung See verschoben und insgesamt verschmälert werden. Die Straßenbreite soll zukünftig nur noch 6,75 Meter betragen. Das ist die vorgeschrieben Mindestbreite für Bundesstraßen aber deutlich weniger als die Hauptstraße bisher hatte. Außerdem soll gegenüber vom Hotel Guggemos eine Querungshilfe für Fußgänger gebaut werden. Die Querungshilfe dient gleichzeitig als Linksabbiegespur für das geplante Parkhaus. Die roten Flächen im Plan sind die neuen Gehwege, die gestrichelten Linien (sehen ein bisschen aus wie Schienen) sind die bisherigen Bordsteinkanten. Hellgelb sind die neuen Parkplätze eingezeichnet. Die Straße selbst soll mit einem gepflasterten Rinnstein eingefasst werden (auf dem Plan als dreireihige schwarze Kästchen zu erkennen) Für eine genauere und Zoombare Ansicht haben wir das PDF-Dokument hier zum Download.

Das ist der Plan für die neue Hauptstraße in Tegernsee (ein Klick auf das Bild bringt eine größere Ansicht)

Die Verschmälerung der Straße und das Verrücken in Richtung See soll zwei Vorteile bringen: Zum einen wird der Gehweg auf der Bergseite so um ca. 50 cm verbreitert und misst in Zukunft an der schmalsten Stelle etwa 2,20 Meter. Außerdem sollen die Parkplätze längs zur Straße an der Bergseite von bisher 1,50 Meter auf 2 Meter verbreitert werden. Im Gegenzug wird der Gehweg auf der Seeseite allerdings an einigen Stellen schmaler, bzw. maximal gleich bleiben. Vor dem Hotel Guggemos soll die Maximalbreite nach dem Umbau nur mehr 1,50 Meter betragen – das wird mit zwei Kinderwägen dann schon eng.

Viele offene Punkte

Und dann ist man auch schon bei den vielen „Wenns und Danns und Abers“, die das Projekt mit sich bringt. So wird im Tegernseer Rathaus zum Beispiel darauf spekuliert, dass das Hotel Guggemos demnächst einen Investor findet, der das Gebäude abreißen und neu bauen wird. Das soll er dann aber bitte etwas weiter weg von der Straße machen – dann hat man wieder einen schönen, breiten Gehweg. So sieht es der Plan vor. Bisher gibt es aber weder einen Investor, noch fertige Pläne für einen in Richtung See versetzten Neubau.

Parkplätze fallen weg

Dann sind da noch die Umbaumaßnahmen und die Parkplatzsituation: Wenn die Hauptstraße erneuert wird, fehlen danach fünf Stellplätze an der Straße – Stellplätze fehlen aber auch jetzt schon massenweise. Aber auch das sieht man im Rathaus nicht als Problem. Wenn man mit dem Bau anfängt, will man gerne sofort das Haus am Hornanwesen abreißen und dort übergangsweise Parkplätze schaffen bis das Parkhaus steht. 16 neue Parkplätze sollen so hinzu kommen. Man beruft sich darauf, dass „ein Abriss die einzig wirtschaftliche Lösung ist“. Das Gebäude ist im Inneren sehr verbaut. Unterschiedliche Stockwerkshöhen, Stockwerke, die keinen Zugang vom Treppenhaus haben und eine schlechte Bausubstanz sind die Argumente. „Ein zweites Maximilian wollen wir hier nicht haben“, sagte Bürgermeister Janssen dazu.

Ein Abriss müsste aber möglichst schnell auch in einen Neubau des Parkhauses übergehen. Die Finanzierung dafür steht bisher allerdings noch nicht endgültig. Die Kosten sind in den ersten Entwürfen mit rund 3,5 Millionen für das Parkhaus geplant. Hinzu kommen nochmal rund 1 Million für den Neubau des Gebäudes an der Straße und ganz zum Start erstmal geschätzte 100.000 Euro für den Abriss und die Errichtung der 16 Übergangsparkplätze.

Baukosten alleine für die Straße: 350.000 Euro

Die Gesamtkosten für den Straßenumbau werden zum jetzigen Zeitpunkt mit rund 350.000 Euro veranschlagt. Plus die erforderlichen 100.000 Euro für den Abriss und die Parkplätze am Horn-Anwesen also grob 450.000 Euro. Wie die Finanzierung genau aussehen soll, werden wir auch in einem gesonderten Beitrag genauer betrachten. Hier wollen wir erstmal nur die Pläne vorstellen.

Noch einige Bilder zur Verdeutlichung:

Auf dem Horn Anwesen soll ein Parkhaus entstehen - so sieht es zumindest der Plan vor
Ähnlich wie jetzt soll die Straße mit einem gepflasterten Rinnstein eingefasst werden
Die neue Engstelle: Vor dem Hotel Guggemos wird die Gehwegbreite nur mehr 1,50 Meter betragen


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