Anreise auf's Kreuther Waldfest am Leonhardstoana Hof

Und wia kemt’s ihr aufs Woidfest?

Dieses Wochenende beginnt die Waldfestsaison mit dem Waldfest des FC Real Kreuth. Da will natürlich niemand gerne “Fahrer machen” und nüchtern bleiben. Wir haben mal alle Möglichkeiten für euch recherchiert. Was kosten BOB, Bus und Taxi und vor allem, wann fahren die überhaupt ins Tal? Und am Ende haben wir für die ganz Spontanen noch einen besonderen Tipp.

Viele Wege führen auf’s Waldfest – nur welcher ist der beste?

Mittlerweile strömen Tausende Besucher aus ganz Bayern – vor allem eben aus München – auf die Waldfeste am Tegernsee. Auch Party-Busse bringen die “Isarpreissn”, wie sie von den Einheimischen “liebevoll” genannt werden, direkt vor die Tür des Waldfests in Kreuth.

Da es bis zum Oktoberfest noch eine ganze Weile hin ist, viele Münchner sich aber trotzdem gerne jetzt die heiß ersehnte Mass Bier schmecken lassen wollen und es am Tegernsee so “grübig” ist, wandern sie wieder wie seit jeher in Dirndl und Lederhosn südwärts Richtung Tegernsee. Wandern? Nein, dafür gibt’s natürlich bessere und schnellere Möglichkeiten. Wir haben für Bus, Taxi und die Bayerische Oberlandbahn hinsichtlich ihrer Angebote für Fahrten zum Tegernsee gefragt. Hier ist unser Ergebnis.

Stündlich mit der BOB

Die BOB fährt stündlich vom Münchner Hauptbahnhof (jeweils um 4 Minuten nach der vollen Stunde) Richtung Gmund und Tegernsee ab, wobei man für ein einfaches Ticket nach Gmund ohne Bahncard 14,70 Euro und nach Tegernsee 16,70 Euro berappeln muss. Dann hat man es allerdings erst nach Tegernsee geschafft und muss, um aufs Kreuther Waldfest zu kommen, dann noch den RVO-Bus nehmen.

Nach Kreuth fährt der 9556er oder der 9550er Richtung Klamm oder Wildbad Kreuth. Für den kommen dann nochmal so drei bis vier Euro oben drauf. Auch eine Rückfahrt wird schwierig, denn wer will sich schon um 22 Uhr auf den Weg nach Tegernsee machen, wenn das Feiern an der Waldfest-Bar erst richtig beginnt, um dort die letzte BOB nach München zu erwischen, die um 22.51 Uhr (!) von Tegernsee losfährt.

Günstig mit dem Bus

Wer versucht, gleich direkt mit dem Bus von München an den Tegernsee zu fahren, scheitert meist an der geringen Anzahl an Verbindungen und den unnötigen Umstiegen an Zwischenbahnhöfen (wie Holzkirchen). Außerdem fahren die Busse meist nur tagsüber. Doch eine Hoffnung gibt es: den 9551er des RVO. Der fährt vom Hauptbahnhof direkt alle größeren Gemeinden am Tegernsee an (nach der Reihe: Wiessee, Rottach, Tegernsee, Gmund) und bietet für die Rückfahrt sogar einen Nachtbus um 23.12 Uhr (auch werktags) an.

Für die Sonntagswaldfeste ideal ist der Bus um 11 Uhr von München Hbf. Nord. Für alle Waldfestgänger, die später starten wollen, eignet sich der Bus um 17 Uhr (den kompletten Fahrplan dieser Linie gibt es hier). Am Hauptbahnhof muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Bushaltestelle wegen einer Baustelle verlegt wurde (in die Seidlstraße beim REWE).

Als Trostpflaster für die wenigen Verbindungen ist dafür der Preis für ein Tagesticket (also inklusive der Rückfahrt) vergleichsweise günstig. Für nur 10,40 Euro pro Tag kann man im gesamten Regionalnetz fahren. Bei einem BOB-Tagesticket wäre ein ähnlicher Preis nur mit dem Guten-Tag-Ticket als Fünfergruppe zu erreichen (10,20 Euro). Wer sich dieses “Schnäppchen” nicht entgehen lassen will, für den ist der Liniennetzplan des Landkreises Miesbach empfehlenswert.

Unkompliziert mit dem Taxi

Der direkteste, aber wie zu erwarten teuerste Weg nach Kreuth zum Waldfest ist der mit dem Taxi. Wir haben bei zwei Taxiunternehmen im Tal und einem aus München nachgefragt. Nach Angaben eines Tegernseer Taxiunternehmens beläuft sich der Fahrpreis vom Münchner Hauptbahnhof nach Kreuth auf 150 bis 170 Euro. Bei einem Münchner Taxiunternehmen waren es auf Anfrage 135 Euro. Ein anderer Taxifahrer erklärte, da es sich um Fahrten außerhalb des Pflichtfahrtengebietes handle, könne von jedem Taxifahrer ein Betrag in einer Spanne von 50 bis 300 Euro festgesetzt werden.

Schließlich müsse man bedenken, dass das Hauptgeschäft um den Tegernsee stattfinde und die Fahrer so eine Zeit von ungefähr zwei Stunden investierten, in welcher sie mehrere Leute aus dem Tal hätten kutschieren können. Stammkunden seien den meisten Taxifahrern daher lieber und bringen in der Summe auch mehr Umsatz (außer während der Wiesn, da sei der Umsatz sogar noch besser als zur Waldfestzeit).

Weil sie diese Fahrten nur ungern machen, leiten die Tegernseer Taxifahrer deshalb auch gerne mal an Münchner Kollegen weiter, die ohnehin wieder zurück nach München müssen. Wenn sie dann aber doch mal den langen Weg von zwei Fahrtstunden auf sich nehmen, dann ist ihnen der Ostbahnhof als Zielort am liebsten, da er nah an der A8 Richtung Oberland liegt.

Auch wenn die Münchner viel Geld einbringen – der Stress ist es dann doch nicht wert.

Die unkomplizierteste Möglichkeit, gerade zur Abendstunde von München ins Tal zu kommen und wieder zurück, ist nach wie vor das Auto. Sollte sich also aus der Gruppe doch jemand überreden lassen, Fahrer zu machen, ist man von den öffentlichen Verkehrsmitteln unabhängig und muss nicht darauf hoffen, noch ein Taxi zu erwischen. Tipp: Gebt’s dem armen Fahrer wenigstens a Hendl und a Spezi aus. Hier alle Waldfeste im Überblick. Rund um die Waldfestplätze sind Parkmöglichkeiten auf den umliegenden Wiesen ausgeschildert.

Unser Fazit zu den öffentlichen Verkehrsmitteln:

Für die Anreise eignet sich die BOB gut, da sie stündlich fährt (und am Wochenende sogar halbstündlich!). Nachteil ist, dass sie an den Waldfesttagen sehr voll ist (deswegen die zusätzlichen Züge am Wochenende) und für Nachtschwärmer keine Rückreise-Option bietet. Sogar der RVO-Bus fährt später Richtung Landeshauptstadt. Dafür muss man dort eine längere Fahrt mit vielen Stopps in Kauf nehmen.

Wem der Preis (auf guad boarisch) “wurscht” ist, der kann natürlich immer ein Taxi nehmen, vor allem, wenn man zu später Stunde nicht mehr weiß, wie man sonst heimkommt. Ist man eine größere Gruppe, kann man sich ein Taxi teilen (wenn man denn eins erwischt). Dafür kommen dann ungewisse Kosten, Nachtzuschläge, Anfahrtspauschalen und gegebenenfalls ein Aufpreis für ein Großraumtaxi und andere Zusatzkosten auf einen zu.

Wer auf eine günstige Hinfahrt hofft, der sollte den RVO-Bus 9551 vom Münchner Hauptbahnhof über Ramersdorf in Betracht ziehen und das günstige Tagesticket erwerben. Für besonders große Sparfüchse gibt es auch heuer wieder den kostenlosen Shuttlebus direkt am Kreuther Waldfestplatz zirka stündlich ab 23 Uhr bis drei Uhr nachts, der Besucher an zentralen Stellen rings um den See aussteigen lässt.

Wer sich dann gar keine Gedanken um die Heimfahrt machen und den Abend entspannt ausklingen lassen will: Bandelts einfach gleich mit einem Einheimischen an, dann könnt’s bei dem übernachten 😉


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