Neues Parkhaus in Tegernsee: Die Analyse der Alternative steht – TKV legt Ergebnisse vor

Von Redaktion

Auf dem Horn Anwesen sollte ein Parkhaus mit maximal 140 Parkplätze entstehen - so sah es zumindest der erste Plan vor

Vierte Ergänzung vom 17. März / 15:47 Uhr
Es kommt langsam Bewegung in das Tegernseer Parkhaus-Thema. Laut uns vorliegenden Informationen ist die Vorabanalyse einer zweiten Alternative (Erweiterung der Sparkassen-Tiefgarage) abgeschlossen. Der Auftrag an die TKV und dessen Chef Norbert Kruschwitz hieß ja „Analysieren Sie, wie sich diese Lösung kostenseitig auswirken wird.“ Und Kruschwitz wird das Ergebnis in der nächsten Sitzung dem Tegernseer Stadtrat vorlegen. Gerüchte sprechen von einem relativ positiven Ergebnis für eine Alternative.

Parallel ist auch an einem konkreten Vorentwurf für das von Bürgermeister Janssen präferierte 4-stöckige Parkhaus auf dem ehemaligen Hornanwesen gearbeitet worden. Auch diese Pläne sollen bald dem Gremium zur Entscheidung vorgelegt werden.

Wir bleiben dran und berichten dann aus der nächsten Stadtratssitzung.

Dritte Ergänzung vom 02. Februar / 12:17 Uhr
Zumindest manchmal zeigen die beiden Lager im Tegernseer Stadtrat ein bemerkenswert geringes Verständnis – füreinander. Und gestern beim vieldiskutierten Parhausthema war es mal wieder soweit: Links die CSU und die Bürger Liste. Rechts die Freien Wähler und Thomas Mandl von der SPD. Da wird argumentiert. Hingewiesen. Mit dem Kopf geschüttelt. Und am Ende versteht der eine den anderen nicht. Oder will ihn nicht verstehen.

Und dabei würde der durchschnittliche Beobachter bei folgenden Fragen eigentlich keinen offensichtlich politischen Hintergrund vermuten:

Sollte man jetzt schon den eventuellen Wegfall des Zentralparkplatzes in etwa 13 Jahren in die Berechnungen für das neue Parkhaus einfließen lassen?

Keine Einigung bei dieser Frage.

Brauchen wir eher einen Parkplatz im nördlichen Bereich der Hauptstraße oder wären zusätzliche Plätze im Zentrum sinnvoller?

Leider auch keine klare Antwort zu dieser doch sehr wichtigen Frage.

Wird ein Parkhaus vom normalen Gast überhaupt angenommen oder ist da beispielsweise Rottach-Egern mit seiner zukünftigen ebenerdigen Lösung park- und damit kundenfreundlicher?

Keine Antwort.

Geeinigt hat man sich am Ende aber doch: Die vieldiskutierte Frage ob eine Marktanalyse für das geplante Tegernseer Parkhaus Sinn macht, ohne die Kosten zu kennen, wurde mit einem einstimmigen „Das soll die TKV übernehmen“ beantwortet.

Im zweiten Teil wurde der von den Freien Wählern eingereichte Plan B kurz andiskutiert. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung der bestehenden Tiefgarage im Kurgarten gegenüber dem Rathaus. Diese soll in einem zweiten Schritt nach einigen Jahren entstehen, wenn absehbar ist, ob der Zentralparkplatz wegfällt oder nicht. Im ersten Schritt soll eine Parkpalette auf dem Hornanwesen den Parkplatzbedarf abfedern. So sieht es zumindest der Entwurf vor.
Die fast eintstimmige Entscheidung zu Plan B: Es soll ein Konzept erarbeitet werden, wie sich diese Lösung kostenseitig auswirken wird.

Zweite Ergänzung vom 20. Januar mit der Überschrift: „Neues Parkhaus in Tegernsee: Freie Wähler machen mobil gegen mögliche Kostenexplosion“
Das neue Tegernseer Parkhaus ist wichtig. Parkplätze im Innenstadtbereich werden gebraucht. Dabei hat Bürgermeister Janssen in diversen Stadtratssitzungen auf die konkrete Notwendigkeit hingewiesen und ein grobe Bedarfskalkulation für 140 Stellplätze vorgelegt. Diese sah zumindest bisher folgendermaßen aus:

Hotel Guggemoos – 20 Plätze
Ersatz an der Hauptstrasse – 5 Plätze
Vermietete Parkplätze auf Hornanwesen – 20 Plätze
Warteliste des Sparkasse-Parkhauses – 5 Plätze
Neues Cafe Kreutzkamm – 20 Plätze
Eigene Nutzung Hornanwesen – 15 Plätze
Ersatz Wohnhaus Rosenstrasse 7 – 5 Plätze

Dieser bestehende Bedarf alleine ergibt aus heutiger Sicht 90 Plätze. Mit einem zukünftigen Bedarf von weiteren 50 ergibt dies das bisher festgeschriebene Maximum von 140 Plätzen bei geschätzten Kosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro.

Bis jetzt. Denn plötzlich geht man intern von 180 Parkplätzen aus. Und ob dass das Ende der Fahnenstange markiert, ist auch noch offen. Wie sich die Bedarfe von 90 über 140 bis auf 180 Stellplätze entwickelt haben, ist derzeit allerdings genauso offen, wie die Frage nach den Kosten und wer das überhaupt bezahlen soll. Dabei ist laut Andreas Obermüller, Fraktionssprecher der Freien Wähler in Tegernsee, noch nicht mal geklärt, ob und wann man diese Parkplätze tatsächlich braucht.

Für uns ist es einfach nicht einleuchtend, warum man jetzt schon den in 12-13 Jahren eventuell vakanten Zentralparkplatz in die Kalkulation mit einberechnet. Auch, dass man sich noch nicht mal über eine Erweiterung der Kurgarten-Tiefgarage Gedanken gemacht, ist bei einem Projekt mit diesen Kosten nicht nachvollziehbar.

Aus dem Grund hat die Fraktion der Freien Wähler einen offiziellen Antrag an das Rathaus gestellt hat:

Antrag Seite 1

Antrag Seite 2

Damit muss laut Obermüller Bürgermeister Janssen das Thema auf der nächsten Stadtratssitzung offziell behandeln lassen. Der Ausgang des Antrags ist allerdings ungewis. Genauso wie die derzeit noch die Kostenentwicklung beim neuen Parkhaus an der Hauptstraße.

Ergänzung vom 09. Dezember / 11:31 Uhr mit der Überschrift: „Neues Parkhaus in Tegernsee: Die TKV übernimmt die Kontrolle“
Wenn die Stadt Tegernsee im Zuge der Umgestaltung der Hauptstraße auch ein neues Parkhaus auf dem Hornanwesen errichtet, werden die Tegernseer Kur- und Versorgungsbetriebe (TKV) die Verwaltung und Durchführung des neuen Gebäudes übernehmen. Das beschloss der Stadtrat auf seiner Sitzung am Dienstag Abend.

Das Parkhaus könnte dann in einem steuerlichen Verbund übernommen werden. Was den Vorteil hätte, dass in der TKV Gewinne aus anderen Bereichen mit den Verlusten, die beim Parkhaus zumindest am Anfang zu erwarten sind, gegengerechnet werden könnten.

Ein Nachteil ist die gleichzeitige Übertragung der kompletten Belange wie Planung und weitere baurechtliche Schritte. Oder um es mit den Worten eines Insiders der Tegernseer Politik zu sagen:

Der Stadtrat gibt das komplette Parkhaus in einer kritischen Planungssituation aus der Hand.

Ein interessanter Nebenaspekt ist, dass die TKV ein Projekt übernimmt, bei dem sie die genauen Kosten nicht kennt, da noch nicht klar ist, wie groß das Parkhaus eigentlich werden wird. Die Größe und Kapazität wollte das Gremium dieses Mal aber nicht diskutieren.

Über die TKV hatten wir bereits vor zwei Tagen einen kurzen Artikel geschrieben, in dem es um die Verluste bei der Seesauna und dem Medius ging.

Ursprünglicher Artikel vom 06. Oktober mit der Überschrift „Umbau der Tegernseer Hauptstraße: Neues Parkhaus kommt mit ca. 140 Stellplätzen“:
Im Tegernseer Stadtrat war man sich vor 2 Wochen nicht wirklich einig: Sind 140 Parkplätze im neu zu errichtenden Parkhaus gerade so ausreichend oder sogar noch zu wenig?
Oder ist das meilenweit vom tatsächlichen Bedarf entfernt, der auch noch unprofessionell ermittelt wurde?

Bereits Anfang Juli hatte man gemeinsam eine Grundsatzentscheidung getroffen: Auf dem ehemaligen Hornanwesen soll ein Parkhaus gebaut werden. Die Kosten werden auf rund 3,5 Millionen Euro geschätzt. 143 Parkplätzen sollen maximal entstehen.

Ende September kam der Bebauungsplan auf den Tisch. Und dieser konkretisierte die damalige Planung. Hier der Auszug aus dem Protokoll des Rathauses:

Der Bebauungsplan verfolgt folgende Planungskonzeption:

Geplant ist jetzt, dass im östlichen Grundstücksteil ein Parkhaus mit ca. 140 Stellplätzen errichtet werden soll. Damit soll nicht nur der Stellplatzbedarf für das geplante Wohn- und Geschäftshaus gedeckt werden, sondern auch der öffentliche Stellplatzbedarf sowie der Bedarf für Bewohner, Kunden und Gäste der angrenzenden Wohn- und Geschäftshäuser im Ortskern von Tegernsee, insbesondere im Bereich der Hauptstraße.

Auf Grund der massiven Bebauung stehen hier im Verhältnis zur dichten Nutzung kaum private und auch nur wenige öffentlichen Stellplätze zur Verfügung. Mit der Errichtung des Parkhauses soll gleichzeitig das gewerbliche Geschäftsleben und der Tourismus gefördert werden.

Die 140 Stellplätze wurden auf Basis einer Kalkulation bestehender und zukünftiger Bedarfe errechnet. Der bestehende Bedarf alleine ergibt aus heutiger Sicht 90 Plätze:

Hotel Guggemoos – 20 Plätze
Ersatz an der Hauptstrasse – 5 Plätze
Vermietete Parkplätze auf Hornanwesen – 20 Plätze
Warteliste des Sparkasse-Parkhauses – 5 Plätze
Neues Cafe Kreutzkamm – 20 Plätze
Eigene Nutzung Hornanwesen – 15 Plätze
Ersatz Wohnhaus Rosenstrasse 7 – 5 Plätze

„Wenn man schon Parkhäuser baut, dann mit so vielen Parkplätzen wie möglich“

Bei der anschließenden Diskussion sprachen sich einige Stadtratsmitglieder gegen eine ad-hoc Entscheidung aus. Vor allem aufgrund der mangelnden Informationslage sowie der nicht vorhandenen Bedarfsanalyse und Wirtschaftlichkeitsprüfung. Man wolle keine Entscheidung, die auf unsicheren Füßen steht und die im Nachgang nicht mehr zu ändern ist.
Der anschließende Vertagungsantrag von Andreas Obermüller wurde mit 9:7 Stimmen abgelehnt.

Der zweite Antrag von Max Stühler bezüglich einer genauen Bedarfsausschreibung unter den Tegernseer Bürgern fand ebenfalls keine Mehrheit.

Daraufhin erinnerte Bürgermeister Peter Janssen an die Diskussionen vor einigen Jahren im Vorfeld der Entscheidung zum Sparkasse-Parkhaus. Auch damals war die Größe umstritten. Doch „im nachhinein ist jeder froh, dass das Parkhaus in der jetzigen Größe gebaut wurde“.
Janssen wies auch darauf hin, dass der Zentralparkplatz nicht unendlich verfügbar sein wird. In 13 Jahren laufe der Pachtvertrag aus, so der Bürgermeister. Und ob der Eigentümer an dieser Stelle nochmal zu einem Parkplatz zustimmen wird, sei sehr ungewiss.

Florian Kohler ergänzte:

Man kann von der Idee her dagegen sein, dass Autos böse sind. Aber sie sind nun mal da. Heute mit Verbrennungsmotoren, zukünftig vielleicht mit Elektro. Aber wenn man schon Parkhäuser baut, dann mit so vielen Parkplätzen wie möglich.

Jedoch mahne ich an, dass vor der finalen Entscheidung eine Wirtschaftlichkeitsrechnung her muss. Erst auf dieser Basis können wir die endgültige Entscheidung treffen.

Janssen betonte im Anschluss noch mal die Notwendigkeit und drängte zu schnellem Handeln:

Der Parkplatzbedarf wird eher mehr als weniger. Wir sollten deshalb einen strammen Zeitplan fahren. Sprich nicht erst in 5 Jahren bauen, sondern zeitnah. Das bedeutet Bebauungsplan zügig angehen und parallel auch schon planerische, finanzielle und wirtschaftliche Fragen klären.

Mit der heutigen Entscheidung werden erstmal Voraussetzungen geschaffen, damit der Stadtrat später den endgültigen Bebauungsplan beschließen kann.

Der daraufhin vorgelegte Beschlussvorschlag wurde vom Gremium mit 11:5 Stimmen angenommen. Mit der Erarbeitung des Bebauungsplanentwurfes wird das Architekturbüro Wagenpfeil aus Hausham beauftragt. Der Bürgermeister wird desweiteren ermächtigt, ein Immissionsschutzgutachten in Auftrag zu geben.


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